Direkt zum Inhalt
Gendern? Nein Danke!
ANZEIGE

Gendern? Nein Danke! MDR-Umfrage: 85 Prozent der Befragten wollen keine Gender-Sprache

ms - 27.09.2023 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Die Ablehnung gegenüber dem Gendern gerade an Bildungseinrichtungen und Behörden nimmt weiter in der deutschen Bevölkerung massiv zu – die neuste Umfrage des MDR vom September dieses Jahres unter rund 29.000 Menschen belegt dies nun eindeutig. Dabei zeigt sich auch, dass Gendern durch alle Altersschichten hindurch mehrheitlich sehr deutlich abgelehnt wird, auch unter jungen Menschen, die sich zu 22 Prozent zur LGBTI*-Community zählen (Ipsos Studie 2023).

Die queere Generation Z hält wenig vom Gendern

Die Umfrage kommt zu einer Zeit, in der in Sachsen und Sachsen-Anhalt das Gendern in der Schule untersagt ist und Thüringen über ein Verbot aktuell heftig diskutiert. Grundsätzlich sollten alle selbst entscheiden, wie sie sprechen oder schreiben wollen, so die Mehrheit von 67 Prozent – allerdings im rein privaten Bereich, nicht in der Schule oder bei Behörden.

85 Prozent der Befragten halten es für richtig, an Schulen das Gendern zu verbieten – darunter sind auch 65 % in der jüngsten Generation. Zudem wünschen sie sich mehrheitlich (57 %) am Beispiel „Lehrkräfte“ klassisch auch in Zukunft vom geschlechtsneutralen „Lehrer“ zu sprechen. 17 Prozent können sich auch noch eine Ansprache wie „Lehrerin und Lehrer“ vorstellen.

„Auferlegtes sprachliches Korsett“

Für 85 Prozent der deutschen Befragten im Mitteldeutschland ist die sogenannte geschlechtergerechte Sprache dabei ein „auferlegtes sprachliches Korsett“, zudem schlechter verständlich (80 %) und vor allem auch ein politisches Statement (44 %). Gerade einmal knapp 14 Prozent können darin überhaupt erkennen, dass dies wichtig für die Gleichberechtigung sein könnte. Persönlich entscheiden sich daher 86 Prozent in ihrem privaten Leben gegen die Gender-Sprache.

Keine politischen Kontroversen in der Schule

Der MDR wollte es noch genauer wissen und fragte gerade in der jungen Generation der unter 30-Jährigen nach, warum auch sie mehrheitlich das Gendern ablehnen. Die Argumente: Die Schule dürfe nicht der Ort für politische Kontroversen werden. Zudem erschwere die Gender-Sprache das richtige Erlenen, den Lesefluss und das Leseverständnis von Grundschulkindern noch mehr. Die deutsche Sprache dürfe dabei des Weiteren nicht „zwanghaft verändert werden“, auch nicht im vermeintlichen Auftrag der Gleichberechtigung.

Außerdem seien viele Verwendungen wie beispielsweise „Lehrenden“ anstatt Lehrer schlicht „sinnentstellend“ sowie „grammatikalisch und sprachlich einfach falsch“. Auch eine vermeintliche Pflicht zur Gender-Sprache sei falsch, wie dies beispielsweise an einigen Universitäten in Deutschland bereits durch die Notenvergabe oder sozialen Druck geschieht. Alle Antworten kamen von jungen Menschen im Alter von rund 20 Jahren.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Tops und Bottoms

Spannende neue Studiendaten

Top oder Bottom? Eine neue Studie mit mehr als 141.000 Dating-App-Nutzern zeigt Unterschiede bei sexuellen Rollen nach Alter und Region.
Dylan Walsh in Nöten

Geheimnisse über Heated Rivalry

Schauspieler Dylan Walsh, der Vater der Serienfigur Shane Hollander, hat in einem Cameo-Video geheime Details zu „Heated Rivalry“ ausgeplaudert.
Tip Toe bei HBO

Zwischen Hass und Hoffnung

Die Drama-Serie „Tip Toe“ erzählt ab heute von wachsender Feindseligkeit gegenüber queeren Menschen und einem tödlichen Nachbarschaftskonflikt.
Schwimmstar Alex Kostich

Neuer Rekord im Lake Tahoe

Der schwule Ex-Nationalschwimmer Alex Kostich schwimmt mit 56 Jahren neue Rekorde im Lake Tahoe und verarbeitet dabei das Ende seiner 26-jährigen Ehe.
Große Bühne für Jordan Lucas

US-Volleyballstar in New York

Nach homophoben Attacken wurde Jordan Lucas zum international bekannten Volleyballstar und Vorbild. Nun wechselt er zur letzten Saison nach New York.
Hass-Attacke in Kalifornien

Im Fokus LGBTIQ+-freundliche Kirche

Eine LGBTIQ+-freundliche Kirche in Kalifornien wurde Ziel von Vandalismus. Die Community ist geschockt über die Hass-Tat im liberalen Bundesstaat.
HIV-Schmutzkampagne

Schwuler Politiker wird angegriffen

Ein schwuler US-Kandidat wurde im Wahlkampf in Florida mit einem falschen HIV-Vorwurf angegriffen. Seine Konkurrenten verurteilen die Kampagne.
300.000 Dollar für LGBTIQ+

Seattle plant zusätzliche Hilfe

Seattle will 300.000 Dollar für LGBTIQ+-Vereine bereitstellen, die angesichts steigender Zahlen vertriebener trans* Menschen Unterstützung leisten.
Neue Sicherheitsregeln für ESC

Mindestalter steigt auf 18 Jahre

Für den Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien gelten neue Regeln zu Sicherheit, Live-Gesang und dem Mindestalter der Teilnehmer.