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Wenn im Bett plötzlich tote Hose herrscht... // © feelphotoart
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Erektionsstörungen Was tun, wenn "er" nicht mehr seinen Mann steht?

id - 09.05.2021 - 10:00 Uhr

In der heutigen Zeit geht es – gerade auch unter Schwulen – oft auch um das Thema „seinen Mann stehen“. Doch immer häufiger wird dieses auch schon bei eher jüngeren Männern zu einem zunehmenden Problem. Was ist, wenn das beste Stück nicht mehr so will, wie Man(n) es gerne hätte. Oftmals fällt dann das böse Wörtchen „impotent“, doch ganz so einfach ist dieses Thema nicht.

Der Begriff „Impotenz“ wird aus rein medizinischer Sicht für zwei gänzlich unterschiedliche Vorgänge verwendet. Zum einen geht es um die fehlende Fähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder aber sie über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten – übrigens auch bei der Selbstbefriedigung und nicht nur beim „richtigen“ Sex. Zum anderen beschreibt es aber auch die tatsächliche Zeugungsunfähigkeit. Beide Arten haben hierbei aber gänzlich unterschiedliche Ursachen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch redet man oft vorschnell von einer Impotenz, meint aber in Wahrheit eine sogenannte erektile Dysfunktion. Dabei kann es eine ganze Reihe von Ursachen für solch eine Störung geben. Bei den eher jüngeren Männern liegen die Ursachen oftmals im psychosomatischen Umfeld, bei den Männern „Ü40“ sind es dann meist die biologischen Ursachen.

Was verbirgt sich nun aber hinter einer erektilen Dysfunktion?

In diesen Fällen werden die Schwellkörper im Penis nicht mehr ausreichend durchblutet, was am Ende dazu führt, dass das Glied nicht ausreichend hart wird oder diese Steifigkeit nicht über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden kann. Dieses Problem betrifft im Laufe des Lebens durchaus mehr Männer als man zunächst vermuten würde.  Dabei können die Ausprägungen von einer mäßigen bis hin zu einer schweren erektilen Dysfunktion auftreten. Mit zunehmendem Alter treten solche Potenzprobleme häufiger auf. Solche Probleme können – gerade auch bei sexuell aktiven Männern – für eine deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten, dennoch scheuen sich viele mit diesem Problem einen Arzt zu kontaktieren. Dabei kann eine erektile Dysfunktion, wenn sie früh erkannt und behandelt wird, durchaus erfolgreich therapeutisch behandelt werden.

Wie geht es "ihm"? // © diephosi

Was können die Ursachen sein?

Diese können sehr vielschichtig sein. Zum einen kann der Lebensstil, also beispielsweise Stress im Job oder aber auch eine ungesunde Ernährung eine Rolle spielen. So kann Übergewicht ebenso Ursache sein wie der Genuss von Alkohol oder Nikotin, aber auch anderer Drogensubstanzen. Eine Erektionsstörung kann daher auch ein Hinweis auf andere Erkrankungen sein. Hierzu gehören heutzutage diverse „Zivilisationskrankheiten“ wie beispielsweise Diabetes mellitus, ein zu hoher Blutdruck oder schlechte Cholesterinwerte.   So komplex und vielschichtig der Ablauf einer Erektion ist, so vielfältig können auch die Ursachen von Erektionsstörungen sein. Dabei spielen psychische und körperliche Faktoren wie auch der Lebensstil (z. B. Bluthochdruck…) eine Rolle. Allein schon mit diesem Wissen sollte eine Störung der Erektion ernst genommen werden. Ein Besuch bei dem Arzt seines Vertrauens kann dabei erste Klarheit bringen.

In einem Gespräch mit dem Arzt – häufig ist dafür ein Urologe der beste Ansprechpartner – werden zunächst verschiedene Faktoren wie beispielsweise zum Sexualverhalten, dem Zeitraum, seit welchem das Problem besteht und auch der Lebensstil oder bestehende Vorerkrankungen erfragt. Eine weitergehende Untersuchung wie beispielsweise eine Blutuntersuchung oder eine Ultraschalluntersuchung können sich anschließen.

Wie kann eine Therapie aussehen?

Zunächst einmal kann man bei sich selbst anfangen, indem man seinen Lebenswandel überdenkt und hier einiges ändert. Regelmäßiger Sport ist nicht nur in diesem Fall immer eine gute Wahl. Auch eine gesündere Ernährung kann zu einer Verbesserung beitragen. Also lieber mal Obst statt der Tüte Chips, Vollkornprodukte oder auch Fisch sind gute Möglichkeiten. Sollte das Problem eher durch Stress verursacht sein, so kann eine Entschleunigung helfen. Wie wäre es beispielsweise mit dem Erlernen von Entspannungsübungen? Oder wie sieht es mit Yoga aus?

Auch eine medikamentöse Behandlung kann notwendig sein. Den meisten fällt in diesem Zusammenhang sicher Viagra & Co. ein, doch es gibt noch weitere Möglichkeiten. So können z.B. Medikamente in die Schwellkörper injiziert werden. Bei schwereren Störungen kann gegebenenfalls gar über gefäßchirurgische Maßnahmen oder der Einsatz von Schwellkörperimplantaten nachgedacht werden.

Letztendlich ist es aber immer eine Einzelfallentscheidung und eine Therapie sollte immer auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten sein. Was auch nicht schaden kann, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat: Vorsorgeuntersuchungen. Spätestens ab dem 45. Lebensjahr sollten sich Männer einmal jährlich von einem Urologen durchchecken lassen. Dann steht einem langen Sexleben sicher nicht mehr viel im Wege.

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