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Erster CSD inmitten des Krieges
Rubrik

Pride in der Ukraine “Wir feiern den Frontline-Pride!“

ms - 16.09.2022 - 16:00 Uhr

Es ist ein mutiges und starkes Signal, das die LGBTI*-Community in der Ukraine eine Woche lang ab Samstag in die Welt hinaussenden will – mitten in den Kriegswirren wollen LGBTI*-Aktivisten nach dem Rückzug der russischen Truppen aus dem Gebiet rund um Charkiw den ersten Pride feiern. Zuletzt im September vor einem Jahr lief eine Gruppe von rund 3.000 Demonstranten durch die Innenstadt der Millionenmetropole, um für mehr Rechte für LGBTI*-Personen einzutreten. Das Team des Prides erklärte jetzt: „Der Kharkiv-Pride 2022 ist nicht nur ein Marsch, sondern eine ganze Woche voller Pride-Veranstaltungen, die dem aktuellen Thema der LGBTI*-Community in der Region Charkiw und der gesamten Ukraine gewidmet sind. Wir feiern den Frontline-Pride! Vom 17. bis zum 25. September wird dies die größte LGBTI*-Veranstaltungsreihe sein!“

© KHARKIV PRIDE

Im Vorfeld des Prides beglückwünschte auch die lesbische ukrainische Mit-Organisation Sphere NGO im Namen der ganzen LGBTI*-Community die ukrainischen Soldaten der “unzerbrechlichen Frontstadt Charkiw“ und präsentierte das Motto der Pride-Woche: United as Never Before! Bereits am Samstag will sich das Organisationsteam mit dem verbotenen Euro-Pride im serbischen Belgrad solidarisieren, der nach letztem Stand trotzdem stattfinden soll. An jedem weiteren Tag sind teilweise offene sowie aber auch geschlossene Veranstaltungen geplant, die einer Voranmeldung bedürfen. Am kommenden Mittwoch will die queere Community dann den LGBTI*-Menschen gedenken, die bisher durch russische Soldaten getötet worden sind. Am Freitag nächster Woche möchte die LGBTI*-Community beim Pride dann ein starkes Signal für die Forderung nach der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in der Ukraine in die Welt aussenden, am Sonntag schließlich ist mit dem eigentlichen Demonstrationsmarsch der Höhepunkt des Kharkiv Pride geplant.

Präsident Wolodymyr Selenskyj war erst Mitte der Woche in der Region, in Isjum erklärte er, dass sich die Ukraine in Richtung Sieg bewegen würde. Heute wurde bekannt, dass nach dem Rückzug der russischen Streitkräfte die Suche nach weiteren Toten nach einem Massengrabfund durch Minen massiv erschwert wird – rund 440 Menschen sollen in einem Wald bei Isjum verscharrt worden sein. Selenskyj erklärte dazu: "Wir wollen, dass die Welt weiß, was die russische Besatzung angerichtet hat." Der stellvertretende ukrainische Innenminister Jewhen Jenin berichtete indes aus der Region Charkiw von entdeckten Folterkammern, in denen ukrainische Staatsbürger, Ausländer und vermutlich auch LGBTI*- sowie Menschenrechtsaktivisten unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten worden sollen sein.

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