Direkt zum Inhalt
Ehemaliger italienischer Sport-Minister ist schwul
Rubrik

Outing in einer Talkshow Ehemaliger italienischer Sport-Minister ist schwul

co - 10.11.2021 - 13:00 Uhr

Bis Februar 2021 war der 47-jährige Politiker Vincenzo Spadafora noch Minister für Jugend und Sport. Er gehört zu den bekanntesten Gesichtern der populistischen Partei Fünf-Sterne-Bewegung. Das öffentliche Coming-out sah er aufgrund seiner Position als öffentliche Person mit einem politischen Amt als seine Pflicht an.

Engagement für die LGBTI*-Community

Spadafora setzte sich schon zu Beginn seiner politischen Laufbahn für LGBTI*-Rechte ein. Er arbeitete zuletzt mit an einem letztlich gescheiterten Gesetz, das LGBTI*-feindliche Straftaten als Hassverbrechen klassifizieren sollte (SCHWULISSIMO berichtete). Jetzt outete sich der Politiker in der Late-Night-Talkshow “Che Tempo Che Fa” mit Gastgeber Fabio Fazio als schwul. Zu Gast war er dort, um seine Autobiografie „Unreserved“ vorzustellen.

„Eine öffentliche Rolle birgt große Verantwortung“

Der Politiker glaubt, dass das Privatleben grundsätzlich privat bleiben sollte. Bei Personen mit einer öffentlichen Rolle sähe das jedoch anders aus, weil sie mehr Verantwortung hätten. Mit dem Coming-out wollte Spadafora laut PinkNews sein „politisches Engagement für all jene zu bezeugen, die jeden Tag für ihre Rechte kämpfen“, aber weniger Möglichkeiten dazu haben als er. Außerdem wollte er als praktizierender Katholik zeigen, dass seine Sexualität nicht seinem Glauben widerspreche. In Italien werde Homosexualität benutzt, politischen Gegnern zu schaden. Doch Spadafora hofft, fortan weiterhin ausschließlich nach seinen Errungenschaften beurteilt zu werden.

Auch Interessant

Inklusion im Wörterbuch

Neues Pronomen in Frankreich

Le Robert, Frankreichs größtes Wörterbuch, nahm das geschlechtsneutrale Pronomen „iel“ auf – ein Umstand, der jetzt hitzig diskutiert wird.
Ein Ende der Folter

Kanada verbietet Konversionstherapie

Am Mittwoch stimmte das kanadische Unterhaus geschlossen für ein Gesetz, das Konversionstherapien verbieten will. Jetzt muss noch der Senat zustimmen.
WM 2022 in Katar

Sicherheit für LGBTI* versprochen

„Katar ist wie jedes andere Land auf der Welt: Jeder ist willkommen“, verspricht WM-Organisator Nasser Al Khater. Es ginge jedoch „gesittet“ zu.
Angriff in Bristol

Schwuler im Park zusammengeschlagen

Seit seinem Umzug nach Großbritannien fühlte sich der 34-jährige Pole Matthew Dowiat sicher. Jetzt wurde er von Unbekannten zusammengeschlagen.
Schwule studieren öfter

Schwule werden öfter Akademiker

Nach einer neuen Studie haben schwule Amerikaner weitaus öfter einen Hochschulabschluss als für die Gesamtbevölkerung üblich und schneiden besser ab.
Inszeniertes Hassverbrechen?

Jussie Smollett vor Gericht

Knapp drei Jahre ist es her, dass Schauspieler Jussie Smollett (39) Opfer eines Hassverbrechens wurde, das er womöglich selbst inszeniert hatte.
Wegen „LGBTI*-Propaganda“

Russische Behörden gegen Netflix

Die russischen Behörden ermitteln gegen Netflix: Der Streaming-Dienst soll gegen das Verbot der Verbreitung von „LGBTI*-Propaganda“ verstoßen haben.
Kulturkampf im Klassenzimmer

Republikaner gegen LGBTI*-Unterricht

Der Kulturkampf in den USA ist in vollem Gange. Obwohl Donald Trump nicht mehr regiert, sind die Auswirkungen seiner Amtszeit noch immer spürbar.