Direkt zum Inhalt

Das Ende von Diversity? Ist LGBTI*-Diversität für einige große Firmen nicht mehr wichtig?

Von ms - 24.07.2024 - 13:00 Uhr
Das Ende von Diversity?
Foto: iStock / AndreyPopov
ANZEIGE
Loading audio player...

Jedes Jahr werden zur Pride-Saison erneut die Debatten darüber geführt, ob Unternehmen sich rein aus Imagegründen in den Farben des Regenbogens präsentierten oder ob der Einsatz für die LGBTI*-Community tatsächlich ganzjährig ein wichtiger Punkt in der Firmenphilosophie ist. Dabei zeigt sich jetzt eine gänzlich neue Entwicklung – Unternehmen beenden ihre Diversity-Maßnahmen freiwillig und bewusst. 

Diversity nicht mehr geschäftsrelevant

Zu den großen Firmen, die aktuell offenbar nicht mehr verstärkt auf Diversity setzen wollen, gehören Microsoft, Zoom oder auch Meta (Instagram, WhatsApp, Facebook). Nach Angaben von Business Insider kündigte Microsoft jetzt dem gesamten Team für Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration (kurz DEI für Diversity, Equity, Inclusion). 

Das Medienmagazin zitiert dabei aus einer internen Mail von Microsoft: „Echte Systemveränderungsarbeit, die mit DEI-Programmen überall verbunden ist, ist nicht mehr so geschäftsrelevant oder schlau wie im Jahr 2020.“ Aus ähnlichen Gründen entließ zuvor bereits das Unternehmen Zoom sein Diversity-Team. Google, Meta und Microsoft minimierten außerdem maßgeblich Diversity-Programme in den Unternehmen. Microsoft betonte auf Rückfrage zwar, dass der „Fokus auf Vielfalt und Inklusion unerschütterlich“ bestehen bleibe – nur offenbar finanziell wolle man Diversity trotzdem nicht mehr in dem Maße wie bisher unterstützen. 

Regenbogenfarben als Marketingtool

Und auch deutsche Unternehmen wie BMW scheinen immer mehr Abstand von Diversity-Projekten zu nehmen. Auf Rückfrage erklärte der Automobilkonzern online in diesen Tagen via X, dass eine Färbung des Logos in Regenbogenfarben zur Pride-Saison schlicht unter die Rubrik Marketingaktivitäten fallen würde und diese Vorgehensweise sei im Ermessen der jeweiligen Vertriebsgesellschaften in den Ländern – ein wesentlicher Grund, warum BMW die Logofärbung in Ländern im Nahen Osten bewusst nicht vornimmt. BMW dazu: „Dies ist eine etablierte Praxis bei der BMW Group, die auch marktspezifische gesetzliche Regelungen und länderspezifische kulturelle Aspekte berücksichtigt.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

BILDBILD zeigt „Wir sind am Leben“ - Das queere Musical über Berlin, Freiheit und AIDSBerliner MorgenpostNach CSD-Anschlag: Kontaktperson des Attentäters offenbar in Syrien festgenommenDER SPIEGELOktoberfest ohne Männer mit »Bier, Boobs und Brezn« – die guten News der WocheDER STANDARDRapper Danger Dan spricht über Coming-outAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie sollte das Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien geregelt werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Tom Daley schreibt Geschichte

Daley-Doku für Emmy nominiert

Die Tom-Daley-Doku „1.6 Seconds“ bringt dem Olympic Channel erstmals eine Nominierung für die International Emmy Awards.
Frankreich in Aufruhr

Porno-Branche wehrt sich

Frankreich plant strengere Regeln für Online-Sexarbeit – schwule Porno-Creator fürchten Folgen für ihre Arbeit und fordern Gehör.
Pride im Totnes Castle

Regenbogen um historische Burg

Eine 150 Meter lange Regenbogenflagge hat das südenglische Totnes Castle verhüllt – Hunderte Menschen beteiligten sich an der Pride-Aktion.
Homophober Angriff in Bologna

Händchenhalten endet mit Gewalt

Zwei 29-jährige Schwule wurden in Bologna wegen Händchenhaltens von rund 15 ausländischen Männern beleidigt, getreten und brutal zusammengeschlagen.
Spahn zieht Konsequenzen

Rückzug nach neuem Unmut

Jens Spahn verzichtet auf seinen Sitz im Haushaltsausschuss und will sich vorerst auf seinen Wahlkreis und seine Familie konzentrieren.
Niederlande geht voran

Mehr Geld für Regenbogenstädte

Die Niederlande investieren Millionen zusätzlich in Regenbogenstädte, während Studien auf Sicherheitsprobleme und sinkende Akzeptanz hinweisen.
Swift schreibt VMA-Geschichte

Madonna erobert die Bühne

Taylor Swift stellt bei den MTV Video Music Awards einen neuen Rekord auf; Madonna kehrt indes nach 23 Jahren mit einer spektakulären Eröffnung zurück
Australien sagt Sorry

Späte Anerkennung für Veteranen

Australien will sich bei homosexuellen Veteranen für jahrzehntelange Diskriminierung entschuldigen – eine finanzielle Entschädigung bleibt offen.
Adoption in Ungarn rückt näher

Neue Hoffnung für schwules Paar

Nach jahrelangem Rechtsstreit darf ein schwuler Ungar seinen Adoptionsweg mit seinem Partner fortsetzen, ein neuer Funken Hoffnung in Ungarn.