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Historisches Tennisfinale Zwei schwule Profis schreiben Geschichte

Von ms - 15.09.2026 - 12:30 Uhr
Historisches Tennisfinale
Foto: IMAGO / BSR Agency
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Ein Tennisfinale in Österreich hat für einen historischen Moment gesorgt. Erstmals standen sich bei einem bekannten Finale zwei offen schwule männliche Profispieler gegenüber. Der Schweizer Mika Brunold (21) setzte sich beim Tulln Challenger gegen den Brasilianer João Lucas Reis da Silva (26) mit 6:4 und 6:3 durch. Die historische Bedeutung des Duells ging dabei über das sportliche Ergebnis hinaus. Nach dem Match würdigte Brunold seinen Gegner öffentlich und machte deutlich, welchen Einfluss Reis da Silva auf sein eigenes Coming-Out gehabt hatte.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Schweizer Mika Brunold hat den Brasilianer João Lucas Reis da Silva im Finale des Tulln Challenger mit 6:4, 6:3 besiegt.
  • Das Match war das erste bekannte Finale zwischen zwei offen schwulen männlichen Profis im Tennis.
  • Reis da Silva hatte sich im Dezember 2024 als erster aktiver männlicher Tennisprofi öffentlich geoutet.
  • Brunold folgte im Dezember 2025.
  • Nach dem Finale dankte Brunold seinem Gegner dafür, ihm mit dessen Coming-Out Mut gemacht zu haben.
  • Brunold sagte: „Ein Jahr nach deinem Coming-Out habe ich meines gemacht, und du warst eine große Inspiration für mich, und ich bin wirklich stolz auf uns.“
  • Beide Spieler sind derzeit die einzigen aktiven männlichen Tennisprofis, die sich öffentlich als schwul geoutet haben.
  • Reis da Silva hatte zuvor über die Schwierigkeiten seines Coming-Outs gesprochen.
  • Brunold erreichte durch den Turniersieg mit Weltranglistenplatz 257 die beste ATP-Platzierung seiner Karriere.

Zwei offen schwule Tennisprofis 

„Ich wollte dir auch danken. Ein Jahr nach deinem Coming-Out habe ich meines gemacht, und du warst eine große Inspiration für mich, und ich bin wirklich stolz auf uns“, sagte Brunold. „Wir können Vorbilder für so viele Menschen sein, die mit ihrer Sexualität kämpfen.“ Brunold und Reis da Silva sind derzeit die einzigen aktiven männlichen Profis im Tennis, die öffentlich erklärt haben, dass sie schwul sind. Ihr Aufeinandertreffen in Tulln war damit ein außergewöhnlich seltener Moment auf der professionellen Tennistour.

Den ersten Schritt machte Reis da Silva. Der Brasilianer outete sich im Dezember 2024 öffentlich. Damit war er der erste aktive männliche professionelle Tennisspieler, der diesen Schritt vollzog. Seine sportliche Laufbahn setzte er anschließend auf der Challenger-Tour fort. Anfang dieses Jahres folgte eine weitere Premiere: Beim Rio Open wurde Reis da Silva zum ersten offen schwulen Mann, der bei einem ATP-500-Turnier im Hauptfeld antrat. Brunold sprach im Dezember 2025 über sein eigenes Coming-Out. Der 21-jährige Schweizer betonte die Bedeutung eines Lebens, in dem er authentisch und offen mit seiner Sexualität umgehen könne. Für ihn sei ein Punkt erreicht gewesen, an dem es sich nicht mehr richtig angefühlt habe, seine sexuelle Orientierung geheim zu halten.

Coming-Out als schwieriger Schritt

Reis da Silva hatte später ausführlich darüber berichtet, wie schwer es für ihn gewesen war, zu Beginn seiner Karriere offen über seine Sexualität zu sprechen. In einem Interview mit The Athletic im Februar 2026 sagte er, er habe zunächst nicht einmal seinen Trainern und Freunden davon erzählen können. Für ihn habe der Prozess, sich selbst zu akzeptieren und lieben zu lernen, eine grundlegende Veränderung bedeutet. Er bezeichnete das als etwas, das sein Leben „verändert“ habe. Auch seine Beziehungen zu seiner Familie und seinen Trainern seien dadurch verändert worden. In Tulln trafen die beiden Sportler nun erstmals in einem Finale aufeinander. Aus den beiden einzigen offen schwulen Männern im professionellen Tennissport wurden damit Gegner auf unterschiedlichen Seiten des Netzes.

Sportlicher Erfolg für Brunold

Bei aller gesellschaftlichen Bedeutung blieb das Duell zugleich ein normales Profimatch: Es ging um den Turniersieg, wichtige Ranglistenpunkte und den sportlichen Erfolg. Diesen sicherte sich Brunold mit seinem Sieg. Gleichzeitig erreichte der Schweizer die beste ATP-Platzierung seiner bisherigen Karriere. Durch den Erfolg kletterte er auf Weltranglistenplatz 257. Für beide Spieler dürfte das Finale dennoch über das sportliche Ergebnis hinaus Bedeutung haben. 

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