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Community-Interview mit S’AG
Rubrik

Fotografieausstellung „Cruising – Männer*, die Sex mit Männern* haben“

km - 09.10.2021 - 20:00 Uhr

Die Safety Aktionsgruppe (kurz S’AG) arbeitet seit über einem Jahr ehrenamtlich an der Fotografieausstellung mit dem Titel: „Cruising – Männer*, die Sex mit Männern* haben“. Die Eröffnung sowie ein Aktionstag finden am 16. Oktober statt. Bis zum 31. Oktober kann die Ausstellung bei Sub e.V. in der Müllerstraße 14 (80469 München) besucht werden. SCHWULISSIMO hat mit den wundervollen Menschen, die dahinter stehen über das Projekt gesprochen.

 

Was bedeutet S’AG bzw. Wofür steht ihr?
S’AG steht für „Safety Aktionsgruppe“. Wir machen STI Prävention in der Münchner schwulen und queeren Szene. Dafür suchen wir immer wieder neue Ansätze, unsere Präventionsbotschaften abseits der klassischen „Kondom-Verteilaktionen“ zu verbreiten. Uns ist bei allen Aktionen immer besonders wichtig, Sex Positivity und Body Neutrality zu vermitteln und so die Szene – ohne erhobenen Zeigefinger – ein Stück weit offener zu gestalten.

Wie kann man solche Projekte und euch unterstützen?
Die S’AG ist ein ehrenamtliches Projekt und deshalb freuen wir uns natürlich vor allem, wenn unsere Events und Botschaften ankommen. Deshalb laden wir alle ein, sich die Ausstellung anzusehen, zu diskutieren und Sex-Positivität und Wissen zu STIs in ihre Freund*innengruppen zu multiplizieren. Ebenso helfen uns Spenden und vor allem auch persönliches Engagement, weitere Projekte zu finanzieren und durchzuführen. Wenn du uns auf Instagram oder Facebook folgst, bleibst du dazu immer aktuell und hast eine direkte Kontaktmöglichkeit.

Wie kommt man in den Genuss der Fotoausstellung?
Die Fotoausstellung ist vom 16.10 bis zum 31.10 im Schwulen Kommunikationszentrum München (SUB) zu sehen. Außerdem gibt’s einen zeitlich limitierten Twitteraccount, auf dem Bilder geteilt werden, die zu explizit für die Ausstellung sind – also es lohnt sich, @AgCrusing auf Twitter zu folgen.

Die Fotografieausstellung war über ein Jahr lang ehrenamtliche Arbeit – was waren die größten Herausforderungen und worauf seid ihr am meisten stolz?
Als größte Herausforderung hat sich der regnerische Sommer in München erwiesen – einige Termine mussten abgesagt werden oder sind im Regen geendet. Dennoch hat es sehr viel Spaß gemacht. Besonders stolz sind wir, dass wir es geschafft haben, sehr diverse und unterschiedliche Männer* vor die Linse zu bekommen. Verschiedene Körpertypen, cis und trans – alle haben uns ihr Vertrauen und ihre Zeit geschenkt und so sind richtig großartige Motive entstanden.

Warum gerade das Thema Cruising?
Wir wollen mit der Ausstellung zeigen, wie sexy Cruisen sein kann. Das Kribbeln, wenn man einen Ast knacksen hört, Blicke austauscht und sich am Tag oder in der Dunkelheit näherkommt. Cruising war und ist ein großer Bestandteil der schwulen Subkultur. Die Bedingungen haben sich natürlich geändert – früher gab es für viele Männer kaum eine andere Möglichkeit, Sex mit Männern zu haben. Homosexualität war strafbar, es gab keine Bars und Clubs oder gar Dating Apps. Heute ist es einfacher an Sex zu kommen, dennoch gibt es immer noch eine sehr aktive Cruising-Szene. Diese Art der Anbahnung wollen wir deshalb auf eine lustvolle Art highlighten.

Was waren die Inspirationen für die Fotos, die entstanden sind?
Die fotografierten Männer* haben ganz viel eingebracht, das natürlich auf eigene Erfahrungen zurückgeht – aber auch manchmal eine Situation nicht ganz so ernst transportiert. Die Bilder sind sehr unterschiedlich und uns war es wichtig, die Ausstellung auch mit verspielten, augenzwinkernden Bildern aufzulockern.

Wenn ihr die Fotoausstellung in drei Worten beschreiben müsstet, welche würden das sein?
Schwul, sexy & sinnlich

Auf was wollt ihr aufmerksam machen, mit dieser Ausstellung?
In erster Linie wollen wir unsere Präventionsbotschaften durch künstlerische Darstellung von sexpositiven Inhalten vermitteln. Wir wollen einen offenen Umgang mit Sexualität fördern und zeigen, dass (schwuler) Sex nichts Schmuddeliges ist und so für ein starkes, schwules Selbstbewusstsein eintreten. Außerdem wollen wir auf eine gewisse Spießigkeit und Prüderie, die sich in den letzten Jahren – auch in der Szene – entwickelt hat, aufmerksam machen. Wie sexuell „darf“ man als schwuler Mann auftreten – Stichwort Fetisch beim CSD. Sexuelle Emanzipation war und ist ein wichtiger Bestandteil der queeren Bewegung und sollte unserer Meinung nach gefeiert werden.

Wie kann man solche Projekte und euch unterstützen?
Die S’AG ist ein ehrenamtliches Projekt und deshalb freuen wir uns natürlich vor allem, wenn unsere Events und Botschaften ankommen. Deshalb laden wir alle ein, sich die Ausstellung anzusehen, zu diskutieren und Sex-Positivität und Wissen zu STIs in ihre Freund*innengruppen zu multiplizieren. Ebenso helfen uns Spenden und vor allem auch persönliches Engagement, weitere Projekte zu finanzieren und durchzuführen. Wenn du uns auf Instagram oder Facebook folgst, bleibst du dazu immer aktuell und hast eine direkte Kontaktmöglichkeit.

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