Direkt zum Inhalt
Anschlagspläne in Wien

Anschlagspläne in Wien Tatverdächtige geraten in Erklärungsnot – wie ernst war die Gefahrenlage wirklich?

ms - 11.07.2023 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Wie ernst war die Gefahrenlage bei der Regenbogenparade in diesem Jahr in Wien tatsächlich? Drei Verdächtige im Alter von 14, 17 und 20 Jahren wurden einen Tag vor der Pride-Parade im Juni festgenommen, sie sollen einen konkreten Anschlag mit Messern, Waffen und Fahrzeugen geplant haben. Die drei Heranwachsenden mit Wurzeln in Bosnien und Tschetschenien, zwei davon Brüder, bestritten die Ernsthaftigkeit der Anschlagspläne – die ersten Auswertungen von Beweismittel sollen da nun allerdings eine ganz andere Sprache sprechen.  

Bombenbaupläne in arabischer Sprache

Bisher haben die Ermittler nur rund 15 bis 20 Prozent der Daten auf den Handys der Tatverdächtigen ausgewertet, doch schon jetzt zeige sich ein „immer verstörenderes Bild“, wie der Kurier berichtet. Auf dem Handy des 14-jährigen Österreichers mit tschetschenischen Wurzeln sollen bisher acht explizite Pläne zum Bau einer Bombe gefunden worden sein. Alle drei sollen in Chatgruppen Kontakt mit Mitgliedern des Islamischen Staates (IS) gehabt haben.

Mehrere der Unterstützer hatten auch explizit darauf hingewiesen, dass die drei Heranwachsenden die Bombenbaupläne in arabischer Sprache nicht mit Google übersetzen sollten, um so keine Spuren zu hinterlassen. Der 14-Jährige soll dabei immer wieder auch explizit nachgefragt haben, ob man seine gelöschten Chats „auch wirklich“ nicht mehr sehen könne. Ebenso sollen auf seinem Handy Enthauptungsvideos des IS gefunden worden sein – bisher hatte der Jugendliche dies alles mit „Neugierde“ erklären und offenbar runterspielen wollen. Außerdem fanden die Ermittler auch Songs des deutschen Rappers und IS-Kämpfers Denis Cuspert mit Musiktiteln wie „Auf zum Schlachten“.

Tatverdächtige in Erklärungsnot

Nach Angaben des Kuriers geraten alle drei Tatverdächtigen immer stärker in Erklärungsnot, gerade wenn es um die Ernsthaftigkeit ihrer Anschlagspläne geht. Noch am gleichen Tag beziehungsweise binnen der ersten Tage nach der Festnahme waren alle drei vorerst wieder freigelassen worden, gegen die Jugendlichen laufen allerdings weiterhin Ermittlungen wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung sowie einer kriminellen Organisation. Ihr Verteidiger sprach anfangs noch davon, die Staatsanwaltschaft würde mit „Kanonen auf Spatzen“ zielen – davon scheint nach den jüngsten Ermittlungsergebnissen immer weniger die Rede zu sein.

Der österreichische Staatsschutz ist davon überzeugt, dass sich die drei Heranwachsenden online radikalisiert haben, die Eltern der Verdächtigen hingegen sprechen von „ganz normalen Teenagern“. Der 14-Jährige indes wurde inzwischen offenbar auch noch in den letzten Tagen wegen Nötigung angezeigt, er soll in Wien einen Bundesheer-Soldaten weggestoßen und attackiert haben.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Stress macht schwul

Skurrile Aussagen aus Malaysia

Malaysia klärt auf: Stress und mangelnde religiöse Praxis machen schwul! Das erklärte jetzt der Minister für Religionsangelegenheiten.
Queere Sichtbarkeit wächst

Breitere Akzeptanz in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden den U-Bahnhof Nollendorfplatz künftig zusätzlich als „Regenbogenkiez“ kennzeichnen.
Armutsgefahr in Deutschland

2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen

Mehr als 2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen in Deutschland sind armutsgefährdet, das geht aus den neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik hervor.
Nein zu queeren Rechten

USA schränken Auslandshilfen ein

Auslandhilfen der USA werden künftig nur noch genehmigt, wenn Organisationen sich nicht für queere Rechte engagieren, so Vizepräsident Vance.
Wegfall von US-Gender Studies

Weniger Interesse an Studienfach

Gender Studies werden an US-Universitäten immer weniger unterrichtet, Grund dafür ist offenbar das steigende Desinteresse unter Studenten.
Todesfall auf den Philippinen

Mordverdächtiger tot aufgefunden

Ein 22-Jähriger starb auf den Philippinen unter mysteriösen Umständen. Der Mann soll zuvor mehrere LGBTIQ+-Menschen ermordet haben.
Doku über Guido Westerwelle

ARD porträtiert FDP-Politiker

Im März vor zehn Jahren starb der FDP-Spitzenpolitiker Guido Westerwelle. Die ARD widmet dem offen schwulen ehemaligen Vizekanzler eine Dokumentation.
Haftstrafe nach Hitlergruß

Eklat bei Pride Parade in Linz

Ein 23-Jähriger zeigt bei der Pride Parade letztes Jahr in Linz mehrfach den Hitlergruß. Nun folgte das Urteil: 18 Monate Haft ohne Bewährung.
Schwule Sex-App macht Politik

The Blowers attackiert Trump

Die schwule Sex-Dating-App "The Blowers" verweist aktuell online auf die Politik von Donald Trump und erinnert User an den Erhalt von Bürgerrechten.