Direkt zum Inhalt
Geplanter Terroranschlag

Geplanter Terroranschlag Islamisten planten Angriff auf die liberale Berliner Ibn-Rushd-Goethe Moschee

ms - 20.10.2023 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Nach Angaben der Nachrichtenseite von t-online haben Islamisten konkrete Anschlagspläne auf die schwulenfreundliche Rushd-Goethe Moschee in Berlin ausgearbeitet – im Juli dieses Jahres sollen die Verdächtigen allerdings vorab verhaftet worden sein. Bestätigt wird die grundsätzliche Faktenlage dabei offenbar auch seitens des Bundesgerichtshofs.

Moschee sei „Ort der Teufelsanbetung“

Laut den polizeilichen Ermittlern kursierten unter den Tatverdächtigen bereits Bilder von der Moschee: auf Online-Portalen, die dem islamischen Staat zugeordnet werden können, wurde die liberale, schwulenfreundliche Einrichtung als „Ort der Teufelsanbetung“ bezeichnet. Mehrfach soll die Moschee konkret auch als Anschlagsziel definiert worden sein. Zuletzt hatte die Moschee im Juli dieses Jahres für Schlagzeilen gesorgt, angesichts des Berliner Christopher Street Days war in Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) die Regenbogenflagge an der Moschee gehisst worden.

Anschlag scheiterte an „Geldnot“ der Islamisten

Über die mutmaßlichen Täter ist bekannt, dass sie im Februar 2022 nach Kriegsbeginn aus der Ukraine nach Deutschland eingereist sind. Im Juli 2023 wurden sieben von ihnen in Nordrhein-Westfalen sowie zwei weitere in den Niederlanden dann aufgrund von akutem Terrorverdacht festgenommen. Die islamistische Gruppe soll neben der Moschee weitere mögliche Ziele ausgekundschaftet haben und sei von gleichgesinnten terroristischen Verbänden aus dem Ausland auch finanziell unterstützt worden.

Plan war es dabei offenbar, die Berliner Moschee mit einer Kofferbombe und Schusswaffen anzugreifen – anscheinend kam es vor der Festnahme schlicht deswegen nicht zu dem Anschlag, weil den Islamisten keine ausreichenden finanziellen Mittel aufbringen konnten, um in größerem Maßstab Waffen einzukaufen.  

Subtile Hetze und die Folgen

Die Gründern der Moschee, Seyran Ateş, erklärte gegenüber t-online: „Die oftmals subtile Hetze staatlicher und islamischer Stellen der Türkei, des Irans und Ägyptens fällt bei Extremisten auf fruchtbaren Boden.“ Auch Ateş selbst erhält immer wieder Morddrohungen und steht seit Jahren unter Polizeischutz.

Die Anwältin kämpft seit Jahren für Menschenrechte und gegen Zwangsheiraten, Kinderehen und Ehrenmorde. Im Jahr 2017 gründete sie die überkonfessionelle Ibn-Rushd-Goethe Moschee, die sich für eine liberale und moderne Auslegung des Islams einsetzt. Aufgrund der aktuellen Datenlage sowie wegen der derzeit aufgeheizten Stimmung bleibt die Moschee heute und möglicherweise auch die kommenden Tage geschlossen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Unvereinbarkeit von Positionen

Rechtspopulistische Strategie

Der Christopher Street Day (CSD) in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, hat den Antrag der AfD auf einen eigenen Infostand abgelehnt.
WM-Kuss wird Symbol

Liebesbekundung in Mexiko

Ein spontaner Kuss bei einer WM-Fanfeier in Mexiko-Stadt geht viral und wird für viele zum Symbol für LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Fußball.
Nasty Pig-Gründer Lauterstein

Kampf gegen Altersdiskriminierung

Nasty-Pig-Mitgründer David Lauterstein ruft ältere schwule Männer dazu auf, selbstbewusst aufzutreten und ihre Lebenserfahrung als Vorteil zu nutzen.
Bottoming Fever

Grippesymptome nach Analsex

Nach intensivem Analverkehr können bei manchen Menschen grippeähnliche Beschwerden auftreten. Die Forschungen zum „Bottoming Fever“ laufen.
Neue Straftatbestände gelten

Besonders Studierende betroffen

Queere Studierende in Victoria sind auf Dating‑Apps gezielt unter Druck gesetzt, körperlich attackiert und mit „Outing“-Erpressung bedroht worden.
Social Media-Verbote

Klare Absage der Expertenkommission

Die Expertenkommission der Regierung hat sich gegen pauschale Social Media-Verbote ausgesprochen. Ministerin Prien kann sich dies trotzdem vorstellen.
Schule zahlt nach Coming-Out

Streit um Abschluss in Tennessee

Eine christliche Schule in Tennessee hat nach dem Ausschluss einer Schülerin wegen ihres Coming-Outs eine Entschädigung von 10.000 Dollar gezahlt.
Amoklauf in Montreal

Schießerei nahe Pornhub-Hauptsitz

Drei Menschen starben bei einem Amoklauf in Montreal nahe der Pornhub-Zentrale. Der Täter hatte es unter anderem auf Pornodarsteller abgesehen.
Prides in Europa unter Druck

Mehr Hass und weniger Geld

Prides in Europa erleben zunehmend mehr Hass bei zeitgleicher Reduzierung der Finanzen, so der neue EPOA-Bericht.