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Entdeckerziele Glitzerndes Nevada: Reno, Carson City & Downtown Las Vegas

rb - 26.10.2018 - 07:00 Uhr

The Silver State, so wird Nevada auch genannt. Hier wurden Gold und Silber in rauen Mengen gefunden, heute ist es glitzerndes Spieler-Paradies und zugleich Ort der künstlerischen Befreiung. Wüste und Schnee, Cowboys und Schurken, eine quirlige schwule Szene und Entertainment vom Feinsten – das alles ist Nevada, und noch viel mehr.

Reno: Künstler & Spieler

Ein Traum wird wahr: Nevada erleben und sich verlieben. Hier kann man sehr einfach heiraten. Und sich wieder scheiden lassen. Und das nicht nur in Las Vegas. Vieles ist leicht in Nevadas. Die Leute sind besonders freundlich und easy going. Das merke ich schon am Flughafen. Mein erstes Ziel: Die größte kleine Stadt der Welt – Reno. Umsteigen in Las Vegas. Nach einer Stunde bin ich in einer anderen Klimazone. Während im südlichen Vegas die Wüste heiße Temperaturen vorgibt, liegt Reno im Nordwesten des Staates, unweit vom Gebirge. Mit dem Shuttle fahre ich zum Peppermill Resort, einer dieser gigantischen Hotelkomplexe, unweit vom Stadtzentrum gelegen. An Galerien von „einarmigen Banditen“ und Pokertischen vorbei zur Rezeption. Über 1600 Zimmer, fast 800 Suiten, 10 Restaurants und 15 Bars. Dazu noch Shows am laufenden Band, eine riesige Spa-Area. Und das Beste daran – es ist umweltfreundlich. Denn die Anlage wird mit Energie gespeist, die aus heißen Quellen von Tiefenbohrungen stammt. Es ist fabelhaft, dass dieser Luxus und diese Annehmlichkeiten nicht so sehr auf Kosten der Umwelt gehen. Man legt Wert auf Stil: Die Zimmer und Flure werden als Ausstellungsfläche für Kunst genutzt. Nach der langen Reise ziehe ich mich erst mal in den üppigen Spa-Bereich zurück und lege ein paar Meilen auf einem Laufband im riesigen Fitness-Center hin.

Alexis treffe ich am Believe-Sign auf der City Plaza. Ein paar Skater üben hier am Ufer des romantischen Truckee River. Reno ist eine grüne Stadt, mit schönen Parks, in denen oft Festivals und Events stattfinden. Und Kunst allerorten. Das alljährliche Burning Man-Festival hat Reno seit Jahren stark geprägt. Dieses außergewöhnliche Event in der Wüste bei Reno ist mittlerweile weltbekannt, zieht Künstler und Party People wie ein Magnet an. Bei unserem Streifzug durch die Straßen sehen wir natürlich auch die Casinos, Clubs und Spielstätten. Davon lebt die Stadt sehr gut. Doch ein Imagewechsel ist angesagt. Reno ist jetzt ein Ort der Kultur. Es gibt daneben auch herrliche Boutiquen, wo man schön shoppen kann, und nette Cafés zum relaxen. Mit Amanda nehme ich den Brunch im Nevada Museum of Art. Dort steht die Verbindung von Nachhaltigkeit und Kunst in Vergangenheit und Gegenwart im Fokus. Mediale Installationen, klassische Gemälde und Fotografien beleuchten die Auseinandersetzung zwischen menschlicher Kultur und Umwelt. Auch das Burning Man-Festival wird hier dokumentiert und archiviert. Dessen Credo ist stets die Vereinbarkeit von künstlerischer Freiheit und Umweltbewusstsein gewesen. Aktuell wird auch das Projekt „Orbital Reflector“ vorgestellt, bei dem ein Kunst-Satellit ins All geschossen werden soll. Dann bin ich mit Bethany im Oceano-Restaurant des Peppermill verabredet. Wir reden über meine Eindrücke des Tages und lassen uns delikates Sushi schmecken.

Carson City: Hauptstadt mit Flair

Ich checke aus. Weiter geht es zur zweiten Station meiner Nevada-Reise. Guy, der mir schon als Geschichtsexperte angekündigt wurde, holt mich im Peppermill ab. Er hat mehrere Bücher zur Historie von Nevada geschrieben. Wir fahren nach Carson City, die Hauptstadt von Nevada. Hier arbeitet der Gouverneur, hier tagt der oberste Gerichtshof des Staates. Myron, der Direktor des Nevada State Museum, empfängt mich und zeigt mir die Schätze des Hauses. Die Ur- und Frühgeschichte wird sichtbar in der Abteilung für Native Americans der Region. Im Tresorraum darf ich besonders wertvolles Kunsthandwerk der verschiedenen Stämme bewundern. Das Gebäude befindet sich in der ehemaligen Münzanstalt, also darf der Silver Dollar nicht fehlen. Mammut und Mumien sind ebenfalls zu bestaunen. Dann legendäre Exponate aus der Welt des Glücksspiels. Weiter geht es zum Nevada State Railroad Museum. Hier sind mehr oder weniger schnittige Modelle der Eisenbahngeschichte zu betrachten. Ich klettere bei einem Dampfross mal auf den Lokomotivstand und fühle schon fast wie ein Heizer. Logisch, dass ich im Souvenirshop auch eine Heizermütze erstehe, im klassischen Streifenlook. Dann bringe ich mein Gepäck in das Hardman House Hotel. Hier sollen zu Tagungszeiten sogar Nevada-Senatoren Unterkunft nehmen. Abends holt mich Bethany, die in Carson City ihr Büro hat, zum Dinner ab. Vorher nehmen wir noch ein paar Bier-Kostproben in der Shoe Tree Brewing Company zu uns. Im Sassafras Eclectic Food Joint nebenan gibt es leckere Gerichte für jeden Geschmack, wie der Name schon sagt.

Mit Chris fahre ich am nächsten Morgen nach Virginia City, eine erhaltene Siedlung der früheren Gold- und Silberminen. Heute ist es touristischer Anziehungspunkt mit Wild West-Flair. Wir nehmen an einer Revolverhelden-Show teil, essen den Hoss-Burger im Bonanza-Saloon. In diesem Städtchen ging es wohl früher hoch her, Bikertreffen finden öfters statt, und die Männer von der Ponderosa-Ranch haben hier in der bekannten TV-Serie ihre Vorräte eingekauft. Ein weiteres Highlight ist Lake Tahoe, an der Grenze zu Kalifornien. Im Winter ein klasse Ski-Gebiet, im Sommer Ausflugsziel für Segelfreunde. Und Frank Sinatra hat in der Cal-Neva Lodge rauschende Partys gegeben. Tolles Wetter und ein Ort, der zum Schwärmen verführt.

Downtown Las Vegas: Wiege des Entertainment

Las Vegas: Dazu ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Schwules Leben und Nightlife sind hier ganz groß. Downtown liegt ein paar Meilen vom Strip entfernt und ist die ursprüngliche Seite der Stadt. Die altehrwürdigen Casinos mit Patina machen etwas Gänsehaut. Denn hier tummelten sich die Schurken der frühen Jahre, und davon gibt auch das Mob Museum gegenüber von meinem Hotel, dem Downtown Grand, einen Eindruck. Auf mehreren Stockwerken werden die Geschichte und Geschicke der Stadt anhand des prägenden Einflusses des organisierten Verbrechens ausgebreitet. Las Vegas leugnet nicht den Mafia-Hintergrund seines Erfolgs – es steht dazu. Sehr spannend. Richard holt mich danach ab zu einem gänzlich anderen Aspekt von Downtown. Auf der Pop Culture Walking Tour lerne ich die Mischung aus Kunst und Kommerz kennen, welche die Faszination der Stadt ausmacht. Im Fremont District finden sich die berühmten Neon-Ikonen und Spieler-Tempel. Im Arts District extravagante Kunst-Installationen und Galerien. Im Atomic Liquors machen wir einen kurzen Halt bei einem Drink: Von hier aus haben Mitte des vorigen Jahrhunderts Barbesucher die Atompilze des nahen Test-Geländes betrachtet. Höhepunkt des Abends ist das Spektakel der Fremont Street Experience: Eine medial überdachte Fußgänger-Passage mit Entertainment pur. Später am Abend geht es noch zum Neon Museum, wo die berühmten Leuchtreklamen der früheren Casinos ihren Zauber verbreiten. Denn Las Vegas ist ja ständig im Umbruch, und neue, noch schönere Paläste des Entertainments werden eröffnet. Doch hier, in Downtown, fing alles an. Ein bisschen Nostalgie ist schon dabei. Im Triple George Grill treffe ich Molly, die selbst von sich sagt, dass sie Downtown besonders attraktiv findet bei Tag und bei Nacht: Es liegt etwas abseits des touristischen Epizentrums am Strip, ist etwas rauer vielleicht, ohne die rein glänzende Oberfläche, dafür sehr authentisch. Sin City eben, wie sie war und noch ist. Mit Jack fahre ich am nächsten Tag, kurz vor meinem Rückflug, noch in den Red Rock Canyon. Mit dem pinken Jeep geht es erst mal auf der Panoramastraße entlang, dann mit Vierradantrieb über Stock und Stein, vorbei an den namensgebenden rötlichen Felsformationen. Hier war vor Millionen Jahren mal ein Meer, heute kann an den schroffen Steilwänden geklettert werden, und die interessante Flora und Fauna regt zum Staunen an.  Tja, was soll ich sagen: Nevada ist nicht nur vielseitig, sondern insgesamt ein überwältigendes Erlebnis.

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