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Entdeckerziele Schmilka: Hideaway in der Sächsischen Schweiz

rb - 29.03.2019 - 07:00 Uhr

In der äußersten südöstlichen Ecke von Deutschland, an der Grenze zur Tschechischen Republik, liegt ein Dorf, das Erholung und Freude bereitet. Schmilka ist ein Unikum auf der touristischen Landkarte. Das Projekt und sein Gründer sind vorbildlich in Sachen Nachhaltigkeit, die Gäste erleben hier urige Atmosphäre und Wohlergehen für Körper und Seele.

Das Bio-Refugium des Herrn Hitzer

Ines holt mich am Flughafen in Dresden ab. Wir fahren in den Abendstunden Richtung tschechische Grenze. Schmilka ist ein Ortsteil von Bad Schandau, das auch für seine Kurangebote bekannt ist. Im Hotel Helvetia begrüßt uns Madlen. Sie gibt mir einen Überblick über dieses Kleinod, das auch schon als „Schönstes Dorf Sachsens“ ausgezeichnet worden ist. Entlang der Elbe spazieren wir anschließend ein paar Schritte zur Villa Thusnelda, wo ich das Privileg habe, das Kapitänsloft zu beziehen. Es ist ein geräumiges Apartment mit Blick auf die Elbe, der Duft der geseiften Holzdielen umschmeichelt die Nase. Räumlichkeiten und Einrichtung sind auch für eine Reisegruppe geeignet. Heute Abend lassen wir es uns richtig gut gehen. Im Bio-Restaurant „Strandgut“ kommen gesunde und schmackhafte Gerichte auf den Tisch: Salat vom Buffet,  Fenchel-Orangencremesuppe, Forellenfilet, hinterher Schwarzwälder Kirsch im Glas. Anschließend spielt das Duo Karras in der Schmilk'schen Mühle zum Tango auf.

Wir befinden uns hier am Rande des Nationalparks Sächsische Schweiz, mit ziemlich einzigartigen Felsformationen und einer geschützten Tier- und Pflanzenwelt. Es ist ein sehr beliebtes Ziel für Wanderausflüge. Maler wie Caspar David Friedrich und andere Künstler haben das romantisch-verwunschene Elbsandsteingebirge gerne als Motiv für ihre Werke auf die Leinwand gebracht, daher wird eine bekannte Wanderroute auch „Malerweg“ genannt. Am nächsten Morgen bin ich mit Stephanie vom Nationalparkzentrum in Bad Schandau verabredet. Sie zeigt mir die Ausstellung zur Flora und Fauna der Region. Fledermäuse, Otter und Luchse haben hier ein fabelhaftes Dasein.

Zum Mittagessen treffe ich den Gründer des Bio-Refugiums Schmilka: Sven-Erik Hitzer ist eigentlich Gärtner von Beruf. Daher stammt wohl auch seine Liebe zur Natur und deren Erhalt, sowie seine Wanderlust. Seine kreative Ader konnte Sven-Erik in einem anschließenden Designstudium erschließen. Unermüdlich hat er sich nach der Wende auch einen Namen als Veranstalter von Mittelaltermärkten gemacht. Und dann nahm er sich vor, die architektonischen Denkmäler der Region zu restaurieren und touristisch zu nutzen. Er wurde bisher mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht. Seine Biografie lässt vermuten, dass er ein Hans-Dampf ist. Als ich ihm im Restaurant gegenüber sitze, entsteht allerdings ein anderer Eindruck. Der umtriebige  Unternehmer erweist sich als nachdenklicher und sympathischer Mensch, dem seine Visionen so wichtig sind, wie die Menschen, die selbige mit ihm umsetzen. Nachhaltigkeit ist ein Schlüsselwort in unserem Gespräch. Wirklich jedes Detail bei der Planung und Durchführung des Projekts Schmilka ist sehr durchdacht. Sven-Erik erklärt mir, wie die Zimmer der verschiedenen Unterkünfte im Dorf nach neuesten Öko-Standards gestaltet wurden. Ebenso die Auswahl und Zubereitung der Speisen und Getränke der Gaststätten. Hier treffen altes Handwerk auf  neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Zeit vergeht im Fluge, dann brechen wir auf zu einer kleinen Führung. Die Straße runter, dann links hoch zum eigentlichen Dorfkern. Hier gibt es eine funktionsfähige Mühle, die das Mehl für das tägliche Brot des Bäckers gegenüber liefert. Daneben eine Brau-Manufaktur, die niedlichen Fachwerkhäuser wirken wie aus der Zeit gefallen. Und Sven-Erik ist noch lange nicht fertig. Schmilka ist für ihn ein Lebensprojekt geworden. In der gemütlichen Mühlenstube, mit Blick auf das Badehaus, setzen wir uns zu Kaffee und Kuchen. Die Kuchen werden auch täglich frisch nach altem Rezept gebacken, sind groß wie Wagenräder und schmecken köstlich. Zu uns stößt Moritz, der Sohn und Juniorchef. Er hat, neben den organisatorischen Aufgaben im Dorf, auch noch ein eigenes Unternehmen: Mit Susanne stellt er feinste Schokoladen her. Heraus kommt die Adoratio Schokoladenkunst. Alles nach alter Tradition, mit Bio-Zertifizierung, auch auf Nachhaltigkeit wird großen Wert gelegt. Abends wird wieder lecker getafelt im Strandgut: Pochierter Tafelspitz mit Tomaten-Kapernsauce und Kräuterkartoffeln, in der Mühle gibt es wieder Live-Musik.

Entspannen & Genießen

Da ich ein großer Freund von frisch gebrautem Bier bin, nehme ich am nächsten Vormittag an einer Führung teil. Ein echtes Original ist der Braumeister, der uns durch die verschiedenen Bereiche geleitet. Es gibt saisonale Sorten und zwei Biere, die das ganze Jahr gebraut werden. Süffig und schmackhaft, passend zu den deftigen Speisen, die in Schmilka auf den Teller kommen. Danach geht es in die Bäckerei, wo noch nach alter Sitte mit dem Holzofen gebacken wird, natürlich kommt das Mehl für Brot und Kuchen aus der alten Mühle gegenüber. Und wer sich danach schön entspannen möchte, der geht in das Badehaus, wo die Sauna mit Aufgüssen aus ätherischen Bio-Ölen lockt. Seinen Wasserhaushalt kann man anschließend mit Edelsteinwasser ausgleichen. Der Duft von Heu und Holz beflügelt die Sinne. Rundum glücklich packe ich jetzt meine Koffer und fahre nach Bad Schandau. Im Hotel Elbresidenz treffe ich Ines Kretzschmar, die mir die großartige Anlage des Fünfsterne-Hotels zeigt. Es musste nach dem Hochwasser renoviert werden, besteht jetzt aus einem großzügigen Ensemble aus mehreren Häusern, das höchsten Ansprüchen genügt. Bad Schandau ist ein bekannte Kurort, dazu passt natürlich hervorragend das hauseigene Spa mit gediegener Atmosphäre. Nebenan ist die Toskana Therme, die sich dem ganzheitlichen Wellness-Genuss verschrieben hat: Entspannen in den Saunawelten, sich von Farb- und Lichtfluten umschmeicheln lassen beim Badespaß. Kulinarisch werde ich hier verwöhnt mit einer schnuckeligen Mini-Kohlroulade, die herrlich auf der Zunge zergeht. Ein würdiger Abschluss für eine wundervolle Reise in die Sächsische Schweiz.

Mehr Infos:
www.schmilka.eu
www.saechsische-schweiz.de
www.sachsen-tourismus.de

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