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Geschlechtsneutrale Sprache muss in den Lehrplan integriert werden

Bundesverband Queere Bildung Geschlechtsneutrale Sprache muss in den Lehrplan integriert werden

km - 04.10.2021 - 16:34 Uhr

Verbote sorgen für Diskriminierung

Der Bundesverband Queere Bildung schlägt Alarm. Grund dafür sind die Verbote von „Sonderzeichen" für geschlechtergerechte Sprache im Schulunterricht. Schleswig-Holstein und Sachsen sind die ersten Bundesländer, die diese Regelungen auf den umsetzen und damit der Inklusion mithilfe von Sprache im Weg stehen.

Das Thema entfacht immer wieder Diskussionen. Im Sinne von Antidiskriminierung und Allgemeinbildung ist ein solches Verbot laut Bundesverband Queere Bildung „eine Katastrophe“. Es sei „besorgniserregend, dass Lerninhalte verboten werden sollen. Besonders, wenn sie sich auf ein respektvolles Miteinander, Antidiskriminierung und Menschenrechte beziehen“.

 „Wir fordern darum dazu auf, engagierten Lehrkräften und Schüler_innen die Freiheit zu geben, geschlechtliche Vielfalt auch auf sprachlicher Ebene zu thematisieren. Im Sinne flächendeckender und chancengleicher Bildung fordern wir außerdem dazu auf, Konzepte zu entwickeln, mit denen diese Inhalte nachhaltig in Lehrpläne und Lehrmaterial integriert werden sollen.“

Geschlechtervielfalt gehört zur Gesellschaft und deshalb auch zum Alltag. Ob bewusst oder nicht: die meisten von uns kennen nichtbinäre Menschen, also Personen, die weder Mann noch Frau sind. Das gilt unabhängig von Wohnort, Bildungsgrad oder Arbeitsumfeld – denn Geschlechtsidentität ist keine Wahl und Menschen nicht anzusehen. So wird über Personen(gruppen) gesprochen, deren Geschlecht nicht bekannt ist.  

„Nur, wenn dieses Wissen früh und allgemein zugänglich ist, ist inklusive Sprache eine Selbstverständlichkeit und kein Elitenhobby“

Aber: Geschlechtsneutral zu sprechen, ist nach den bisher gelehrten Regeln in der deutschen Sprache kaum angelegt. Das Sprechen mit und über nichtbinäre Personen sogar noch weniger. Wo dazu aufgefordert wird, ausschließende und falsche Geschlechtszuschreibungen zu vermeiden, herrscht zum einen Unsicherheit: „Wie formuliert man den Satz?“, und zum anderen Verwirrung: „Kann man das überhaupt noch lesen?“

Umso wichtiger, dass Schulen ein Lern- und Austauschort sein können. Darüber, was Sprache kann und was sie (noch) nicht kann. Denn nur wenn dieses Wissen früh und allgemein zugänglich ist, ist inklusive Sprache eine Selbstverständlichkeit und kein Elitenhobby.

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