Direkt zum Inhalt
Geldstrafe für finnische Politikerin

Geldstrafe in Finnland Abgeordnete bezeichnete Homosexualität als "Entwicklungsstörung"

ms - 27.03.2026 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Das finnische Oberste Gericht hat die Abgeordnete Päivi Räsänen zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro verurteilt, nachdem sie Homosexualität als „Entwicklungsstörung“ bezeichnet hatte. Mit dem Urteil wurde eine frühere Freisprechung aufgehoben.

Homophobe Volksverhetzung

Räsänen ist seit 1995 Mitglied des Parlaments für die Christlich-Demokratische Partei und ausgebildete Ärztin. Sie war wegen Äußerungen auf sozialen Medien im Jahr 2019 sowie auf ihrer Webseite im folgenden Jahr angeklagt. Das Gericht befand, dass ihre Behauptung, es sei „wissenschaftlich belegt“, dass Homosexualität eine „Entwicklungsstörung“ sei, die rechtliche Schwelle für Volksverhetzung erfülle. Der Richter erklärte: „Es ist zu berücksichtigen, dass der Text, auf dem die Verurteilung basiert, keinen Aufruf zu Gewalt oder vergleichbare, drohende Hassäußerungen enthält. Das Verhalten ist daher hinsichtlich der Schwere der Tat nicht besonders gravierend.“

Politikerin will vor EU-Gerichtshof

Räsänen bezeichnete das Urteil als „Schock“ und kündigte an, eine mögliche Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu prüfen. Sie sagte: „Ich hole rechtlichen Rat ein bezüglich einer möglichen Berufung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Es geht nicht nur um meine Meinungsfreiheit, sondern um die aller Menschen in Finnland. Ein positives Urteil könnte verhindern, dass andere unschuldige Personen dasselbe Schicksal erleiden, nur weil sie ihre Überzeugungen teilen.“

Das Urteil löste in Finnland verstärkt politische Reaktionen aus. Mitglieder von Räsänens Partei sowie Vertreter der Finnischen Partei äußerten Bedenken über die aktuelle Gesetzgebung zur Volksverhetzung. Ville Tavio, Minister für Außenhandel und Entwicklung, erklärte: „Das Gesetz über Anstiftung gegen eine Gruppe sollte geändert werden.“ In einem separaten Anklagepunkt, der einen biblischen Text zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen aus dem Jahr 2019 betraf, wurde Räsänen freigesprochen. Die LGBTIQ+-Community im Land feiert die Geldstrafe indes als gerechtfertigt. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fans und Crew bestürzt

Dreharbeiten vorerst ausgesetzt

"Drag Race Philippines" trauert: Die Kandidatin Misua ist plötzlich während der Dreharbeiten gestorben. Sie wurde nur 27 Jahre alt.
Direkte Folgen für Sicherheit

Gewaltschutzgesetz-Anpassung nötig

Personen aus der LGBTIQ+-Community sind laut Forschung besonders häufig von digitaler Gewalt betroffen, die durch KI-Einsatz gezielt verstärkt wird.
Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.