Direkt zum Inhalt
Ugandas Hass-Gesetz

Ugandas Hass-Gesetz Kleine Änderungen, doch Todesstrafe für Homosexuelle bleibt bestehen!

ms - 21.04.2023 - 09:14 Uhr
Loading audio player...

Ugandas Präsident Yoweri Museveni hat sich jetzt bezüglich des geplanten neuen Anti-Homosexuellengesetzes geäußert – er verlangt vom Parlament juristische Änderungen in Detailfragen, um das Hass-Gesetz juristisch unantastbar zu machen. Die Todesstrafe für Homosexuelle bleibt dabei bestehen.

Keine Strafen für Schwule, die sich „heilen“ lassen wollen

Bereits 2013 scheiterte ein solches Gesetzesvorhaben am Veto des Obersten Gerichtshofes von Uganda, das formale Fehler bemängelte. Diese will Museveni dieses Mal offenbar vermeiden. So hatte sich zuvor die Generalstaatsanwaltschaft dahingehend geäußert, dass das Gesetz rechtlich angreifbar sein könnte, wenn auch jenen Schwulen und Lesben Strafen drohen, die sich freiwillig in medizinische Behandlung begeben würden, um ihre Homosexualität „heilen“ zu lassen. Diese Menschen dürften nicht pauschal kriminalisiert werden. Das Parlament kündigte daraufhin bereits an, Verbesserungen am Gesetzestext zügig angehen zu wollen. Nach den erneuten Änderungen hat der Präsident einen Monat Zeit, um das Gesetz dann final zu unterzeichnen.

Haft- und Todesstrafen bleiben bestehen

Von einem generellen Umdenken aufgrund des internationalen Drucks scheint Museveni also mehr denn je entfernt zu sein. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht lebenslange Haftstrafen für homosexuellen Sex, bis zu 14 Jahr Haft für „versuchte“ Homosexualität sowie 20 Jahre Haft für „Anwerbung, Förderung und Finanzierung gleichgeschlechtlicher Aktivitäten“ vor. Wenn Schwule und Lesben mehrfach bei homosexuellen Handlungen erwischt werden, greift der Fall der „schweren“ Homosexualität, die mit der Todesstrafe geahndet wird.

Ebenso Strafen drohen allen Menschen, die Homosexuelle in irgendeiner Weise unterstützen, beraten oder ihnen helfen. Eltern werden zudem mit dem neuen Gesetz dazu gezwungen, ihre homosexuellen Kinder bei der Regierung zu melden, anderenfalls drohen auch ihnen hohe Haftstrafen – dagegen hatte zuletzt eine Gruppe von ugandischen Müttern in einem offiziellen Schreiben protestiert.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Unvereinbarkeit von Positionen

Rechtspopulistische Strategie

Der Christopher Street Day (CSD) in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, hat den Antrag der AfD auf einen eigenen Infostand abgelehnt.
WM-Kuss wird Symbol

Liebesbekundung in Mexiko

Ein spontaner Kuss bei einer WM-Fanfeier in Mexiko-Stadt geht viral und wird für viele zum Symbol für LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Fußball.
Nasty Pig-Gründer Lauterstein

Kampf gegen Altersdiskriminierung

Nasty-Pig-Mitgründer David Lauterstein ruft ältere schwule Männer dazu auf, selbstbewusst aufzutreten und ihre Lebenserfahrung als Vorteil zu nutzen.
Bottoming Fever

Grippesymptome nach Analsex

Nach intensivem Analverkehr können bei manchen Menschen grippeähnliche Beschwerden auftreten. Die Forschungen zum „Bottoming Fever“ laufen.
Neue Straftatbestände gelten

Besonders Studierende betroffen

Queere Studierende in Victoria sind auf Dating‑Apps gezielt unter Druck gesetzt, körperlich attackiert und mit „Outing“-Erpressung bedroht worden.
Social Media-Verbote

Klare Absage der Expertenkommission

Die Expertenkommission der Regierung hat sich gegen pauschale Social Media-Verbote ausgesprochen. Ministerin Prien kann sich dies trotzdem vorstellen.
Schule zahlt nach Coming-Out

Streit um Abschluss in Tennessee

Eine christliche Schule in Tennessee hat nach dem Ausschluss einer Schülerin wegen ihres Coming-Outs eine Entschädigung von 10.000 Dollar gezahlt.
Amoklauf in Montreal

Schießerei nahe Pornhub-Hauptsitz

Drei Menschen starben bei einem Amoklauf in Montreal nahe der Pornhub-Zentrale. Der Täter hatte es unter anderem auf Pornodarsteller abgesehen.
Prides in Europa unter Druck

Mehr Hass und weniger Geld

Prides in Europa erleben zunehmend mehr Hass bei zeitgleicher Reduzierung der Finanzen, so der neue EPOA-Bericht.