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Das sind die Favoriten für den ESC 2023 in Liverpool
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„United by Music“ Das sind die Favoriten für den ESC 2023 in Liverpool

co - 13.04.2023 - 22:31 Uhr

In knapp einem Monat startet der Eurovision Song Contest 2023 im englischen Liverpool. „United by Music“ ist das Motto, zu dem die 37 teilnehmenden Länder dieses Jahr zusammenkommen. Beim Leitspruch ließ sich die BBC von der Forschung inspirieren: Wenn Menschen gemeinsam Live-Musik erleben, schlagen ihre Herzen im selben Takt. Passend dazu sind viele Favoriten für Eurovision 2023 tanzbar. Es sind Lieder, die sichtlich die Freude am Leben zelebrieren. 

Großbritannien und Ukraine

Einigkeit und Zusammenhalt wären momentan in Europa wirklich wichtig, nicht nur wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der Krieg war der Grund dafür, dass der Wettbewerb nach dem Sieg der ukrainischen Band Kalush Orchestra („Stefania“) zum ersten Mal nicht im Gewinnerland stattfindet, sondern in der Heimat des Zweitplatzierten – in diesem Fall Sam Ryder („Space Man“). 

Die BBC ist jedoch eifrig darum bemüht, bei der Ausrichtung des Events die ukrainische Kultur zu würdigen. Dazu arbeitet der Sender unter anderem mit Rundfunk Suspilne und TV-Journalist Timur Miroshnychenko zusammen. Für eine symbolische Einheit spricht auch die Reihe von blauen, gelben und pinken Herzen im diesjährigen Logo. Diese sind laut BBC an „die ukrainische und die britische Flagge angelehnt“ und sollen „die Freude und Vielfalt des Wettbewerbs“ widerspiegeln.

Auf diese Songs wird gewettet

Aus den Quoten von 17 Wettbüros bildet Eurovision World eine fortwährende Prognose für den Siegersong. Die Schwedin Loreen („Tattoo“) ist mit einer Gewinnchance von vierzig Prozent klar die Favoritin. Platz zwei belegt der Finne Käärijä („Cha Cha Cha“) mit fünfzehn Prozent. Auf Platz drei liegt das ukrainische Duo Tvorchi mit „Heart of Steel“ (zehn Prozent). Alle anderen Acts werden mit fünf Prozent und weniger angegeben.

Loreen überzeugte Europa bereits 2012 mit ihrem Hit „Euphoria“. Das könnte ihr mit der stimmgewaltigen und aufwändig inszenierten Europop-Nummer „Tattoo“ nun erneut gelingen. Gegenüber dem schwedischen Rundfunk SVT sagte die Sängerin laut Rheinische Post: „Ich bin so glücklich, dass wir in Schweden für all das stehen, was ich hier präsentiert habe. Etwas, das Hoffnung weckt.“

ESC als Tanz-Fest

Rapper Käärijä schmeißt sich für seinen Metal-Rap in eine auffällige neongrüne Puffjacke und steigt in den Boxring. Auf seinem „Thron“ aus Europaletten sind zwei in neonpink gehüllte Tanzpaare angeleint, die zu seiner aggressiven Performance ebenso energisch tanzen wie der Rapper selbst. Das Elektro-Duo Tvorchi ist dagegen ganz in Schwarz gehüllt. In Hintergrund schießen Blitze und Lavaströme über die Leinwand. „Hab keine Angst davor, zu sagen, was du denkst“, so der Songtext. „Denn egal, wie schlimm es ist, irgendjemand hört zu. […] Geh mir aus dem Weg, denn ich habe ein Herz aus Stahl.“

Auch andere Beiträge sind bewegungsfroh und dynamisch. So beispielsweise der virale Techno-Pop-Hit „Queen of Kings“ von der bisexuellen Norwegerin Alessandra. Im schwarz-goldenen Viking-Kostüm mit Krone und flatterndem Cape steht sie genauso mystisch, kraftvoll und triumphierend auf der Bühne wie die Königin, von der sie singt. Auch „Who The Hell Is Edgar?“ von den Österreicherinnen Teya und Salena ist eine flotte Tanznummer. Mit einem Verweis auf Edgar Allan Poe, der trotz seiner heutigen Berühmtheit kaum vom Schreiben leben konnte, kritisieren sie die ausbeuterische Musikindustrie. Das elegante „Évidemment“ der Französin La Zarra mischt landestypische Chanson-Elemente mit Discopop.

Blasse Balladen und Putin-Parodie

Gegen dieses Aufgebot an Lebenslust haben es die ebenso zahlreichen ruhigeren Beiträge vermutlich schwer. Zu ihnen zählen beispielsweise „Burning Daylight“ aus den Niederlanden, „Future Lover“ aus Armenien oder „Due Vite“ aus Italien.

Besonders auffällig ist dagegen „Mama ŠC!“ von der kroatischen Rock-Band Let 3. Für ihren Anti-Kriegs-Song ziehen die Bandmitglieder im militärischen Drag-Outfit auf die Bühne. Was genau der Titel bedeutet und was das Lied genau besingt, ist nicht eindeutig – was vermutlich der Grund dafür ist, dass der Beitrag nicht pauschal als politisch motiviert ausgeschlossen wurde. Vermutlich handelt es sich um eine Putin-Parodie. Die Band jedenfalls erklärte in einem Interview, dass sie sich in dem Lied über „kindische“ Diktatoren lustig macht.

Und wie steht es um Deutschland?

Der deutsche ESC-Beitrag „Blood & Glitter“ von der Metal-Band Lord of the Lost wird von den Wettplattformen im Mittelfeld angesiedelt. Es könnte aber sein, dass aus ihrem androgynen Lack- und Leder-Look und einer mitreißenden Show ein überraschender Erfolg entsteht. Als Teil der „Big Five“ zieht Deutschland direkt ins Finale ein.

Dieses Jahr kommentiert Peter Urban den ESC zum letzten Mal. Er moderierte den Wettbewerb seit 1997 für die ARD.

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