Direkt zum Inhalt

Partei-Kommissare an den Unis Türkische Studierende protestieren gegen Rektor

Von co - 14.01.2021 - 15:00 Uhr
Türkische Studierende protestieren gegen Rektor
Foto: © delihayat
ANZEIGE
Loading audio player...

Seit 2016 werden Rektoren an türkischen Universitäten nicht mehr von den Einrichtungen selbst gewählt, sondern vom Staatspräsidenten ernannt. Leider zählt dabei vor allem die Loyalität zur Regierung. Die Ernennung des dubiosen Wirtschaftswissenschaftlers Malih Bulu als Rektor der renommierten Bosporus-Universität in Istanbul sorgte für nun Proteste: Die Studierenden betrachten Bulu als „Zwangsverwalter“ und fordern seinen Rücktritt.

Am 4. Januar kam es zu massiver Polizeigewalt: „Tagsüber wurden Wasserwerfer und Gummigeschosse auf uns gerichtet. Nachts wurden die Häuser unserer Kommilitonen gestürmt, […] ihnen Waffen an die Schläfen gehalten“, so Studentin Ebru Batur gegenüber Deutschlandfunk. Doch man habe sie am Folgetag wieder freilassen müssen, da keinerlei Straftat vorlag. Man dachte wohl, die Proteste würden dadurch abebben – doch das Gegenteil war der Fall.

Mittlerweile haben sich auch die Lehrenden den Protesten angeschlossen – sie sorgen sich um die liberale, tolerante Atmosphäre an der Uni: „Ohne diese Freiheit kann Wissenschaft nicht funktionieren“, so Soziologie-Professorin Biray Kolluoglu.

Anzeige

Auch Interessant

Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.
Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.
Regenbogen-Steine für alle

Dragqueen rettet LGBTIQ+-Symbol

Nach dem Abriss eines Regenbogen-Zebrastreifens in Miami Beach verkauft eine Dragqueen dessen Pflastersteine nun für den guten Zweck.
Razzia in queerem Zentrum

Protest nach Einsatz in Berlin

Eine Polizeidurchsuchung im queeren Zentrum Casa Kuà in Berlin-Kreuzberg löst Proteste aus. Die Linke kritisiert den Einsatz scharf.