Direkt zum Inhalt
In Italien sind Gewalttaten gegen LGBTI* keine Hassverbrechen
Rubrik

LGBTI*-Schutzgesetz scheitert In Italien sind Gewalttaten gegen LGBTI* keine Hassverbrechen

co - 29.10.2021 - 12:00 Uhr

Am Mittwoch (27. Oktober) entschied der italienische Senat über ein Gesetz, das Gewalt gegen LGBTI*, Frauen und Menschen mit Behinderungen als Hassverbrechen klassifiziert hätte. 154 Senator:innen stimmten dagegen, nur 131 dafür. Auch wenn die Abgeordnetenkammer das Gesetz zuvor durchgewunken hatte, ist es damit bis Ende der Legislaturperiode praktisch gestorben.

Für die Meinungsfreiheit

Die Konservativen hatten Angst, dass ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt wird. Der Vatikan befürchtete laut Reuters, dass die katholische Kirche kriminalisiert werden könnte – weil sie sich weiterhin weigert, gleichgeschlechtliche Hochzeiten durchzuführen, sich gegen Adoptionen durch homosexuelle Paare ausspricht und keine Gender-Theorie an katholischen Schulen lehrt.

Zeit des Zorns

Die italienische LGBTI*-Organisation Arcigay will gegen das Scheitern des Gesetzes protestieren. „Jetzt ist die Zeit für Zorn“, so Arcigays Leiter Gabriele Piazzoni laut South Florida Gay News. „Die gestrige Abstimmung wird wie ein Fluch zu dieser politischen Klasse zurückkehren: Wir werden uns nicht mehr zufrieden geben.“ Die Organisation hatte 25 Jahre lang versucht, ein Gesetz zu veranlassen, das LGBTI*-feindliche Angriffe bestraft, von denen Arcigay jährlich mehr als 100 Fälle aufnimmt. Auch Leiterin Katrin Hugendubel von ILGA Europe Advocacy ist enttäuscht: „Haben Sie sich gefragt, welches Zeichen das an hasserfüllte Menschen und noch wichtiger an die betroffenen Gemeinschaften sendet?“

Auch Interessant

Inklusion im Wörterbuch

Neues Pronomen in Frankreich

Le Robert, Frankreichs größtes Wörterbuch, nahm das geschlechtsneutrale Pronomen „iel“ auf – ein Umstand, der jetzt hitzig diskutiert wird.
Ein Ende der Folter

Kanada verbietet Konversionstherapie

Am Mittwoch stimmte das kanadische Unterhaus geschlossen für ein Gesetz, das Konversionstherapien verbieten will. Jetzt muss noch der Senat zustimmen.
WM 2022 in Katar

Sicherheit für LGBTI* versprochen

„Katar ist wie jedes andere Land auf der Welt: Jeder ist willkommen“, verspricht WM-Organisator Nasser Al Khater. Es ginge jedoch „gesittet“ zu.
Angriff in Bristol

Schwuler im Park zusammengeschlagen

Seit seinem Umzug nach Großbritannien fühlte sich der 34-jährige Pole Matthew Dowiat sicher. Jetzt wurde er von Unbekannten zusammengeschlagen.
Schwule studieren öfter

Schwule werden öfter Akademiker

Nach einer neuen Studie haben schwule Amerikaner weitaus öfter einen Hochschulabschluss als für die Gesamtbevölkerung üblich und schneiden besser ab.
Inszeniertes Hassverbrechen?

Jussie Smollett vor Gericht

Knapp drei Jahre ist es her, dass Schauspieler Jussie Smollett (39) Opfer eines Hassverbrechens wurde, das er womöglich selbst inszeniert hatte.
Wegen „LGBTI*-Propaganda“

Russische Behörden gegen Netflix

Die russischen Behörden ermitteln gegen Netflix: Der Streaming-Dienst soll gegen das Verbot der Verbreitung von „LGBTI*-Propaganda“ verstoßen haben.
Kulturkampf im Klassenzimmer

Republikaner gegen LGBTI*-Unterricht

Der Kulturkampf in den USA ist in vollem Gange. Obwohl Donald Trump nicht mehr regiert, sind die Auswirkungen seiner Amtszeit noch immer spürbar.