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Schwuler Mann darf das Kind seines Partners adoptieren
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Gerichtsentscheidung in Taiwan Schwuler Mann darf das Kind seines Partners adoptieren

km - 07.01.2022 - 16:30 Uhr

2019 war Taiwan das erste Land in Asien, welches die Ehe für alle erlaubte. Beim Adoptions- und Familienrecht ist allerdings noch Luft nach oben. So ist es zum Beispiel dem gleichgeschlichenen Partner nicht möglich, das Kind des Ehemannes zu adoptieren, da er nicht biologischer Elternteil des Kindes ist.

Doch am 25. Dezember entschied ein Familiengericht in Kaohsiung City, dass das Kind des 38-jährigen Wang Chen-wei, das er zuvor adoptiert hatte, auch von seinem 34-jährigen Ehemann Chen Chun-ju adoptiert werden kann.
Das Urteil gilt jedoch nur für diesen speziellen Fall und hat die gleichgeschlechtliche Adoption nicht landesweit legalisiert.

Chen-wei erklärte AFP: "Ich bin froh, dass mein Ehepartner auch rechtlich als Vater unseres Kindes anerkannt ist. Aber ich kann mich nicht so sehr freuen, wenn das Gesetz nicht geändert wird. Es ist wirklich absurd, dass gleichgeschlechtliche Menschen ein Kind adoptieren können, wenn sie alleinstehend sind, aber nicht, nachdem sie geheiratet haben."

Auf Facebook fügte Chen-wei hinzu: "Wir werden weiter kämpfen. Wenn unsere Familie ein weiteres Kind adoptieren möchte, müssen wir dann das gleiche Verfahren erneut durchlaufen und darauf setzen, welchen Gerichtsvollzieher wir bekommen? Oder wird das Gesetz so geändert, dass es für alle nicht mehr so schwer ist?"
Wie es für andere gleichgeschlechtliche Paare, die ein Kind adoptieren wollen, weitergeht, ist unklar.

Das Gesetz zur Umsetzung der Judicial Yuan Interpretation Nr. 748, mit dem die gleichgeschlechtliche Ehe in Taiwan legalisiert wurde, erlaubt oder verbietet nicht ausdrücklich die gleichgeschlechtliche Adoption von Kindern, die mit keinem der beiden Elternteile biologisch verwandt sind, und erwähnt nur, dass ein Ehepartner "das genetische Kind der anderen Partei" adoptiert.

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