Direkt zum Inhalt
© Marc Martin

Fenster zum Klo Public Toilets, Private Affairs

js - 23.01.2018 - 07:00 Uhr

Jahrelang waren die öffentlichen Toiletten der einzige Ort, an dem Schwule, Transvestiten, Freier und Stricher Freiheit und auch Abenteuer ausleben konnten. Als Durchgangsorte erlaubten sie ungewöhnliche Gemeinschaften, in denen sich soziale Klassen und unterschiedliche Kulturen vermischten. Versifft und schmutzig dienten diese Orte dem schnellen und anonymen Sex. Hier trafen sich Jung und Alt, Bauarbeiter und Bürohengst mit Ehering.

Marc Martin ist ein französischer Fotograf und hat nun den schnellen Sex auf öffentlichen Toiletten thematisiert.

„Es waren immer die randständigen Vorstellungswelten, die mich angezogen haben: jene, die eher im Schatten der Geschichtsschreibung liegen. Eine pessimistische Sicht scheint mir die Erinnerung an die Geschichte(n) der Klappen zu bestimmen. Mir liegt weder daran, die Wirklichkeit aufzuhübschen, noch beabsichtige ich, allein ein positives Bild durchzudrücken und jede andere Interpretation auszuschließen. Doch sowohl die von mir gesammelten Zeugnisse als auch meine eigene Erfahrung haben mich dazu an gestiftet, ein anderes, wohlwollenderes Licht auf dieses Thema fallen zu lassen“, sagt der Künstler Marc Martin über seine Intention.

Seine beeindruckenden und ehrlichen Werke sind noch bis zum 19. Februar im Schwulen Museum in Berlin zu sehen

Auch Interessant

München

Kunstbehandlung mit Kalendern

Die Kunstbehandlung in München macht immer wieder mit interessanten Ausstellungen auf sich aufmerksam. Zu den bereits mehrfach in der Galerie
Köln

Der geteilte Picasso

Was verbin­den wir mit Pab­lo Pi­cas­so? Und was haben die Deutschen der Nachkriegszeit mit ihm ver­bun­den, als sein Ruhm auf dem Höhep­unkt war?
Coole Kunsterlebnisse für jeden

LGBTIQ-Kunst – vom Museum aufs Sofa

Nicht nur für echte Kunstliebhaber etwas: Renommierte Museen weltweit sorgen mit exklusiven Ausstellungen vor LGBTIQ-Kunst für Aufsehen.
Rendsburg

This is me – queer und religiös?

Wir alle kennen Filme, in denen Superheld*innen erst einen Selbstfindungsprozess durchlaufen und dann die Welt retten. Die schillernde Hauptfigur
NS-Dokumentationszentrum Köln

Die I.G. Farben in der NS-Zeit

In der NS-Zeit gab es zahlreiche Unternehmen, die von den unrühmlichen Machenschaften der NS-Diktatur profitiert haben. Zu ihnen gehörte I.G Farben.