Direkt zum Inhalt
Kampf gegen Homosexuelle

Kampf gegen Homosexuelle Der türkische Präsident will die Verfassung ändern!

ms - 12.06.2023 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Nur wenige Tage, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut mit knapper Mehrheit in seinem Amt bestätigt worden ist, bekräftigte er jetzt in der ersten Sitzung des Kabinetts nach der Wahl seinen homofeindlichen Kurs. Der 69-Jährige kündigte an, ein neues Gesetz ausarbeiten zu wollen, das sich direkt gegen Schwule und Lesben richtet.

Schutz vor „Perversionen“

Konkret schwebt Erdogan dabei eine Änderung der Verfassung vor, wobei die Rechte der traditionellen Familie, bestehend aus Mann und Frau, weiter gestärkt werden sollen. Per Definition soll die heterosexuelle Ehe als einzig mögliche verankert werden, sodass Homosexuelle auch verfassungsrechtlich nicht gleichgestellt werden dürfen. Dabei untermauerte der Langzeitpräsident auch, er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um die türkischen Familien vor den „Perversionen“ zu schützen.

Erdogan hält homophoben Kurs bei

Die Denkrichtung mag nicht wirklich überraschen, bereits während des Wahlkampfes hatte Erdogan immer wieder gegen die „LGBT-Lobby“ ausgeteilt, die Werte der Familie als besonders schützenswert hervorgehoben und erklärt, dass nur eine starke heterosexuelle Familie auch die Voraussetzung für eine starke Nation sei.

Bereits 2021 war die Türkei deswegen auch aus dem sogenannten Istanbuler Abkommen zum Schutz von Frauen ausgestiegen – diese Richtlinien würden Homosexualität fördern, so Erdogan vor rund zwei Jahren. Es gibt nach wie vor keine Antidiskriminierungsgesetze, gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind nicht anerkannt. Bis heute hat die Türkei auch noch immer nicht die „Erklärung der Vereinten Nationen über die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität“ von 2011 unterzeichnet.

Keine Zukunft für Homosexuelle in der Türkei

Indes wird spekuliert, dass immer mehr Schwule und Lesben nach der letzten Wahl das Land verlassen werden – sie sehen immer weniger eine Zukunft für sich in der Türkei. Seit 2015 hat sich die Lage im Land für Homosexuelle immer weiter verschlechtert, die Stimmungsmache gegen Schwule und Lesben hat zu mehr hasserfüllten Gewalttaten geführt, immer wieder wurden auch Pride-Paraden direkt verboten oder brutal niedergeschlagen, inklusive Polizeigewalt.

Eine Mehrheit der Türken (PEW-Studie) lehnt Homosexualität bis heute direkt ab. Durch bereits beschlossene Verfassungsänderungen sicherte sich Erdogan zuletzt außerdem weitreichende Befugnisse und hat inzwischen auch die meisten türkischen Institutionen fest im Griff – er ist mehr oder minder frei zu tun, was immer er will.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ende einer Cruising-Kultstätte

Park in Brooklyn wird neu gestaltet

Einst der Märchenpark für Schwule, wird der Cruising-Bereich im Brooklyner Prospect Park nun komplett umgestaltet. Die Community blick wehmütig darauf
Skandal in Australien

Gemeine Attacke auf Community

Die Polizei in Westaustralien untersucht Flugblätter gegen LGBTIQ+-Menschen, die darin fälschlicherweise der Pädophilie beschuldigt werden.
Streit an Boston University

Entfernung von Pride-Fahnen

An der Boston University wird derzeit heftig um LGBTIQ+ und Sichtbarkeit gestritten nach dem Entfernen von Pride-Flaggen.
Glückliche schwule Männer

Was macht uns wirklich happy?

Heute feiern wir den Tag des Glücks, doch was genau macht Schwule wirklich glücklich? Und wie können wir unser Glück steigern?
Meilenstein für "Evil Gay"

Aaron Rourke wird Singles-Champion

Historischer Sieg: Wrestler Aaron Rourke alias "Evil Gay" ist der erste offen schwule Singles-Champion in der WWE-Geschichte.
Sicherheitskonzept für den ESC

Hohes Security-Konzept bleibt

Der ORF hat das hohe Sicherheitskonzept für den ESC noch einmal bekräftigt, man sei gewappnet auch angesichts diverser politischer Spannungen weltweit
Urteil in London

Betrug durch Dating-Apps

Ein 26-Jähriger wurde in London jetzt zu drei Jahren Haft verurteilt, er hatte schwule Männer mittels Dating-Apps um viel Geld betrogen.
Kindesmissbrauch im Fußball

Jugendtrainer in Verdacht

Die Polizei ermittelt gegen einen 43-jährigen Ex-Jugendtrainer des 1. FC Köln, der mehrere Kinder sexuell missbraucht haben soll.