Partei-Kommissare an den Unis Türkische Studierende protestieren gegen Rektor
Seit 2016 werden Rektoren an türkischen Universitäten nicht mehr von den Einrichtungen selbst gewählt, sondern vom Staatspräsidenten ernannt. Leider zählt dabei vor allem die Loyalität zur Regierung. Die Ernennung des dubiosen Wirtschaftswissenschaftlers Malih Bulu als Rektor der renommierten Bosporus-Universität in Istanbul sorgte für nun Proteste: Die Studierenden betrachten Bulu als „Zwangsverwalter“ und fordern seinen Rücktritt.
Am 4. Januar kam es zu massiver Polizeigewalt: „Tagsüber wurden Wasserwerfer und Gummigeschosse auf uns gerichtet. Nachts wurden die Häuser unserer Kommilitonen gestürmt, […] ihnen Waffen an die Schläfen gehalten“, so Studentin Ebru Batur gegenüber Deutschlandfunk. Doch man habe sie am Folgetag wieder freilassen müssen, da keinerlei Straftat vorlag. Man dachte wohl, die Proteste würden dadurch abebben – doch das Gegenteil war der Fall.
Mittlerweile haben sich auch die Lehrenden den Protesten angeschlossen – sie sorgen sich um die liberale, tolerante Atmosphäre an der Uni: „Ohne diese Freiheit kann Wissenschaft nicht funktionieren“, so Soziologie-Professorin Biray Kolluoglu.