Nie wieder schweigen Gus Kenworthy gegen China als Olympia-Austragungsort
Freestyle-Skifahrer Gus Kenworthy (30) ist einer von mindestens 36 LGBTI*-Teilnehmenden bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen in Peking. China warnte ausländische Sportlerinnen und Sportler im Vorfeld: Sie sollen „verantwortlich zu sein“, wenn sie sich während ihres Aufenthalts politisch äußern.
Kenworthy lässt sich nicht einschüchtern
„Ich tue mir damit wahrscheinlich keinen Gefallen, aber ich kann auch meinen Mund nicht halten“, sagte Kenworthy vor seiner Anreise gegenüber britischen Medien wie der Daily Mail. „Ich glaube nicht, dass China als Gastgeberland hätte zugelassen werden dürfen.“ Seiner Meinung nach solle es einer Nation, die „nicht vollständig hinter den Menschenrechten steht“ nicht erlaubt werden, ein so wichtiges Turnier wie die Olympischen Spiele auszurichten, durch das die Augen der Welt auf sie gerichtet werden – es sollte um mehr gehen als um Geld.
Vergleich mit Olympiade in Russland
Erst ein Jahr nach seiner Teilnahme an der Olympiade 2014 im russischen Sotschi outete Kenworthy sich öffentlich als schwul. Bevor sein Team (damals noch USA) losfuhr, hatten dessen Mitglieder „Medientraining, damit wir uns nicht gegen Russland aussprechen“ und das Propaganga-Verbot für LGBTI*-Themen beachten. Dass er damals nicht die Dreistigkeit gehabt hatte, trotzdem etwas zu sagen, habe er immer bereut. Kenworthy glaubt, dass „wir alle eine Stimme haben“ und dass es wichtig ist, sie zu nutzen.