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Gynäkomastie // © Geber86
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Gynäkomastie Was steckt dahinter und wer ist betroffen?

ms - 29.09.2018 - 07:00 Uhr

Im Volksmund Männerbusen genannt, heißt dieses Phänomen medizinisch Gynäkomastie, abgeleitet von dem Griechischen "Gynä" für Frau und "Mastos" für Brust: Dabei handelt es sich durch eine beidseitige oder auch einseitige Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann. Wie es genau dazu kommt, wer davon betroffen ist und was man dagegen tun kann, soll im Folgenden erklärt werden:

Eigenschaften der Gynäkomastie:
Vereinfacht gesagt, ist eine Gynäkomastie ein weibliches Brustwachstum, das bei Männern auftritt. Ähnlich wie in der Pubertät von Mädchen wächst dann auch beim Mann das Drüsengewebe in bestimmten Stadien. Deshalb werden medizinisch auch verschiedene Grade der Gynäkomastie unterschieden: Es kann sich nämlich um einen natürlichen (physiologischen) oder einen krankhaften (pathologischen) Verlauf der Gynäkomastie handeln, so dass es auch unterschiedliche Behandlungsmethoden gibt.

Symptome einer Gynäkomastie:
Im Grunde ist eine Gynäkomastie keine Krankheit, sondern ein Symptom, deren Auslöser vom Arzt (als erstes wendet man sich am besten an den eigenen Hausarzt) gefunden werden muss: Erst dann kann man mit einer entsprechenden Therapie beginnen. Die Beschwerden bei einer Gynäkomastie sind dabei relativ subjektiv, so kommt es beispielsweise zu einer Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen, Bewegungseinschränkungen oder einem Spannungsgefühl in den Brüsten. Vor allem bei Jugendlichen ist eine Gynäkomastie auch eine psychische Belastung, denn man traut sich deshalb kaum in öffentliche Schwimmbäder oder Sport-Umkleidekabinen.

Ursachen und Risikofaktoren bei einer Gynäkomastie:
Oft liegt die Ursache einer Gynäkomastie in einem Ungleichgewicht des männlichen Hormonhaushaltes und hier gibt es viele Faktoren, die eine Rolle spielen können wie ein normaler physiologischer Prozess, Medikamenteneinnahme oder Drogenkonsum. Ein Arzt muss zudem unterscheiden, ob es sich bei dem "Männerbusen" nicht auch um eine Pseudogynäkomastie (Lipomastie) handeln könnte, denn hierbei wird nur Fett eingelagert, so dass es sich um ein Übergewichtsproblem handeln könnte.

Verschiedene Formen der Gynäkomastie:

  • Physiologische Gynäkomastie: Hier sind die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) und das männliche Geschlechtshormon (Testosteron) aus dem Gleichgewicht geraten und die Östrogene haben im Körper des Mannes zugenommen.
     
  • Neugeborenengynäkomastie: Fast 60 Prozent der männlichen Babys sind von diesem Brustansatz nach der Geburt betroffen. Normalerweise verschwindet dieser jedoch nach einiger Zeit wieder.
     
  • Pubertätsgynäkomastie: Da in dieser Zeit oftmals die Sexualhormone "verrückt spielen", kommt auch der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht und es werden mehr weibliche Botenstoffe gebildet. Diese Art der Gynäkomastie bildet sich in der Regel bis zum 20. Lebensjahr wieder zurück.
     
  • Altersgynäkomastie: Die Produktion von Testosteron nimmt ab, der Fettgewebe-Anteil im Körper steigt jedoch und beide Faktoren sorgen so gemeinsam für ein beginnendes Brustwachstum.
     
  • Pathologische Gynäkomastie: Hier ist ein krankhafter Vorgang im Körper die Ursache, der entweder direkt in der Brust vonstattengeht oder der die Balance der Hormone stört.
     
  • Erbliche Gynäkomastie: Hierbei ist das Problem bereits in der Familie verbreitet, es kann zum Beispiel sein, dass Abschnitte der Erbsubstanz DNA fehlen.

 

  • Gynäkomastie durch Drogen, Medikamente oder Pflegeprodukte: Oftmals spielen äußere Faktoren bei dem männlichen Brustwachstum eine Rolle. Zum Beispiel kann die Einnahme von Antidepressiva den Hormonhaushalt stören, aber auch in manchen Pflegeprodukten stecken winzige Mengen von weiblichen künstlichen Hormonen, die in den Blutkreislauf gelangen können.


Behandlung einer Gynäkomastie:
Nach der Anamnese und der Klärung der Ursache wird der behandelnde Arzt eine passende Behandlung einleiten: Im Prinzip ist dabei stets das Ziel den Hormonhaushalt wieder in die richtige Balance zu bringen. Dazu kann man die Ernährung umstellen, mehr Bewegung sowie Sport verordnen oder aber auch medikamentös vorgehen. Bei einer Ernährungsumstellung sollte man zum Beispiel auf Bier verzichten, da der Hopfen darin ähnlich wie Östrogen wirkt und für ein Wachstum der Brust verantwortlich sein kann. Möglich ist auch eine Operation, hierbei wird chirurgisch die Brust entfernt, die Kosten werden dabei oftmals von den Krankenkassen übernommen.

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