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Regenbogen-Kitas wegen Pädophilie-Befürworter in Kritik
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Schwul-lesbische Kitas in Berlin Regenbogen-Kitas wegen Pädophilie-Befürworter in Kritik

co - 04.10.2022 - 14:00 Uhr

Im nächsten Frühjahr sollen in Berlin zwei schwul-lesbische Kitas eröffnet werden. Es sind die ersten Tagesstätten ihrer Art in ganz Deutschland. Hier sollen die Kinder queere Lebensweisen von Anfang an als normalen Bestandteil ihres Alltags erfahren. Abgesehen davon soll das Konzept der Einrichtung dasselbe sein wie bei anderen.

Mehrgenerationenhaus mit Kinderbetreuung

Die Idee zu den Kitas stammt von der Schwulenberatung Berlin. Die Tagesstätten gehören zum Projekt „Lebensort Vielfalt am Südkreuz“, das seit 2020 aufgebaut wird. Zu dem Projekt gehören auch ein Mehrgenerationenhaus für LGBTI*-Personen, mehrere Beratungsstellen und Pflegeplätze. Die Kitas sollen 93 Kinder aufnehmen können. 60 Kinder sind laut Bild bereits angemeldet. Laut der Website der Schwulenberatung muss das Kita-Personal nicht zur LGBTI*-Community gehören. Es sollte jedoch damit einverstanden sein, den Kindern queere Lebensweisen zu zeigen.

Inklusive Kita

Die Kita soll aus den Bereichten „Rosarote Tiger“ und „Gelbgrüne Panther“ bestehen. Den Kindern sollen LGBTI*-Themen beispielsweise durch eine diverse Auswahl von Kinderbüchern sichtbar gemacht werden. Kinderbücher erzählen nur von Familien, die von der Gesellschaft als typisch angesehen werden: solche mit Mama und Papa und einem oder zwei Kindern. Die Bücher der Regenbogen-Kitas sollen aber auch gleichgeschlechtliche Paare zeigen: „Dann gibt es zum Beispiel zehn gewöhnliche Kinderbücher und eben drei, in denen der Prinz einen Prinz heiratet“, erklärt so Marcel de Groot (60), Geschäftsführer der Schwulenberatung. Mit dieser frühen Heranführung an die LGBTI*-Community soll es den Kindern später leichter fallen, sich eventuell zu später outen.

Alle sind willkommen

Die Kita-Leitung und eine Stellvertretung gibt es bereits. Laut de Groot gehört „einer der beiden“ der LGBTI*-Community an. Erzieherinnen und Erzieher suche man dagegen noch: „Wir lehnen aber auch keinen ab, der hetero ist und trotzdem findet, dass das eine gute Sache ist.“ Die Kinder selbst müssen auch noch nicht wissen, ob sie queer sind – alle seien willkommen. Anmeldungen gäbe es sowohl von Regenbogenfamilien als auch von Berliner Familien, die schlicht in der Nähe wohnten: „Ein Elternpaar hat sich gemeldet, dessen Sohn zu seinem Geburtstag gerne ein Kleid und Haarspangen trägt“, so de Groot. „Sie hoffen, dass das bei uns mehr Akzeptanz findet als bei der bisherigen Kita.“

Vorstandsmitglied soll Pädophilie fördern

Eigentlich eine gute und wichtige Sache. Dennoch stehen die inklusiven Kitas momentan in der Kritik. Denn im Vorstand der Schwulenberatung sitzt der Soziologe Rüdiger Lautmann (86), dem bereits vor 40 Jahren vorgeworfen wurde, Pädophilie zu befürworten.

Fragwürdige politische Forderungen

1979 beantragte Lautmann, dass Paragraph 176 des Strafgesetzbuches zu sexuellen Handlungen an Kindern unter 14 Jahren abgeschafft werden soll. Laut einem Forschungsprojekt der Universität Göttingen war Lautmann außerdem Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität. Diese vertrat damals den Standpunkt, dass pädo-sexuelle Kontakte einvernehmlich gestaltet werden können, obwohl die Beteiligten einen großen Altersunterschied aufweisen. 

Fragwürdige Veröffentlichungen

1994 veröffentlichte Lautmann das Buch „Die Lust am Kind – Portrait des Pädophilen“. 1997 arbeitete der Wissenschaftler an einer Broschüre mit, in der es um Kinder und Sexualität ging. In der hieß es, dass die Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen im Grunde okay sei: „Man fühlt sich dennoch bemüßigt, vor einer Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen zunächst einmal und generell zu warnen, auch wenn man sie im Grunde bejaht.“

Was Lautmann dazu sagt

Der Soziologe weist jedoch alle Vorwürfe zurück, denn er sieht sich nicht als Verfechter der Pädophilie: „Ich bin kein ‚Befürworter‘ des Missbrauchs oder der Pädophilie; vielmehr habe ich versucht, die pädophilen Täter zu verstehen und ihre Vorgehensweisen zu beschreiben.“

Keine Mitwirkung an der Kita

Auch aus Sicht von de Groot hat Lautmann nichts in der Kita-Verwaltung verloren: „Herr Lautmann hat mit dem Tagesgeschäft nichts zu tun. Die Idee zu den Kitas kam von uns. Das wäre aus meiner Sicht auch zu problematisch.“ Trotzdem ist die Senatsverwaltung für Bildung skeptisch geworden und will nun genau prüfen, wer für die Kita-Bereiche zuständig ist: „Aufgrund der vorliegenden Hinweise werden wir uns sehr zeitnah ein detailliertes Organigramm mit den konkreten Verantwortungsbereichen für die Kita-Bereiche vorlegen lassen und den Hintergrund mit unseren Verhandlungspartnern erörtern“.

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