Direkt zum Inhalt
Neues Gender-Verbot

Neues Gender-Verbot „Sprache muss klar und verständlich sein.“

ms - 20.03.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Ende letzten Jahres hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bereits angedeutet, die Gender-Sprache an allen Schulen und Behörden im Freistaat verbieten zu wollen – jetzt hat die Landesregierung die Pläne offiziell umgesetzt. Das Kabinett in München beschloss, dass staatliche Behörden sowie Bildungseinrichtungen von der Grundschule bis zur Universität die amtlichen Regelungen der deutschen Rechtschreibung einzuhalten haben. 

Verständliche Sprache

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) erklärte dazu: „Für uns ist die klare Botschaft, Sprache muss klar und verständlich sein. Es geht mit dem Verbot aber auch darum, die Diskursräume in einer liberalen Gesellschaft offenzuhalten.“ Des Weiteren betonte Herrmann, dass die aufgezwungene und ideologisch geprägte Gender-Sprache nicht wie einst angedacht eine inkludierende, sondern vielmehr eine exkludierende Wirkung habe. 

Dabei betonte der bayerische Staatskanzleichef auch den missionarischen Eifer, den es in einigen gesellschaftlichen Milieus gebe. Gerade Lehrer müssten sich an das Verbot deswegen verschärft halten. Herrmann wies abschließend daraufhin, dass das Verbot auch dann bestehen bleibe, wenn sich der Rat der deutschen Rechtschreibung in Zukunft anders entscheiden würde – bis heute lehnt dieser allerdings die Gender-Sprache ebenso ab. 

Bundesweit Gender-Verbote  

Bayern folgt mit der jetzt getroffenen Entscheidung mehreren anderen Bundesländern, die ein Gender-Verbot bereits beschlossen haben oder gerade an einer Umsetzung arbeiten, darunter unter anderem Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein oder auch Baden-Württemberg. Das Thema Gendern wird so in immer mehr Bundesländern zum Auslaufmodell. 

Zudem stellen sich auch die ersten Medien gegen die sogenannte geschlechtergerechte Sprache – im letzten Jahr hatte so der WDR bereits erklärt, auf die Gender-Sprache verzichten zu wollen. Später folgte der Entscheidung auch der Berliner Tagesspiegel, nachdem sich vor allem Abo-Leser massiv über die Gender-Sprache beschwert hatten und die Verkaufszahlen um fast neun Prozent eingebrochen waren.

In der breiten Gesellschaft sowie auch bei eigentlich diesbezüglich angesprochenen Frauen und bei der Generation Z als auch in der LGBTI*-Community wird die Gender-Sprache in der Mehrheit bis heute abgelehnt. In einer MDR-Umfrage von 2023 erklärten 85 Prozent der deutschen Befragten, dass sie die sogenannte geschlechtergerechte Sprache für ein „auferlegtes sprachliches Korsett“ halten würden, das eher politisch motiviert sei.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Massive Proteste in London

Demonstrationen gegen Extremismus

Rund 500.000 Menschen demonstrierten am Wochenende in London gegen trans* Feindlichkeit, Hass und rechtsextreme Politiker.
Eklat in Mexiko-Stadt

Homophobe Hetze beim Fußball

Erneut kam es zu homophoben Hetz-Rufen beim Fußball, dieses Mal in Mexiko-Stadt. FIFA-Präsident Gianni Infantino war vor Ort und schwieg beharrlich.
Statement von Sophie Koch

Eklat rund um den CSD Dresden

Die Aberkennung des CSD Dresden als politische Versammlung seitens des Innenministeriums sei ein Alarmsignal, warnt Queerbeauftragte Sophie Koch.
Hasskriminalität in Bayern

Erneuter Anstieg der Fallzahlen

Die Hasskriminalität ist in Bayern erneut angestiegen, Innenminister Herrmann bekräftigte, Bayern dulde keinen Hass, auch nicht beim Thema LGBTIQ+.
Missbrauch von 150 Kindern?

Massive Vorwürfe gegen Volleyballer

Dem schwulen Ex-Nationalspieler und einstigen LGBTIQ+-Ikone Ramon M.G. wird jahrelanger sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen.
Statement von Nagelsmann

Bundestrainer zum Coming-Out

Bundestrainer Julian Nagelsmann bedauert, dass Homophobie im Profifußball noch immer ein Thema ist und hofft auf bessere Zeiten.
Rauswurf wegen Homophobie

NBA-Star wetterte gegen Pride Monat

Erst Anfang Februar kam Basketballprofi Jaden Ivey zu den Chicago Bulls. Nun trennte sich der NBA-Klub nach homophoben Statements wieder von ihm.
Geldstrafe wegen Hassrede

Päivi Räsänen hetzte gegen Schwule

Die US-Botschaft in Helsinki kritisiert die finnische Justiz, die die Abgeordnete Räsänen wegen Hetze gegen Homosexuelle zu einer Geldstrafe verurteilte.
Appell für Schutz im Ausland

Queere Flüchtlinge unter Druck

Ein schwuler iranischer Geflüchteter berichtet, dass er im Iran gezwungen wurde, Hinrichtungen mitanzusehen, um ihn einzuschüchtern.