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Therapie-Zwang Chinesische Familien wollen LGBTI* umerziehen

co - 10.02.2020 - 13:30 Uhr

Obwohl Homosexualität in China seit 2001 offiziell nicht mehr als psychische Störung gilt, werden noch heute viele chinesische LGBTI* von ihren Familien zur Konversionstherapie gezwungen. Das rührt womöglich daher, dass die traditionelle Familie und vor allem eigene Nachkommen in den Augen vieler Chinesen immer noch als unverzichtbarer Teil eines erfüllten Lebens angesehen werden. Daher suchen schwule Chinesen sich beispielsweise immer häufiger Leihmütter in den USA (SCHWULISSIMO berichtete).

Konversionstherapien werden in China oft in nicht lizenzierten (also illegalen) medizinischen Zentren angeboten. Doch auch öffentliche Einrichtungen bieten solche Maßnahmen an. Ein Bericht des Public Interest Law Centers für die Gleichheit von LGBTI* und von Beijing Gender listet zahlreiche solche Zentren auf und gibt Betroffenen eine Stimme (SCHWULISSIMO berichtete).

Laut Gay.ch klagte 2016 ein schwuler Mann gegen eine solche Konversions-Einrichtung, nachdem diese ihn zwanzig Tage lang festhielt und ihm „heilende“ Pillen aufzwang. Das Gericht verurteilte das Zentrum zu einer öffentlichen Entschuldigung und einem Schmerzensgeld von knapp 700 Euro.

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