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Frau drohte, die LGBTI*-Kinderklinik in Boston zu sprengen
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Tatverdächtige festgenommen! Frau drohte, die LGBTI*-Kinderklinik in Boston zu sprengen

ms - 16.09.2022 - 15:00 Uhr

In der ersten Septemberwoche hatte die Polizei in Boston die renommierte Jugend- und Kinderklink Children's Hospital nach einer ernstzunehmenden Bombendrohung notevakuieren müssen – jetzt hat das FBI die mutmaßliche Drahtzieherin festgenommen. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich dabei um eine Frau aus Massachusetts, die mit der gefälschten Bombendrohung ihren Hass gegenüber der LGBTI*-Community zum Ausdruck bringen wollte. Die Ärzte des Boston Children's Hospital beraten und betreuen Kinder, die sich unsicher bezüglich ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer geschlechtlichen Identität fühlen, wobei die Klinikleitung großen Wert darauf legt, unvoreingenommen und ideologiefrei Eltern und Jugendliche zu beraten – das schien der mutmaßlichen Tatverdächtigen trotzdem zu missfallen.

Bei der festgenommenen Frau handelt es sich um die 37-jährige Catherine Leavy. Die US-Staatsanwältin Rachael Rollins erklärte im Zuge der Verhaftung, dass in den Wochen vor der Evakuierung des Krankenhauses immer drastischere Drohungen eingegangen waren. Sowohl die Klinikleitung wie auch Ärzte und das medizinische Personal erhielten zuletzt schriftlich, via Mail und über Social Media Morddrohungen. Als daraufhin schlussendlich die Tatverdächtige mit den Worten "Es ist eine Bombe auf dem Weg zum Krankenhaus. Sie sollten besser alle evakuieren. Ihr Spinner" die Klinik direkt telefonisch über die Telefonzentrale bedrohte, reagierte die Bostoner Polizei sofort und schickte ein Bombenentschärfungskommando in die Klinik. Die Drohung stellte sich glücklicherweise als Fake heraus. 

Staatsanwältin Rollins erklärte weiter, dass die Ermittler den Anruf zu einem T-Mobile-Telefon der Verdächtigen zurückverfolgen konnten, sodass diese zeitnah und ohne Zwischenfälle in ihrem Haus in Westfield festgenommen werden konnte. Nach Angaben des FBI wird davon ausgegangen, dass Leavy durch eine Fake-News-Kampagne von rechtsextremen Kreisen zu der Tat motiviert wurde, nachdem diese die Falschmeldung verbreitet hatten, die Klinik würde Kleinkinder verstümmeln. Eine erste Haftanhörung soll noch diese Woche erfolgen, Leavy droht eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren. Die Klinikleitung erklärte abschließend: "Wir bleiben wachsam in unseren Bemühungen, die Verbreitung falscher Informationen über das Krankenhaus und unseres Pflegepersonals zu bekämpfen. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass das Krankenhaus ein sicherer Ort für alle ist, die hier arbeiten und auch für all jene, die zu uns kommen!“

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