Direkt zum Inhalt
Polnische Region bleibt weiterhin LGBTI*-freie Zone

Allen Sanktionen zum Trotz Polnische Region bleibt weiterhin LGBTI*-freie Zone

co - 24.08.2021 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Die Versammlung der Region Malopolska in Polen entschied sich vergangenen Donnerstag dazu, weiterhin LGBTI*-freie Zone zu bleiben. Und das, obwohl sie dadurch europäische Fördergelder in Milliardenhöhe verliert.

EU drohte mit Kürzung von Geldern

Die politische Opposition in Malopolska erklärte in ihrem Antrag, dass man noch bis Mitte September Zeit habe, die Bezeichnung als LGBTI*-freie Zone abzuschaffen, um keinen Verlust von Fördergeldern zu riskieren. Ein Schreiben der EU-Kommission hatte wohl zuvor angekündigt, dass man andernfalls Gelder in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Euro streichen würde. Die Konservativen – vor allem die PiS-Partei – stimmten gegen den Antrag. „Wieder einmal stellte sich heraus, dass Hass und Wut der PiS-Partei wichtiger sind als das Wohl der Bevölkerung, die diese Entscheidung ausbaden muss“, so der links orientierte EU-Politiker Robert Biedron laut Reuters. Biedron ist Polens bekanntester LGBTI*-Politiker.

PiS-Partei will christliche Werte „retten“

„Wir können nicht einfach das verleugnen, was 2019 gesagt wurde“, so Versammlungsleiter Jan Duda, der Vater des polnischen Präsidenten Andrzej Duda. „Wir müssen uns zusammensetzen und die Erklärung neu formulieren, da die von 2019 missverstanden wurde.“ Laut einigen religiösen Konservativen geht es bei den Zonen nicht um LGBTI*-Personen oder um die LGBTI*-Community, sondern um die „LGBTI*-Ideologie“, die die christlichen Werte bedrohe.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

36-Jähriger entblößt sich

Täter hatte offenen Haftbefehl

Ein stark alkoholisierter Mann belästigte in Ulm eine Gruppe junger Erwachsener mit homophoben Beleidigungen und entblößte sich vor ihnen.
Hohe Zustimmung für LGBTIQ+

Die USA und die Community

72 Prozent der US-Amerikaner unterstützen LGBTIQ+-Rechte und Schutz, so eine neue landesweite Umfrage unter 22.000 Bürgern.
Gesetze verschärfen Repressionen

WhatsApp-Daten als Beweis genutzt

Ein junger Mann aus Senegal ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er schwul ist: Als Beweismittel wurden persönliche WhatsApp-Daten genutzt.
Hass-Gesetz in Uganda

Überprüfung der Rechtslage

Ende März steht im Berufungsverfahren das extreme Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda erneut vor Gericht, Ausgang völlig offen.
Debatte über sensible Daten

Details zur Personenstandsänderung

Welche Daten sollen bei einer Personenstandsänderung an alle Behörden übermittelt werden und welche nicht? Darüber wurde heute im Bundestag debattiert
Strikte Politik in Jamaika

Absage zu mehr queeren Rechten

Jamaikas Premierminister Holness bekräftigte in einer Rede die strikte Politik des Landes, die sich bis heute radikal gegen LGBTIQ+-Menschen richtet.
Mordversuch in Marokko

Schwules Paar schwer verletzt

Ein 30-jähriger schwuler Aktivist und sein Freund sind in Marokko von einer homophoben Gruppe beinahe totgeschlagen worden.
Rüge für US-Minister Kennedy

Zweite Schlappe der US-Regierung

Erneut hat ein US-Bundesrichter jetzt den trans*-feindlichen Kurs der US-Regierung gestoppt, aktuell eine Maxime von Gesundheitsminister Kennedy Jr..