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Dein Zugang zum HIV-Schutz PrEP in Deutschland: Kosten, Rezept und Untersuchungen

Von ms - 13.11.2023 - 15:00 Uhr
PrEP bleibt Kassenleistung
Foto: iStock / YakubovAlim
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Die HIV-PrEP bleibt in Deutschland eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer ein erhöhtes HIV-Risiko hat, kann ärztliche Beratung, notwendige Untersuchungen und Medikamente zur Vorbeugung erhalten. Für schwule und bisexuelle Männer stellen sich dabei häufig dieselben Fragen: Wo bekomme ich ein Rezept, was zahle ich selbst und welche Kontrollen gehören dazu?

Das Wichtigste im Überblick

  • Gesetzlich Versicherte mit erhöhtem HIV-Risiko haben ab 16 Jahren Anspruch auf HIV-PrEP.
  • Die Kasse übernimmt bei entsprechender Verordnung Beratung, Medikamente und notwendige Begleituntersuchungen.
  • Für Erwachsene kann die gesetzliche Arzneimittelzuzahlung anfallen.
  • HIV-Tests und Kontrollen der Nierenfunktion gehören zur medizinischen Begleitung.
  • PrEP schützt vor HIV, aber nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Wer bekommt PrEP auf Kassenrezept?

Entscheidend ist ein erhöhtes HIV-Infektionsrisiko, das die Ärztin oder der Arzt im Gespräch beurteilt. Der Anspruch besteht ab dem vollendeten 16. Lebensjahr. Eine bestimmte sexuelle Orientierung allein ist weder die Voraussetzung noch automatisch eine medizinische Indikation. Auch Frauen und trans* Personen können die Voraussetzungen erfüllen.

Für die Versorgung auf Kassenrezept brauchst du eine Praxis mit entsprechender Berechtigung. Geeignete Anlaufstellen kannst du über die PrEP-Arztsuche von gesund.bund.de finden. Frage bei der Terminvereinbarung nach PrEP-Beratung und danach, ob neue Patientinnen und Patienten aufgenommen werden.

Was kostet PrEP für Versicherte?

Bei einer medizinisch begründeten Verordnung trägt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten der PrEP-Medikamente und der notwendigen Untersuchungen. Für Arzneimittel zahlen Erwachsene grundsätzlich zehn Prozent des Packungspreises zu, mindestens fünf und höchstens zehn Euro; nie mehr als den tatsächlichen Arzneimittelpreis. Unter 18-Jährige sind von der Arzneimittelzuzahlung befreit. Auch weitere Befreiungen sind möglich.

Die Deutsche Aidshilfe nennt für eine Packung mit 90 PrEP-Tabletten in der Regel zehn Euro Eigenanteil. Das ist die Zuzahlung für die Packung und kein pauschaler Monatsbeitrag. Bei täglicher Einnahme reicht eine solche Packung rechnerisch für 90 Tage. Privatversicherte sollten vorab klären, welche Kosten ihr Tarif übernimmt.

Was gilt beim Privatrezept?

Wer die PrEP selbst bezahlt, muss neben den Medikamenten auch Beratung und Untersuchungen berücksichtigen. Die Deutsche Aidshilfe nennt als Orientierung etwa 40 bis 70 Euro für 30 Tabletten. Das ist kein verbindlicher Apothekenpreis. Präparat, Packungsgröße und Bezug können die tatsächlichen Kosten beeinflussen. Lass dir deshalb vorab die Medikamenten- und Untersuchungskosten erklären.

Welche Untersuchungen brauche ich?

Vor dem Start muss eine HIV-Infektion ausgeschlossen werden. Hinzu kommen die Überprüfung der Nierenfunktion und des Hepatitis-B-Status sowie Untersuchungen auf weitere sexuell übertragbare Infektionen. Die Praxis bespricht außerdem mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Nach dem Beginn gehört ein HIV-Test nach vier Wochen und anschließend mindestens alle drei Monate zur Begleitung. Die Abstände weiterer Untersuchungen hängen unter anderem von individuellen Risiken ab. Regelmäßige Kontrollen sind auch dann wichtig, wenn du keine Beschwerden bemerkst. Besprich Einnahme, Pausen und einen möglichen Stopp immer mit deiner betreuenden Praxis.

Was bedeutet die Frist bis 2027?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung meldete am 2. Oktober 2025 die Verlängerung der extrabudgetären Vergütung bis Ende 2027. Dabei geht es um die Finanzierung ärztlicher Leistungen außerhalb bestimmter Vergütungsbudgets. Diese Frist ist kein angekündigtes Ende des gesetzlichen PrEP-Anspruchs. Die frühere Fassung dieses Artikels bezog sich auf die damalige Vergütungsregelung bis Ende 2025.

Was PrEP schützt – und was nicht

Bei korrekter Anwendung kann die PrEP eine HIV-Infektion verhindern. Gegen Syphilis, Gonorrhö oder Chlamydien schützt sie nicht. Deshalb bleiben passende STI-Tests und die Beratung zu weiteren Schutzmöglichkeiten wichtig. Einen umfassenden Einstieg bietet unser Gesundheitscheck für schwule Männer ab 40.

Zur Vorbereitung eines ersten Treffens findest du außerdem Tipps für ein sicheres Grindr-Date. Details zu Rezepten und Kosten erläutert die Deutsche Aidshilfe.

Redaktionell aktualisiert am 14. Oktober 2026. Der Beitrag wurde ursprünglich am 13. November 2023 veröffentlicht.

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