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Corona und das Weihnachtsgeschäft // © Anna Gorbacheva
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„O du Unsichere“ Corona und das Weihnachtsgeschäft

kk - 08.12.2020 - 09:00 Uhr

Die Vorweihnachtszeit lässt normalerweise die Kassen klingeln und ist für viele Unternehmen und Geschäfte die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Doch 2020 bringt der Corona-Virus alles durcheinander und auch das Weihnachtsgeschäft ist somit ein Unsicheres. Wie bereiten sich die Händler vor und was erwartet euch?

Online-Shopping wird boomen
Die Coronakrise hat die Wirtschaft zwar hart getroffen, doch die Onlinebestellungen boomen weiterhin und werden vor Weihnachten noch einmal anziehen – davon gehen Einzelhändler schwer aus. Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht sogar von steigenden Umsätzen gegenüber dem Vorjahr aus. Gut also für alle, die einen Onlineshop haben und darin auch Gutscheine anbieten, welche gefolgt von Büchern, Spiel- und Schreibwaren die beliebtesten Weihnachtsgeschenke in den Vorjahren waren und wohl auch bleiben.

Zudem hat der Lockdown Light im November keine Auswirkung auf umsatzstarke Internet-Tage wie den Black Friday am 27. November und den Cyber-Monday am 30. November, wo Online-Shops mit speziellen Angeboten und Rabatten massiv viele Kunden locken. Online-Händler können sich also gezielt auf das Weihnachtsgeschäft mit unterschiedlichen Marketing-Maßnahmen vorbereiten, da die Pandemie ihre Rahmenbedingungen nicht großartig verändert hat – sie gehen sogar gestärkt aus der Krise hervor. Durch den ersten Lockdown im Frühjahr konnten sie gar neue Kunden dazugewinnen, da erstmals auch viele ältere Menschen den Online-Handel für sich entdeckten und nutzten. Diese „Silver-Surfer“ – also Internet-Nutzer mit einem Lebensalter ab 50 Jahren – starten bei ihrer Suche auf Basis der Suchmaschine Google, sodass man als Online-Händler hier gezielte Marketing-Maßnahmen anlegen kann. Mit dieser Reichweitensteigerung ist mit einem übervollen Gabentisch für den E-Commerce an Weihnachten zu rechnen.

 

Einzelhändler in Städten leiden // © brightstars

Einzelhändler in Städten leiden
Die Innenstädte sind jedoch im November wegen des Teil-Lockdowns leer und auch im Dezember ist es fraglich, ob festliche Stimmung aufkommen wird – so ganz ohne Weihnachtsmarktbuden und Glühweinstände. Insofern haben es die Einzelhändler schwer, 2020 am Weihnachtsgeschäft teilzuhaben. Vor allem Bekleidungsgeschäften bricht ein Umsatz von 30 bis 80 Prozent weg. Forscher nennen dies den Cappuccino-Effekt, denn ohne einen Kaffee, Kuchen und das Gucken auf andere Leute haben viele Menschen einfach keine Lust auf einen Einkaufsbummel in der Innenstadt. Die Schließung der gesamten Gastronomie hat damit auch noch einen indirekt negativen Effekt auf den Einzelhandel. Zudem ist der Appell, möglichst zu Hause zu bleiben, ebenfalls nicht hilfreich, um konsumfreudige Kunden in die Geschäfte zu locken. Um zu retten, was zu retten ist, denken nun viele über eine Verkürzung der Öffnungszeiten nach, damit ihre Kosten gesenkt werden. Denn im Gegensatz zu manchen Online-Händlern schlagen hier ja auch noch hohe Fixkosten, etwa für Mieten und Personal, zu Buche.

Vergleichsweise gut haben es aber immer noch gut besuchte Möbelgeschäfte. Weiter eingekauft wird natürlich auch in Lebensmittelläden, sodass für das Festmahl wohl auch reichlich konsumiert werden wird. In diesem Sinne – hoffen wir, dass uns wenigstens der Appetit bleibt und wir alle ein wenig Weihnachten genießen können!

Die Vorfreude und die Freude am Schenken haben sich die Deutschen laut Umfrage jedoch durch Corona nicht vermiesen lassen: Nach einer HDE-Umfrage wollen die Konsument*innen im Schnitt 245 Euro für Präsente ausgeben. Insgesamt werde der Umsatz in den Monaten November und Dezember um 1,2 Prozent auf knapp 104 Milliarden Euro steigen, sagt der Handelsverband sogar voraus – wobei davon allerdings fast nur der E-Commerce profitieren wird. Corona sorgt also in Sachen Weihnachtsgeschäft für eine Spaltung des Handels. Zwischen Insolvenzen und neuen Rekorden ist alles möglich und bei vielen wird wohl die Politik mit Rettungspaketen als Weihnachtsmann vorbeikommen müssen, um drohende Pleiten abzuwenden.

„O du Finstere“ muss man also nicht unbedingt anstimmen, denn es gibt Lichtblicke. Und auch wenn also dieses Jahr für jeden alles anders sein wird: Über Geschenke freut sich nicht nur die Wirtschaft, sondern jeder Einzelne von uns – egal ob persönlich überreicht oder vom Paketboten geliefert.

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