Direkt zum Inhalt

Aktionsplan in Berlin Schwarz-rote Regierung hält ihr Versprechen und liefert zum Jahresende

Von ms - 24.11.2023 - 16:30 Uhr
Aktionsplan in Berlin
Foto: IMAGO / ZUMA Wire
ANZEIGE
Loading audio player...

Anders als bundesweit schreiten die Planungen für den Aktionsplan in Berlin schnell voran – der Berliner Senat hat jetzt erklärt, bereits bis zum Jahresende ein umfangreiches Maßnahmenpaket für den queeren Aktionsplan vorlegen zu können.

300 Maßnahmen für LGBTI*

Max Landero (SPD), Staatssekretär für Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt, bekräftigte, dass ebenso noch in diesem Jahr der Senatsbeschluss darüber erfolgen soll. Der Aktionsplan sieht eine neue Auflage der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ (IGSV) vor, geplant sind rund 300 Maßnahmen in elf verschiedenen Handlungsfeldern. Zwei Kernaspekte dabei sollen der Einsatz gegen verschiedene Formen von Diskriminierung sowie eine Stärkung der Sichtbarkeit von Bisexualität sein.

Alle Bezirke in der Verantwortung

Ziel sei es auch, alle Bezirke stärker in die Verantwortung zu nehmen, gerade auch Berlins Außenbezirke, so Landero weiter. Bis kommenden Mittwoch können noch weitere Aspekte eingebracht werden, dann soll der Aktionsplan in der letzten Senatssitzung vor Weihnachten zum Thema gemacht werden. Damit löst die neue schwarz-rote Regierung in Berlin auch ihr Versprechen ein, bis Jahresende in puncto Aktionsplan zu liefern.

Blamage für bundesweiten Aktionsplan?

Ganz anders hingegen sieht es mit dem bundesweiten Aktionsplan für mehr LGBTI*-Akzeptanz aus – auf zweifache Rückfrage der Linksfraktion musste das Familienministerium vor kurzem eingestehen, dass auch nach 13 Monaten intensiver Beratungen seit November 2022 auch im kommenden Jahr kein einziges Projekt umgesetzt werde, es bedarf offensichtlich weiterer Debatten. Frühestens 2025 könnten damit die ersten konkreten Maßnahmen in die Tat umgesetzt werden.

Kritik an der erneuten Hinhalte-Taktik bei einem so wichtigen LGBTI*-Thema wie dem Aktionsplan kam daraufhin jetzt von 36 LGBTI*-Organisationen, federführend dabei vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD), der in einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz festhielt: „Diese Entwicklungen machen uns Angst. Dass Ihre Regierung bei den zentralen Punkten jedoch bisher nicht liefert, was sie versprochen hat, ist für uns angesichts der grundsätzlich so großen Einigkeit der Koalitionspartner bei queerpolitischen Themen vollkommen unverständlich und mehr als besorgniserregend.“

Die Linksfraktion macht für die Verschiebung von konkreten Maßnahmen des Aktionsplans auf bestenfalls 2025 auch den Queer-Beauftragten der Bundesregierung, Sven Lehmann, mitverantwortlich. Die queer-politische Sprecherin, Kathrin Vogler, sagte dazu: „Wozu gibt es eigentlich einen Queer-Beauftragten der Bundesregierung und was macht Sven Lehmann eigentlich beruflich? Ein Aktionsplan, der keine Aktionen und Projekte finanzieren kann, ist kaum das Papier wert, auf dem er gedruckt ist. Ein Queer-Beauftragter, der sich in den Haushaltsberatungen wegduckt, macht sich selbst überflüssig und erweist der Community einen Bärendienst.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.
Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.