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Zwei trans* Frauen beleidigt und angegriffen
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Übergriff in Berlin-Spandau Zwei trans* Frauen beleidigt und angegriffen

co - 05.01.2023 - 16:06 Uhr

In Berlin fing das neue Jahr schon „gut“ an: Am Neujahrsmorgen wurden zwei trans* Frauen von unbekannten Männern beleidigt und angegriffen. Weil die Polizei ein Hassdelikt vermutet, ermittelt der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes.

Das geschah

Die beiden Frauen im Alter von 53 und 60 Jahren waren laut der Berliner Zeitung um 7:30 Uhr auf dem Heimweg. In Berlin-Spandau wurden sie an der Bushaltestelle am Rathaus von drei Männern angesprochen und trans*-feindlich beleidigt. Einer der Männer soll eine der Frauen daraufhin geschlagen und getreten haben. Ein anderer soll ihre Begleiterin mehrfach mit dem Kopf gegen eine Bank geschlagen haben. Die Männer ließen erst von den beiden Frauen ab, als ein Mitarbeitender der Verkehrsbetriebe (BVG) herbeieilte. Die Unbekannten flüchteten. Beide Frauen wurden im Gesicht verletzt und ambulant behandelt.

Weitere Übergriffe um den Jahreswechsel

Leider kam dieser Vorfall nicht allein: Schon am vergangenen Sonntag hatte die Berliner Polizei über drei andere LGBTI*-feindliche Übergriffe informiert. In Prenzlauer Berg nahm sie laut Tagesspiegel einen 50-Jährigen fest, der in einem Imbiss in der Landsberger Allee einen 35-jährigen Gast während einer Auseinandersetzung LGBTI*-feindlich beleidigte. Polizeikräfte in zivil hatten das Geschehen beobachtet, nahmen die Personalien auf und leiteten eine Ermittlung wegen Beleidigung in die Wege.

Ein zweiter Vorfall ereignete sich um 1:40 Uhr in Schöneberg: Zwei Männer im Alter von 30 und 35 Jahren wurden am Nollendorfplatz zunächst von einer Gruppe aus fünf Personen angesprochen und schwulenfeindlich beleidigt. Als der 30-Jährige darauf reagierte, sollen ihn zwei Personen aus der Gruppe getreten und ins Gesicht geschlagen haben. Der Mann ging dabei zu Boden und wurde im Gesicht und am Knie verletzt. Die übrigen Mitglieder der Gruppe versuchten zu schlichten. Während dessen wollte der 35-Jährige seinem Begleiter helfen, stürzte jedoch und schürfte sich die Knie auf. Die Gruppe flüchtete.

Um 7 Uhr am Neujahrsmorgen wurde ein 48-jähriger Mann, der sich zusammen mit zwei Bekannten in einer Bar an der Stendaler Straße aufhielt, zunächst von einem Unbekannten beleidigt und anschließend ins Gesicht geschlagen. Der Tatverdächtige entkam unerkannt. In allen Fällen ermittelt der Staatsschutz.

Neuer Höchststand

Laut dem 2. Monitoring-Bericht für homo- und transphobe Gewalt in Berlin nahmen Hass und Gewalt gegenüber LGBTI*-Personen binnen eines Jahres um 21 Prozent zu (SCHWULISSIMO berichtete). Zusammengestellt wurde der Bericht von der Berliner Initiative für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (IGSV). Ein besonderer Schwerpunkt war dabei Transfeindlichkeit: Zwei Drittel der befragten trans* Personen machten in den vergangenen fünf Jahren Gewalterfahrungen. Fast die Hälfte der befragten Personen machte solche Erfahrungen im Vorjahr.

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