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Entdeckerziele Linz: Kultur-Hotspot an der Donau

rb - 26.08.2019 - 07:00 Uhr

Früher eine Stadt des Stahls, heute kulturelles Überraschungspaket: Linz hat sich gemacht. Zahlreiche Festivals und Initiativen haben der Donau-Stadt ein völlig neues Image gegeben. Auch für den Gaumen ist gesorgt: Schicke Restaurants und nette Cafés laden ein zum Flanieren in der drittgrößten Stadt Österreichs, die nicht weit von der deutschen Grenze liegt.

Torte und Sinnesrausch

Natürlich wird heute auch noch Stahl in Linz hergestellt, und das auf Weltniveau. Allerdings hat hier ein Umdenken stattgefunden. Schutz der Umwelt und soziale Verantwortung stehen jetzt im Mittelpunkt. Begründet liegt dies auch in der historischen Bürde, die Linz zu tragen hat: In Zeiten der NS-Diktatur war es zu einem Lieblingsobjekt der Machthaber geworden. Diese Bürde wird akzeptiert und zugleich aktiv umgestaltet. Linz ist Friedensstadt. Mit dem Zug komme ich aus Wien an. Im Hotel Star Inn, modern und zentral gelegen, treffe ich Georg Steiner. Er ist hier Tourismusdirektor, und das mit Leib und Seele. Beim Frühstück reden wir über das Motto der Stadt: „Linz verändert“. Durch die vielfältigen Eindrücke, die hier zu erleben sind, hat Linz sicher einen positiven Einfluss auf das Bewusstsein der Besucher. Die Sonne lacht, und mit Eva Hofer gehe ich diesen Eindrücken auf den Grund. In der Altstadt wandeln wir durch enge Gassen und an prachtvollen Gebäuden vorbei. Adalbert Stifter lebte hier als Dichter und schuf seine wunderlichen Erzählungen. Mozart hat Station gemacht in Linz. Das Besondere an dieser Stadt ist wohl die Symbiose von Tradition und Innovation. Auf der einen Seite die Beschaulichkeit und Gemütlichkeit, auf der anderen der progressive Wagemut. Shopping macht ebenfalls großen Spaß: Im „Zimmer Kuchl Kabinett“ findet man viele kleine Dinge zum Entdecken und Verwöhnen. Die Linzer Torte ist auch ein kulinarisches Highlight. Das Rezept dazu hat im 17. Jahrhundert eine  Gräfin veröffentlicht. Es gibt einige Varianten,  diejenige mit Marmelade aus Roten Johannisbeeren gilt als Standard. Als Souvenir nehme ich mir für die Daheimgebliebenen eine Mini-Ausführung mit. Die Einkaufsmeile erstreckt sich entlang der Landstraße, die zum Hauptplatz führt. Dort ist auch die Nibelungenbrücke über die Donau. Es ist Markttag, mit Flohmarkt. Wir schauen uns die Stände mit ihren originellen Waren an. Dann wird es Zeit für den Lunch. Den nehmen wir im urigen Lokal „Leberkas Pepi“. So viele unterschiedliche Sorten Leberkäse habe ich noch nie gesehen. Ich versuche mal den mit Chili. Mmh, lecker.

Am Nachmittag besuche ich das OÖ Kulturquartier. In diesem Gebäudekomplex befindet sich auch das Offene Kulturhaus, wo ich die Kunstvermittlerin Sarah Decristefero treffe. Im Kulturquartier finden  Ausstellungen und Events statt. Das Kulturhaus ist beliebte Begegnungsstätte für Einheimische und Besucher von Linz, die sich für zeitgenössische Kunst interessieren. Sarah nimmt mich mit auf den Rundgang „Sinnesrausch“, bei dem wir bis hinauf zum dem eindrucksvollen Holzturm steigen, der einen fabelhaften Blick auf die Stadt bietet. Das Dach des Gebäudes ist mit begehbaren Kunstwerken ausgestattet, die man physisch erleben und bestaunen kann. Einen ganz anderen Blick auf Linz bietet der Pöstlingsberg, den man mit einer sehr steilen Schienenbergbahn erreicht. Hier gibt es auch eine Wallfahrtskirche und eine Fotogalerie.

Ars Electronica und Murals

Am nächsten Morgen bin ich mit Andreas Bauer verabredet, der das Ars Electronica Center leitet. Diese einzigartige Institution liegt direkt am Ufer der Donau. Der Glasbau beherbergt eines der interessantesten Technologie-Projekte: Hier wird geforscht, gesammelt und Wissen vermittelt. Das Gebäude wurde im Zusammenhang mit der Ernennung von Linz zur Europäischen Kulturhauptstadt im Jahre 2009 erweitert und modernisiert. Das Projekt widmet sich den Wechselbeziehungen von Mensch und futuristischer Technik in allen Bereichen. Sehr spannend! Andreas lädt mich in das „Deep Space 8K“: Die 3D- und Lasershow ist phantastisch und eröffnet mit der spektakulären Bildauflösung erstaunliche Einblicke. Ich habe viele Fragen, die mir Andreas beim Rundgang durch  das Museum und Institut auch beantwortet. Hier gibt es Ausstellungen zu verschiedenen Technologie-Themen, HandsOn-Erfahrung möglich und erwünscht. Außerdem Labore, wo geforscht wird zu Robotik, Neurowissenschaften und Gentechnik. Wer alles sehen möchte, der sollte ruhig einen ganzen Vormittag dafür einplanen. Und im Restaurant Cubus vor Ort anschließend schön speisen. Einen ganz anderen kulturellen Eindruck kann man im Mural Harbor von Linz gewinnen. Linz hat einen großen Hafen, der sich jetzt auch als Graffiti-Galerie einen Namen gemacht hat. Mit dem Boot oder zu Fuß kann man die großflächigen Sprühkunstwerke bewundern und sich sogar selbst mal als Sprüher versuchen. Abgerundet habe ich meinen eindrucksvollen Besuch in Linz mit einem abendlichen Show im Musiktheater: Das Tanzstück „Marie Antoinette“ schildert ergreifend die glamouröse und tragische Lebensgeschichte der österreichischen Edeldame, die Opfer der Revolution wurde.

Mehr Infos:

www.linztourismus.at
www.austria.info

 

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