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Kampf um Gerechtigkeit
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Kampf um Gerechtigkeit Einem 44-jährigen schwulen Briten drohen in Katar mehrjährige Haftstrafen

ms - 06.05.2024 - 14:00 Uhr
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Der britisch-mexikanische Staatsbürger Manuel Guerrero Aviña kämpft seit nunmehr rund drei Monaten dafür, dass Emirat Katar verlassen zu dürfen, bisher ohne jeden Erfolg. Jetzt hat sein Bruder sich mit einem expliziten Hilferuf gezielt an die britischen Medien gewandt. Aviña wurde in Katar von den Behörden des Emirats per Dating-App aufgespürt und aufgrund seiner Homosexualität verhaftet.

Digitale Jagd auf Schwule

Der Bruder des Inhaftierten, Enrique Aviña, erklärte gegenüber der britischen Presse, wie die Sittenpolizei mit sehr realistisch und ehrlich wirkenden Profilen auf schwulen Dating-Apps derzeit offenbar Jagd auf Schwule macht – ein ähnliches Verhalten wird immer wieder auch in Ägypten beobachtet. Nachdem sein Bruder sich mit einem vermeintlichen Mann namens „Gio“ verabredet habe, sei die Polizei bei ihm aufgetaucht und habe ihn noch in der Lobby seines Hotels in Handschellen abgeführt. 

Fast zwei Monate saß der HIV-positive Brite in Haft, inzwischen soll er zwar möglicherweise aus dem Gefängnis entlassen worden sein, wobei er allerdings weiterhin im Land festgesetzt wird. Die Meldungen darüber sind aktuell widersprüchlich. Inzwischen hat sich jetzt auch Amnesty International eingeschaltet, denn dem Qatar-Airways-Mitarbeiter werden offenbar auch sämtliche HIV-Medikamente verweigert – im Land selbst sind sie zudem nicht zu bekommen. 

Die Haft- und Unterbringungsbedingungen seien „nichts weniger als schrecklich“, zudem sei ein ordnungsgemäßes Verfahren so kaum möglich, so die Menschenrechtsorganisation weiter. Auch der britische National Aids Trust erklärte inzwischen gegenüber der BBC, dass die Vorenthaltung von Medikamenten „moralisch untragbar“ sei. Aviña habe bereits jetzt nach drei Monaten erhebliche gesundheitliche Schäden davongetragen. Inzwischen haben sich auch die Botschaften von Großbritannien und Mexiko eingeschaltet. 

Folter und Gewalt im Gefängnis?

Die zuständigen Behörden in Katar behaupten indes inzwischen, Aviña sei aufgrund illegaler Substanzen festgenommen worden und werde mit „Respekt und Würde“ behandelt. Sein Bruder indes stellte nun gegenüber der Presse klar, man habe dem 44-Jährigen Methamphetamin untergeschoben und ihn im Gefängnis zu einem Geständnis gezwungen. Dabei sei das Wachpersonal auch gewalttätig geworden und hätte den Briten zwingen wollen, Informationen über andere schwule Männer preiszugeben. Dies habe er aber verweigert. 

Katar zeigt sein wahres Gesicht

Mit der Kampagne „Qatar Free Manuel“ fordern Freunde und Unterstützer jetzt mehr politischen Druck, um den schwulen Mann endlich frei zu bekommen. Vor wenigen Tagen erklärte die Gruppe: „Reicht eine erfundene Drogenanklage gegen Manuel Guerrero tatsächlich aus, um nicht zugeben zu müssen, dass er nur festgenommen, inhaftiert, eingesperrt und gefoltert wurde, weil er schwul ist und mit HIV lebt? Wir fordern die Freilassung von Manuel ohne Anklage oder ein Fehlurteil!“

Eines ist klar: Spätestens jetzt dürfte der Mythos eines schwulenfreundlicheren Katars, der uns während der Fußballweltmeisterschaft 2022 fortwährend erzählt wurde, entlarvt worden zu sein. Katar verurteilt homosexuelle Handlungen bis heute mit mehrjährigen Gefängnisstrafen bis hin zur Todesstrafe.  

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