Direkt zum Inhalt

Anti-LGBT-Gesetz in Italien? Italiens Regierungsparteien basteln an einem Hassgesetz wie in Ungarn und Russland

Von ms - 25.09.2023 - 14:00 Uhr
Anti-LGBT-Gesetz in Italien?
Foto: IMAGO / Italy Photo Press
ANZEIGE
Loading audio player...

Heute vor einem Jahr gewann Giorgia Meloni die Wahl und wurde einen Monat später die erste Premierministerin von Italien – ihre Regierung besteht dabei aus drei stramm rechten Parteien inklusive ihrer eigenen rechtsgerichteten „Fratelli d'Italia“. Seit einem Jahr kämpft Meloni dabei auch mit eiserner Hand gegen die Rechte von homosexuellen Menschen, der nächste Schlag scheint nun offenbar ein Ant-LGBT-Gesetz zu sein, wie es in Ungarn bereits seit 2021 Anwendung findet.

Italiener sind mit Meloni sehr zufrieden

Wie öfters in letzter Zeit scheint es dabei immer mehr ihre Taktik zu sein, hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen – ein Grund, warum innerhalb der Europäischen Union Meloni immer mehr als „milde“ Regierungschefin gilt, wie die Deutsche Welle berichtet. Die starken Töne des Wahlkampfes sind offenbar vergessen. Dabei versteht sich Meloni wohl auch sowohl mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz als auch mit der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sehr gut.

Die EU-Gelder laufen zudem weiter, Italien bekommt im Rahmen des Corona-Aufbaufonds rund 190 Milliarden Euro an Zuschüssen und Krediten. Und so hat Meloni auch ein Jahr nach Amtsantritt in der eigenen Bevölkerung höchste Zustimmungswerte für einen italienischen Regierungschef – 53 Prozent der Italiener sind mit ihrer Arbeit aktuell sehr zufrieden.

Keine LGBTI*-Personen im TV mehr!

Als guten Freund bezeichnet Meloni dabei auch Ungarns Premierminister Viktor Orban – sie scheint auch der Kampf gegen die LGBTI*-Community zu einen. In diesem Jahr hat Meloni gleichgeschlechtlichen Eltern im Grunde die juristische Daseinsberechtigung entzogen und auch anderweitig die feindliche Stimmung vor allem auch gegen Homosexuelle immer weiter angeheizt. Der nächste Schritt war ein Verbot von Leihmutterschaften, insbesondere für homosexuelle Paare – auch im Ausland. Und nun also der nächste Angriff: Mehrere Regierungsparteien arbeiten offenbar aktuell an einer Light-Version des ungarischen und russischen Anti-LGBT-Propaganda-Gesetzes.

„Das Gesetz würde es verbieten, LGBTI*-Personen im öffentlichen Fernsehen Rai zu zeigen. Und wieder beschwichtigt die EU-Kommission das Vorgehen von Meloni“, so Remy Bonny vom europäischen LGBTI*-Verband Forbidden Colours. Bonny bezweifelt auch, dass die EU tatsächlich strikt eingreifen wird, wenn das Gesetz tatsächlich Realität wird: „Erst wenn das italienische Parlament offiziell abgestimmt hat und das Gesetz veröffentlicht wurde, könnte die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten. Aber angesichts der Beschwichtigungen von EU-Präsidentin von der Leyen ist es unwahrscheinlich, dass sie dies tun werden.“

Anzeige

Auch Interessant

Messerangriff vor Bussi Bar

Zwei Helfer schwer verletzt

Vor der queerfreundlichen Bussi Bar in Berlin wurden zwei Helfer mit einem Messer verletzt. Zuvor hatte ein Trio eine Mitarbeiterin angegriffen.
Schwuler Vater kann aufatmen

Keine Anklage nach viralem Schlag

Nach der Konfrontation mit einem rechten Streamer wird David Vulin nicht angeklagt. Der schwule Vater hat eine Vereinbarung mit der Justiz erfüllt.
Queerfeindlicher Hass an der FU

Hakenkreuze nach Flaggen-Attacke

Pride-Flagge abgerissen, Hakenkreuze entdeckt: Die FU Berlin verurteilt Angriffe am Institut für Theaterwissenschaft. Die Polizei ermittelt.
Lara Heubeck lebt offen

DSC-Kommentatorin macht Mut

Lara Heubeck spricht über ihr Leben als trans Frau. Die Kommentatorin des Deggendorfer SC berichtet von großer Unterstützung nach ihrem Coming-out.
Solidarität mit Casa Kuà

Hunderte protestieren nach Razzia

Rund 500 Menschen demonstrieren in Berlin für trans* Gesundheitsversorgung. Nach der Razzia im Casa Kuà wächst der Protest gegen den Polizeieinsatz.
Schwules Paar getötet

60 Jahre Haft für Ex-Polizeichef

Polizisten töteten Eldin und Milton in Guatemala. Zwei Täter erhalten je 60 Jahre Haft. Tonaufnahmen halfen, das Verbrechen aufzuklären.
Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.