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Erektionsstörung // © mheim3011
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Wenn das beste Stück schwächelt Erektionsstörung – was nun und was tun?

kk - 15.08.2020 - 09:00 Uhr

Mit zunehmendem Alter hat man(n) es mit allerlei Zipperlein zu tun und dann kommt es auch noch bei vielen Männern zu einem Problem, über das ungern gesprochen wird: Erektionsstörungen, auch erektile Dysfunktion genannt. Doch wie auch bei anderen körperlichen wie psychischen Problemen, sollte man handeln und sich Rat holen. Was man tun kann, wird im Folgenden erläutert:
 

Ursachen:
Einerseits können Erektionsstörungen keine erkennbare Ursache haben oder aber in Folge einer anderen Erkrankung auftreten: Möglichkeiten sind zum Beispiel Zuckererkrankungen, Gefäßerkrankungen oder Nervenerkrankungen. Auch die Einnahme von Medikamenten (beispielsweise Antidepressiva oder Bluthochdruckmittel) können zu Erektionsstörungen führen. Verletzungen kommen ebenfalls als Ursache in Frage, aber auch Operationsfolgen spielen eine Rolle. Häufig sind auch körperliche Ursachen der Grund wie Durchblutungsstörungen, aber auch Testosteronmangel. Auch der Lebensstil spielt eine Rolle, denn Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel sorgen ebenfalls häufig für die erektilen Dysfunktionen. Um jedoch den genauen Grund herauszufinden ist deshalb eine gründliche medizinische Voruntersuchung nötig – auch weil diese Störungen auch eine Folge bislang unentdeckter und ernsthafter Erkrankungen sein können oder als Warnzeichen für einen möglichen Schlaganfall oder Herzinfarkt gelten können. Potenzprobleme sollten deshalb in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Physiologie:
Was passiert eigentlich genau, wenn der Penis nicht mehr richtig oder lange genug versteift? Im Normalfall tritt eine Erektion ein, wenn die Blutzufuhr durch die Erweiterung der Arterien gesteigert wird und das Blut vom Herzen in das schwammartige Gewebe des Schwellkörpers gepumpt wird. Vereinfacht gesagt wird der Penis dann steif und richtet sich so auf. Eigentlich ist dies jedoch ein sehr komplexer körperlicher Vorgang, bei dem viele Dinge zusammenspielen müssen wie Nerven in Gehirn, Rückenmark und Becken sowie Hormone und Blutgefäße. Insofern ist klar, dass viele psychische Faktoren zu Erektionsstörungen führen können und oft ist auch eine Kombination aus diversen Faktoren nötig.

Diagnose:
Neben der körperlichen Untersuchung der Geschlechtsorgane und der Prostata, wird der behandelnde Arzt zunächst auf ein Gespräch setzen, um die Symptome präzise zu erfassen. Auch Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme wird hier erfasst, bevor es zu weiteren Untersuchungen wie Blutanalysen, Nervenuntersuchungen oder Ultraschalluntersuchungen kommt. Auch Messungen im Schlaflabor sind hilfreich, um zu sehen, ob es zu normalen nächtlichen Spontanerektionen kommt.

 

Erektionsstörung // © svetikd

Behandlungsmöglichkeiten:
Je nach Alter, Erkrankung und Risikofaktor des Patienten gibt es verschiedene Möglichkeiten, Erektionsstörungen zu behandeln:

Bei medikamentösen Mitteln ist vor allem Viagra bekannt, das 1998 zugelassen wurde und eine Verbesserung der erektilen Funktion verspricht. Diese Art der Medikamente zielt auf eine stärkere Erweiterung der Blutgefäße ab, die den Penis versorgen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, Sehstörungen oder niedriger Blutdruck.

Vor allem bei jüngeren Männern mit Erektionsstörungen wird zu einer Psychotherapie geraten, denn häufig sind hier weniger physische Probleme die Ursache, sondern eine psychische Komponente als möglicher Auslöser zu betrachten. Hierzu gelten Angsterkrankungen, Stress oder Depressionen, aber auch Konflikte in der Partnerschaft können Potenzprobleme auslösen.

Sollten Medikamente nicht ausreichen, wird zu der so genannten Schwellkörperautoinjektion (SKAT) geraten: Dabei werden Wirkstoffe direkt in den Schwellkörper injiziert, wobei die erste Anwendung durch den Urologen durchgeführt, damit dieser eine Therapieerfolg beurteilen und sonographische Messungen der Durchblutung durchführen kann. Ist die Injektion erfolgreich, kann der Patient diese selbst durchführen. Ca. 10 bis 20 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr sollte die nicht schmerzhafte Anwendung durch die individuell dosierbaren Fertigspritzen erfolgen.

Alternativ ist der Einsatz einer Vakuumpumpe denkbar: Hierbei wird ein Zylinder über den Penis gestülpt und ein Vakuum erzeugt, durch das sich der Schwellkörper ausdehnt und Blut in den Penis strömen kann. Ist die Erektion dann eingetreten wird ein Gummiring über die Penisbasis gezogen, so dass das Abfließen des Blutes verhindert wird.

Sind alle bisher vorgestellten Maßnahmen erfolglos kann man als letzte Option an eine Schwellkörperprothese denken: Dabei handelt es sich um eine Implantation einer Schwellkörperprothese. Die Schwellkörper werden in diesem Verfahren durch halbfeste und hydraulische Prothesenschenkel ersetzt. Über einen Ventilmechanismus kann man die Schwellkörperprothese dann aktivieren oder deaktivieren, so dass die Erektion gesteuert wird. Diese Operation verhindert jedoch, dass man auf andere Therapiemöglichkeiten wie Tabletten oder SKAT zurückwechseln kann, da durch den Eingriff die Schwammstruktur des Schwellkörpers geschädigt wird.

Die individuelle Diagnostik sowie Behandlungsplanung sollte also bei jedem Patienten gründlich vorgenommen werden, so dass das richtige Therapiekonzept entwickelt werden kann. Ein niedergelassener Urologe ist hier der beste Ansprechpartner und ein Gespräch mit diesem wird dem Problem auf den Grund gehen sowie dieses in den meisten Fällen auch lösen können!

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