Direkt zum Inhalt

Mehre Rechte für queere Amerikaner? Luftnummer oder echte Chance für die amerikanische LGBTI*-Community?

Von ms - 26.07.2022 - 14:30 Uhr
Neue Richtlinien im Gesundheitssektor sollen LGBTI*s helfen
Foto: IMAGO / Xinhua
ANZEIGE
Loading audio player...

Es mutet immer mehr wie ein verzweifelter Akt an – und Präsident Joe Biden wie eine Witzfigur. Doch am Ende könnte der amtierende amerikanische Präsident eher als tragische Person in die LGBTI*-Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika eingehen. Nachdem immer mehr Bundesstaaten unter Federführung republikanischer Politiker Gesetzvorhaben einbringen, die sich explizit gegen queere Menschen und Jugendliche richten, will das US-Gesundheitsministerium nun landesweit neue Bestimmungen zum Schutz von vulnerablen Gruppen in der Gesellschaft festlegen.

Konkret soll die Diskriminierung von Personen jeglicher Rasse, Hautfarbe, nationaler Herkunft, Geschlecht einschließlich der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität, Alter oder Behinderung in Gesundheitsprogrammen und bei der gesundheitlichen Versorgung verboten werden. Das Recht auf eine adäquate Gesundheitsversorgung stehe dabei ebenso im Fokus, beispielsweise bei der Medikamentenvergabe an trans-Jugendliche, wie auch ein verstärkter Schutz vor Diskriminierung bei der Inanspruchnahme von reproduktiver Gesundheitsfürsorge, zum Beispiel auch für homosexuelle Paare. Festgelegt werden soll dies in Abschnitt 1557 des Affordable Care Act (Gesetz über erschwingliche Pflege). Zudem müssten Personen dadurch künftig auch Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und der Behandlung bekommen, die ihrer selbstdefinierten Geschlechtsidentität entspricht. 

"Diese vorgeschlagene Regelung stellt sicher, dass Menschen im ganzen Land ohne Diskriminierung Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Es ist von entscheidender Bedeutung, Gemeinschaften in Not beizustehen, insbesondere angesichts der zunehmenden Angriffe auf Frauen, trans-Jugendliche und Gesundheitsdienstleister. Gesundheitsversorgung sollte ein Recht sein, das nicht vom Aussehen, dem Wohnort, der Liebe, der Sprache oder der Art der Pflege abhängt, die jemand benötigt", so Gesundheitsminister Xavier Becerra.  Für LGBTI*-Menschen könnten diese Änderungen in der Tat Verbesserungen bringen, insofern sie denn jemals wirklich durch das Repräsentantenhaus und den Senat kommen. Ein Hoffnungsschimmer in dieser Angelegenheit ist die Tatsache, dass der überarbeitete Vorschlag grundsätzlich im Einklang mit dem Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs der USA steht, wonach Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung oder der Geschlechtsidentität verboten ist. Die Chance, dass das Vorhaben am Ende trotzdem scheitert, ist nicht gering. Ähnlich wie die geplante Festlegung der gleichgeschlechtlichen Ehe als Bundesgesetz könnte auch dieses Vorhaben am Ende Biden zu einer wahrlich tragischen Figur in der US-Geschichte machen – der Präsident, der der LGBTI*-Community helfen wollte, aber es schlicht nicht konnte. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDBirgit Minichmayr, die ergebene Zofe der "Blutgräfin"Berliner MorgenpostProfi-Volleyballer aus Japan outet sich: „Ich hatte seit meiner Kindheit Angst“DER STANDARDHomophobe Hassdelikte: Fast jeden Tag ein FallBerliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwules Paar getötet

60 Jahre Haft für Ex-Polizeichef

Polizisten töteten Eldin und Milton in Guatemala. Zwei Täter erhalten je 60 Jahre Haft. Tonaufnahmen halfen, das Verbrechen aufzuklären.
Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung