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Männervorsorge // © DjelicS.
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Männervorsorge Vorsicht ist besser als Nachsicht

kk - 02.12.2020 - 10:00 Uhr

Niemand ist gerne krank, aber richtig krank werden, obwohl man es hätte verhindern können? Viele Krankheiten können nämlich gut behandelt werden, sofern man sie früh erkennt: Dank der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland haben wir alle ein Recht auf Vorsorgeuntersuchungen, welche man und vor allem auch Mann regelmäßig wahrnehmen sollte, denn die Herren sind statistisch gesehen richtige Vorsorgemuffel. Dabei sind viele Untersuchungen sogar kostenlos und man sollte diese nicht als lästige Pflicht, sondern als Privileg wahrnehmen. Welches sind nun die wichtigsten und sinnvollsten Kassenleistungen für Männer?

Für Männer zwischen 18 und 34 Jahren:
In diesem Lebensabschnitt übernehmen die Krankenkassen eine einmalige Gesundheitsuntersuchung, zu der folgende Leistungen gehören:

  • Überprüfung des Impfstatus
  • Anamnese, also die professionelle Erfragung von potenziell medizinisch relevanten Informationen zu Vorerkrankungen oder Erkrankungen innerhalb der Familie. Zu diesen zählen zum Beispiel Krebs, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Erkrankungen des Herzens, der Nieren oder Lunge.
  • Blutdruck-Messung sowie eine körperliche Untersuchung
  • Sollte Bluthochdruck, Übergewicht oder eine familiäre Vorerkrankung bestehen, wird zudem der Nüchternblutzucker sowie die Blutfettwerte gemessen.

Männer ab 35 Jahren:
Ab diesem Alter bekommen Männer alle drei Jahre eine Gesundheitsuntersuchung durch die Krankenkassen bezahlt, der Gesundheits-Check-Up genannt wird. Dabei kommt es zu diesen Untersuchungen:

  • Erneute Überprüfung des Impfstatus. Vor allem Männer sind häufig und ohne sachlichen Grund Impfgegner. Man sollte sich hier aber auf die jährlich neu erscheinenden Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) verlassen und wichtige Schutzimpfungen und Nachimpfungen vornehmen lassen.
  • Siehe oben: Erhebung der Anamnese
  • Messung des Blutdrucks und körperliche Untersuchung
  • Bestimmte Blutwerte wie Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceride sowie der Nüchternblutzucker werden getestet.
  • Der Urin wird untersucht
  • Teil des Check-ups ist zudem die jährliche Zahnuntersuchung sowie die Kariesprophylaxe
  • Ratsam ist zudem ein Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre, das per Sichtkontrolle durch den Hausarzt oder besser durch einen Dermatologen durchgeführt wird.

Männer ab 45 Jahren:
Ab 45 kommen zu den oben beschriebenen regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen noch weitere empfehlenswerte dazu:

  • Hervorzuheben ist hier vor allem die Krebsfrüherkennung. Je älter man wird, desto höher nämlich das Risiko von Darm- und Prostatakrebs. Einmal im Jahr sollten Männer deshalb ihre Prostata durch einen Urologen untersuchen lassen.
  • Die Darmkrebsvorsorge wird ab dem 50. Lebensjahr von den Kassen übernommen und darüber hinaus zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren.

Diese Vorsorgeuntersuchungen mögen vielleicht unangenehm sein, aber die meisten Tumore sind nicht plötzlich da, sondern entwickeln sich oft über Jahrzehnte hinweg – ein guter Grund, die angebotenen Leistungen anzunehmen!

 

iGel-Leistungen // © erdikocak

Was muss man selbst zahlen?
Sogenannte iGel-Leistungen (Individuellen Gesundheitsleistungen) werden nicht von den Krankenkassen übernommen, sind aber zum Teil individuell durchaus sinnvoll. Dazu gehören:

Beim Hausarzt:

  • Ultraschalluntersuchung
  • Lungenfunktionstest
  • Langzeit-Blutdruckmessung und Langzeit-EKG
  • Weitere Labortests wie beispielsweise Tumormarker oder Arteriosklerosefaktoren

Beim Facharzt für Innere Medizin sowie Kardiologen:

  • Sollte man zu den Sportmuffeln zählen, die zudem viel Stress haben und rauchen, ist ein Herz-Check sehr ratsam
  • Schlaganfall-Checklist umfasst eine gründliche Untersuchung zu Gefäßveränderungen und Gefäßerkrankungen, um ein potentielles Risiko senken zu können.
  • Ab 65 Jahren ist einmalige Vorsorgeuntersuchung für das Bauchaortenaneurysma sinnvoll: Das Gewebe kann nämlich mit zunehmendem Alter unbemerkt instabil werden und reißen.

Beim Augenarzt:

  • Jährlich sollte man hier eine augenärztliche Kontrolle vornehmen
  • Ab 60 ist eine Vorsorge für eine etwaige Mauladegeneration oder ein Glaukom sinnvoll.

Beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt:

  • Die weltweit vierthäufigste Krebsart bei Männern sind Tumore im Mund-, Rachen- und Kehlkopfraum. Sollte man über 40 sein und oft rauchen, Alkohol trinken oder unter Sodbrennen leiden, ist hier ein Check empfehlenswert.

Beim Urologen:

  • Um urologische Krebsarten früh zu erkennen, können Zusatzuntersuchungen hier ebenfalls sinnvoll sein: Dazu zählt die PSA-Wert-Bestimmung (PSA = Prostata spezifisches Antigen).
  • Ebenfalls ratsam ist eine Urinuntersuchung auf krankhafte oder krankhaft veränderte Bestandteile sowie eine Ultraschalluntersuchung des Harntraktes.

Weitere „männliche“ Probleme:

  • Beim Sex und gleichgeschlechtlichen Verkehr sollten stets Kondome benutzt werden, um HIV vorzubeugen. Zudem ist eine HPV-Impfung angeraten, dies gilt auch für HIV-Patienten. Die Impfung gegen Humane Papillomaviren schützt nämlich zuverlässig vor einer Infektion mit einigen der krebserregenden HPV-Stämme. 

Die spezielle Diagnostik der sexuell übertragbaren Infektionen (STI) – dazu gehören HIV, Syphilis, Gonorrhoe („Tripper“), Hepatitis und Chlamydien – ist für alle Männer wichtig, die sexuell sehr aktiv sind – also nicht nur für Risikogruppen. Denn: Kondome schützen nicht zu 100 Prozent.

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