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Zahl der Infizierten sinkt, RKI rät trotzdem zur Vorsicht

Rückgang bei Affenpocken In Europa leichte Entspannung, in den USA steigen die Fallzahlen an

ms - 26.08.2022 - 10:30 Uhr

Gute Nachrichten zum Ende der Woche: Die Zahl der Affenpocken-Fälle in Europa sinkt – auch in Deutschland zeigen die jüngsten Entwicklungen, dass sich weniger Menschen neu mit dem Virus infizieren als die Wochen zuvor. Grund für eine generelle Entwarnung gibt es allerdings nicht, das Robert-Koch-Institut mahnt weiter zu Vorsicht. Dabei hält das RKI fest: „Die Zahl der wöchentlich ans RKI übermittelten Fälle ist seit Anfang August 2022 leicht rückläufig. Dieser Gesamttrend ergibt sich aber aus einzelnen lokalen Trends, die durchaus noch unterschiedlich verlaufen. Daher muss abgewartet werden, ob sich der Rückgang der Fallzahlen weiter fortsetzt.“

Gerade im Hotspot Berlin sind die Fallzahlen nach wie vor sehr hoch, aktuell meldet die Landeshauptstadt rund 1.600 Fälle (Deutschland insgesamt rund 3.400 Fälle). Zwar sinken auch hier die wöchentlichen Neu-Infektionen, doch nach wie vor liegen die neu gemeldeten Fälle im zweistelligen Bereich. Zudem befürchten Experten, dass der positive Gesamttrend schnell kippen könnte, vor allem, so lange nicht weitere Impfdosen vorrätig sind. Die Bundesregierung erwartet, dass bis Ende September 200.000 weitere Einheiten geliefert werden, die Deutsche Aidshilfe fordert hingehen, dass diese bestellten Dosen um mindestens 800.000 weitere Impfeinheiten aufgestockt werden müssten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet indes mit Blick auf die Gesamtsituation weltweit, dass die Zahl der Neuinfektionen zuletzt binnen von einer Woche um rund 21 Prozent gesunken ist. In absoluten Zahlen wurden in der vergangenen Woche rund 5.900 neue Fälle von Affenpocken registriert. Seit Ausbruch der Affenpocken im Mai dieses Jahres kam es dabei insgesamt zu rund 42.000 Fällen von MPX, 96 Länder außerhalb des Ursprungslandes Afrika sind davon betroffen, die größten Ausbrüche in Europa vermelden nach wie vor Großbritannien, Spanien und Deutschland. Mit Blick auf die Einwohnerzahl liegt auch die Schweiz mit rund 400 Fällen weit vorne, was darauf zurückzuführen ist, dass er Bundesrat das Impfmittel bis vor wenigen Tagen nicht zugelassen hatte. Erst Ende dieser Woche erklärte die Schweizer Regierung, nun 100.000 Impfeinheiten bestellt zu haben. Bisher kam es insgesamt weltweit zu zwölf Todesfällen in Zusammenhang mit MPX, wobei in allen Fällen Vorerkrankungen der betroffenen Personen den Krankheitsverlauf negativ beeinflussten. Aus Italien wurde zu Beginn dieser Woche der erste Fall eines 37-jährigen Mannes gemeldet, der sich während eines Kurzurlaubs in Spanien bei mehreren sexuellen Kontakten gleichzeitig mit Corona, HIV und den Affenpocken infiziert hatte. Während in Europa eine leichte Entspannung der Situation aktuell zu verzeichnen ist, kämpft die USA massiv mit steigenden Fallzahlen und liegt derzeit insgesamt bei rund 14.000 Fällen.      

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