Direkt zum Inhalt

Hoffnung für Australien „Die wahren Gewinner dieser Wahl sind Gleichheit, Inklusion und Akzeptanz für LGBTI*- Australier!“

Von ms - 23.05.2022 - 10:30 Uhr
Konservative homophobe Regierung abgewählt! // © IMAGO / AAP
Foto: Konservative homophobe Regierung abgewählt! // © IMAGO / AAP
ANZEIGE
Loading audio player...

Neue Hoffnung für die LGBTI*-Community in Down Under: Anthony Albanese von der Labor-Partei hat die australischen Bundeswahlen gewonnen und den queerfeindlichen Premierminister Scott Morrison besiegt. Die ersten Ergebnisse der Wahl vom vergangenen Samstag zeigen, dass die Labor-Partei die nächste Regierung bilden und den neuen Premierminister stellen wird.

Die Labor-Partei konnte mindestens 74 der 151 Sitze im Repräsentantenhaus für sich gewinnen, ein Dutzend Sitze werden noch vergeben. Für die absolute Mehrheit sind 76 Mandate notwendig.

In seiner Siegesrede sagte der neue australische Regierungschef Anthony Albanese: "Das australische Volk hat für einen Wandel gestimmt. Ich fühle mich durch diesen Sieg geehrt, und es ist mir eine Ehre, der 31. Premierminister Australiens zu werden. Mein Labor-Team wird jeden Tag daran arbeiten, die Australier zusammenzubringen, und ich werde eine Regierung führen, die des australischen Volkes würdig ist. Es sagt viel über unser großartiges Land aus, dass der Sohn einer alleinerziehenden Rentnerin, der in einer Sozialwohnung in Camperdown aufgewachsen ist, heute Abend als Premierminister Australiens vor Ihnen stehen kann!“

Für die queere Community bedeutet das Ergebnis der Wahl ein großes Aufatmen – beinahe ein Jahrzehnt des Stillstands und der Blockade-Politik für LGBTI* geht damit endlich zu Ende. Zuletzt hatte der homophobe Premierminister Morrison seit 2017 dafür gesorgt, dass sich die rechtliche Lage von queeren Menschen nicht verbesserte – Morrison hatte sogar immer wieder versucht, LGBTI*-Menschen direkt anzugreifen.

Er stellte sich zudem auch gegen die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe und hatte zuletzt Ende 2021 versucht, ein Gesetz durchzuboxen, das es religiösen Schulen unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit erlaubt hätte, LGBTI*-Schüler auszuschließen.

Nebst seinen massiven Angriffen auf queere Menschen, dürfte Morrison auch seine brutale Einwanderungspolitik und seine Gleichgültigkeit gegenüber der Klimakrise zum politischen Verhängnis geworden sein – spätestens seit den verheerenden Buschbränden in Australien ließ sich die Erderwärmung nicht mehr politisch bagatellisieren.   

Australiens angehender Premierminister Anthony Albanese will den schlechten Ruf seines Landes nun schnellstmöglich überwinden, bereits heute will er wichtige Minister seiner Regierung ins Amt einführen und dann sofort mit der politischen Arbeit beginnen. Er kündigte beginnend mit dieser Woche einen sofortigen Kurswechsel beim Klimawandel an. Zudem will Albanese zeitnah die kostenlose Gesundheitsversorgung und die Rechte von LGBTI* stärken.

Die LGBTI*-Organisation Just.Equal erklärte, dass die Wahl von Albanese ein Grund zum Feiern sei – damit sei Morrisons Gesetz zur religiösen Diskriminierung endgültig vom Tisch und die Anti-Trans-Kampagnen konservativer Politiker gescheitert.

Sally Golder, Sprecherin von Just.Equal: "Die wahren Gewinner dieser Wahl sind Gleichheit, Inklusion und Akzeptanz für LGBTI*- Australier!“ Golders Sprecher-Kollege Rodney Croome ergänzte dabei: "Wir werden Labor auch dazu drängen, junge Menschen mit abweichenden Geschlechtsmerkmalen vor unnötigen, nicht einwilligungsfähigen medizinischen Eingriffen zu schützen, mehr Ressourcen bereitzustellen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden von LGBTI*- Menschen zu verbessern, sicherzustellen, dass Medicare die Kosten für eine Geschlechtsangleichung übernimmt, und das derzeitige Verbot für Schwule, Bisexuelle und Transgender abzuschaffen."

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

ntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzSüddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontFalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sexszenen bei Heated Rivalry

Dreharbeiten und Proben laufen

Die Vorbereitungen für „Heated Rivalry“ Staffel 2 laufen. Regisseur Jacob Tierney spricht über Sexszenen, Nacktheit und den Schutz seiner Stars.
Heiße Sportstars

Besondere Nominierungen

Bei Grindrs Jahreswahl „Unwrapped 2026“ konkurrieren Fußballstars, Tennisprofi Carlos Alcaraz und Olympiasiegerin Alysa Liu um besondere Titel.
„Black Doves“ kehrt zurück

Netflix setzt Spionagethriller fort

Ab 5. November läuft die zweite Staffel von „Black Doves“ auf Netflix. Ben Whishaw kehrt als schwuler Auftragskiller mit bewegter Vergangenheit zurück
Ehemann ist schwul: Frau klagt

50.000 Euro Schadensersatz?

Eine Italienerin fordert 50.000 Euro von ihrem schwulen Ex-Mann, weil ihr Kinderwunsch unerfüllt blieb. Das Gericht entscheidet nicht über die Klage.
Queere Jugend macht Politik

Mit 16 schon mitbestimmen

Die US-Initiative „Queer the Ballot“ zeigt LGBTIQ+-Jugendlichen, wie sie politische Entscheidungen beeinflussen können – auch ohne Wahlrecht.
Ein Vorbild nimmt Abschied

Basketballstar beendet Karriere

Der offen schwule Basketballprofi Isaac Humphries beendet mit 28 Jahren seine Karriere. Sein Coming-Out bezeichnet er als seinen stolzesten Moment.
Spendenboom bei Gallant

350.000 Dollar nach Enthüllung

Nach der Veröffentlichung alter BDSM-Fotos erhält der schwule US-Demokrat Chris Gallant mehr als 350.000 Dollar Spenden und übertrifft seinen Rivalen.
Russland fahndet nach Reporter

Schwuler Journalist auf der Flucht

Russland geht zunehmend gegen homosexuelle Journalisten vor. Der geflüchtete Vadim Vaganov berichtet über staatliche Verfolgung und Einschüchterung.
Hoffnung für Jugendliche

Unterstützung senkt Suizidrisiken

Eine US-Langzeitstudie zeigt: Trotz zunehmender Diskriminierung gehen Selbstverletzungen und Suizidversuche bei LGBTIQ+-Jugendlichen zurück.