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Fußgängerzone Marais // © olrat
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Le Marais Das angesagteste Viertel von Paris

kk - 05.07.2019 - 07:00 Uhr

Paris: Die Stadt der Liebe für alle. Natürlich auch für Gays und die Szene zieht es momentan ins angesagteste Viertel der französischen Hauptstadt – nämlich nach Marais.

Die Metropole hat sich schon seit einiger Zeit zum Reisemekka gemausert, so ist Paris nicht nur die meistbesuchte Stadt der Welt, sondern auch für LGBTI*-Reisende faszinierend und wählte als erste Hauptstadt überhaupt im März 2001 einen offen schwul lebenden Mann zum Bürgermeister. Im selben Jahr wurde mit sage und schreibe 700.000 Teilnehmern eine fulminante Gay Pride in den Straßen von Paris gefeiert und auch wenn Frankreich im Allgemeinen als eher bürgerlich sowie konservativ gilt – Paris steht stets für Toleranz und Freiheit.

Und mitten in Paris befindet sich mit dem Viertel Marais das schwul-lesbische Zentrum der Stadt, in dem man wunderbar feiern, hip shoppen (sogar am Sonntag!) oder einfach nur entspannt genießen kann. „Le Marais“ wie die Pariser den Ort nennen, besteht aus dem 3. und 4. Arrondissement und gilt inzwischen als eines der teuersten und schicksten Viertel der Stadt. Die Gentrifizierung hat auch hier ihren Preis, so dass die Mieten dort rasant anstiegen. Dafür ist Marais natürlich nun auch voller toller Restaurants und Bars und heißt Besucher aus der ganzen Welt mit offenen Armen willkommen. Die größte Schwulenszene Europas trifft sich dort und macht damit die Stadt der Lichter noch leuchtender und schillernder.

Dabei ist die Geschichte von Marais eher trist, denn es handelte sich lediglich um ein Sumpfgebiet vor der Stadt und so heißt Marais auf Deutsch auch „Sumpf“. Als Mitglieder des Tempelordens diesen im 13. Jahrhundert trockenlegten wandelte sich die Gegend und mauserte sich schließlich im 17. Jahrhundert zum beliebten Wohngebiet des Adels: Damals entstanden hier viele prachtvolle Stadtpaläste und Villen. Zudem war Marais die erste jüdische Siedlung der Stadt und blieb bis heute das jüdische Viertel. Unbedingt sollte man deshalb auch einigen kulinarischen Spezialitäten einen Besuch abstatten wie zum Beispiel dem Falafal-Restaurant „L’as du Fallafel“: Das Lieblingsrestaurant von Superstar Lenny Kravitz bietet angeblich die besten Kichererbsen-Bällchen der Stadt an. Empfehlenswert ist auch die jüdische Bäckerei Korcarz, die mit ihrer goldig sandfarbenen Fassade schon längst zum Touristenmagneten wurde und die beeindruckenden Kuchen sind nicht nur ein Leckerbissen, sondern auch ein Augenschmaus. Derart gestärkt, kann man sich dann in die weiteren Sehenswürdigkeiten und Highlights von Marais stürzen.

Der In-Stadtteil wirkt mit seinen engen Gässchen wie ein romantischer Filmdrehort und liegt wunderbar zwischen dem Place de la République, der Bastille und der Seine: Hier ist natürlich auch der ideale Treffpunkt, wo sich die Stars der Pariser Kunst-, Mode- und Schwulenszene perfekt in Szene setzen können. Und apropos Mode: Marais ist natürlich auch der Hotspot in Sachen Shopping, die trendigsten Geschäfte finden sich in der Rue des Franc Bourgeois oder in der Rue Charlot. Von Luxuslabels hin zu Second-Hand-Shops finden Fashionistas hier alles, was das Herz begehrt. Aber auch in Sachen Kunst ist Marais Vorreiter, denn hier befinden sich neben vielen originellen Galerien auch das berühmte Centre Pompidou. Allein die futuristische Fassade gilt als Ikone der Moderne, doch das Museum für moderne Kunst hat stets spannende Werke zu bieten sowie ein Kino, eine Bibliothek und ein Restaurant.
 

Neben Kunst und Kultur haben sich in Marais aber seit dem Ende der Siebziger auch hunderte neue Etablissements gegründet, einige davon sind reine schwule Bars, Nachtclubs oder Cafés über denen die allseits bekannte Regenbogenfahne weht. Und all das liegt inmitten einem besonderen Flair, denn in Marais fühlt man sich an das mittelalterliche Paris erinnert, der Stress der Großstadt ist hier verschwunden. Dennoch ist es hier keineswegs ruhig, denn Marais verfügt über ein pulsierendes Nachtleben und hat hier einiges für die LGBTQ-Szene zu bieten. Ob Weinbars oder Happy Hour, die Nacht startet fröhlich für Gays, die in diversen originellen Schwulen-Etablissements durchfeiern können. Berühmtberüchtigt ist zum Beispiel die „Raidd Bar“: Stichwort Darsteller und Dusche. Äußerst spaßig geht es auch im L’Enchanteur zu, eine Karaoke-Bar, in der man garantiert gute Laune bekommt. Die älteste Schwulenbar Marais ist im Übrigen das „Duplex“ und diese eröffnete im Jahr 1980.

Am nächsten Morgen, oder wohl doch eher Mittag, kann man sich wieder bei einem typisch Pariserischen Brunch stärken und der beste Ort dafür ist der älteste Freiluft-Lebensmittelmarkt in Paris, der „Marché des Enfants Rouges“ in der Rue de Bretagne: Hier fühlt man sich einerseits wie in einem kleinen charmanten Dorf, andererseits wie im Zentrum aller Hipster. Für einen Brunch sind aber auch das wunderbar dekorierte „Dôme du Marais“ in der Rue des Francs-Bourgeois empfehlenswert oder in der 14 Rue Saint-Merri das „Who's“. In der Rue du Trésor 7 findet man das hippe Café du Trésor, das zum einen mit seinen barocken Sofas und vielen Spiegeln sehr gemütlich ist, zum anderen aber auch ziemlich verrückt – denn in den Toilettenkästen schwimmen zum Beispiel lebendige Fische! Wer es romantischer mag, kann bei Kerzenlicht im La Candelaria in der Rue de Saintonge 52 bei Tacos und Margarita-Cocktails das einzigartige Marais-Flair genießen.

Entspannen kann man auch wunderbar in der Place des Vosges im Marais, manche sagen sogar, das sei überhaupt der schönste Ort in ganz Paris: Die Architektur und Bauweise des Platzes ist tatsächlich einzigartig und zu allen Seiten hin einheitlich. Hier liegen neben üppigen sowie skulpturalen Gärten auch beeindruckende Stadtvillen, in denen man Modeateliers, Kunstgalerien und sogar eine Synagoge findet. Hier befindet sich übrigens auch das Victor Hugo Museum, denn der Autor lebte hier und schrieb sein Meisterwerk „Der Glöckner von Norte-Dame“ sowie große Teile von „Les Misérables“. Überhaupt sind in Marais viele dieser alten Stadtpaläste zu finden und in diesen kann man so einiges entdecken: Von interessanten Ausstellungen bis hin zu charmanten Cafés.

Wer übrigens im Marais übernachten will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen, denn die Hotels sind inmitten eines solchen trendigen Viertels natürlich ein wenig teurer – Allerdings lohnt es sich auch, gerade hier vom Duft herzhaften Kaffees und frischen Croissants geweckt zu werden.

Fazit: Marais ist ein äußerst buntes Viertel, das eine faszinierende Mischung aus dem historischen Paris, einer jüdischen Siedlung und einem schwulen Viertel darstellt. Diesem besonderen Juwel in einer Stadt voller Schätze sollte man also unbedingt einen Besuch abstatten!

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