Direkt zum Inhalt
Helmut Berger
ANZEIGE

Helmut Berger Friedlich eingeschlafen mit 78 Jahren in Salzburg.

ms - 19.05.2023 - 08:18 Uhr
Loading audio player...

In den 1960er und 1970er Jahren galt der bisexuelle Schauspieler Helmut Berger jahrelang als „der schönste Mann der Welt“, wie die Zeitschrift „Vogue“ einst schrieb – in den letzten Jahrzehnten sorgte der Exzentriker vor allem mit Klatsch und Tratsch für Aufsehen, zuletzt 2013 auch als Kandidat im RTL-Dschungelcamp. Nun ist der streitbare Geist und langjährige Liebhaber des weltberühmten italienischen Regisseurs Luchino Visconti in seiner Heimatstadt Salzburg kurz vor seinem 79. Geburtstag friedlich gestorben.

Ein Weltstar mit Sex-Appeal

Schwulen Männern dürfte Berger vor allem durch die Verfilmung von Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ (1970) im Gedächtnis geblieben sein. Daneben zählen Filme wie „Die Verdammten" aus dem Jahr 1969 oder auch die Darstellung des melancholischen bayerischen Königs Ludwig II. 1973 an der Seite von Romy Schneider zu den Höhepunkten seiner Karriere. Die Mode-Welt attestierte ihm immer wieder, er habe mehr Sex-Appeal gehabt als „Leonardo DiCaprio und Robert Pattinson zusammen“. Eine Zeit lang war er mit den größten Stars seiner Zeit befreundet, darunter auch Pop-Ikone Madonna, und drehte Filme zum Beispiel mit Elisabeth Taylor, Henry Fonda oder Burt Lancaster.  

Berger (mitte) als "Dorian Gray" in der gleichnamigen Literaturverfilmung

Tod seines Lebensgefährten

Als sein 38 Jahre älterer Lebenspartner Visconti 1976 starb, stürzte das Berger in eine lebenslange Krise. In einem Interview erklärte er kurz und knapp: „Mit ihm ist auch ein Teil von mir gegangen.“ Der Schauspieler versuchte seine Trauer mit viel Alkohol, Drogen und einem exzessiven Lebensstil zu betäuben. Auch ein Suizidversuch war die Folge seiner Trauer.

Ein Ende wie Marlene Dietrich

Beruflich konnte der einstmals „schönste Mann der Welt“ nie mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen, nach seiner kurzen Teilnahme im Dschungelcamp, das er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig verlassen hatte müssen, zog er sich ganz zurück. Zuletzt erklärte er, er wolle wie einst sein Vorbild Marlene Dietrich seinen Lebensabend außerhalb der Öffentlichkeit verbringen. Über sein Leben sagte Berger einst selbst: „Ich habe nichts ausgelassen und bin mein Leben lang gegen den Strom geschwommen.“

"Der schönste Mann der Welt " Helmut Berger (1944-2023)
Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.
Ekelhafter Angriff in Kiew

Abgehackte Schweineköpfe

Ein Kiewer Schönheitssalon wurde wegen seiner LGBTIQ+-Unterstützung angegriffen: Mit Schweineköpfen sollten die Betreiber eingeschüchtert werden.
Niederlande sichert Förderung

Hilfe für queere Menschen weltweit

Die Niederlande verlängern die Förderung der COC-Arbeit und sichern damit die internationale Unterstützung für LGBTIQ+-Aktivisten in Krisenregionen.
Streit in britischer Community

Umfrage löst Diskussionen aus

Eine nicht repräsentative Umfrage unter Lesben, Schwulen und Bisexuellen sorgt derzeit für viel Kritik und Streit in Großbritannien.
Hitzlspergers WM-Fazit

Neue Männlichkeit im Fußball

Thomas Hitzlsperger beobachtete bei der WM ein neues Männerbild im Fußball – geprägt von Teamgeist, Empathie und Zusammenhalt.