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Ukraine: Trans-Menschen dürfen nicht flüchten! // © Биография артиста
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Ukraine: Probleme für Trans-Menschen „In der Ukraine ist Krieg, aber der Kampf um die Akzeptanz von Transsexuellen ist der Krieg im Krieg!“

ms - 03.03.2022 - 15:30 Uhr
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Immer mehr trans-Personen aus der Ukraine melden sich in diesen Tagen via Twitter mit teilweise verzweifelten Hilferufen – sie sind zumeist in ihren Wohnungen oder Unterkünften „gefangen“, können aus Angst vor russischen bewaffneten Soldaten oftmals nicht nach draußen und erleben zudem dann auf der Flucht, dass sie gar nicht bis zur Landesgrenze durchgelassen werden.

LGBTI*-Aktivisten vor Ort berichteten dem Netzwerk TGEU (Transgender Europe), dass Trans-Personen mit Dokumenten und Ausweispapieren, die nicht ihrem Geschlecht entsprechen, die internen Kontrollpunkte nicht passieren können. Hintergrund ist die Anordnung, dass allen ukrainischen Männern im Alter von 18 bis 60 Jahren die Ausreise untersagt wurde, sie sind potenzielle Rekruten – so also auch trans-Frauen mit einem männlichen Geschlechtsvermerk im Pass.

Eine dieser Personen ist die, in der Ukraine aus TV-Shows bekannte Musikerin Zi Faámelu, die sich zurzeit in ihrer Wohnung in Kiew versteckt, wie sie gegenüber CBS News berichtete:

„Ich habe Angst, mein Zuhause zu verlassen, nicht nur wegen des Krieges, sondern auch, weil ich um meine Sicherheit als Transfrau fürchte. Viele Menschen haben Waffen. Das ist eine sehr beängstigende Situation." Zudem sickern immer wieder die Informationen durch, dass russische Soldaten gezielt Jagd auf LGBTI*-Menschen machen würden. Sie hat überdies von anderen trans-Frauen gehört, dass sie gar nicht erst bis zur Grenze durchgelassen worden sind, weswegen für sie eine Flucht derzeit nicht in Frage kommt. „In der Ukraine ist Krieg ausgebrochen, aber der Kampf um die Akzeptanz von Transsexuellen ist sozusagen gerade der Krieg im Krieg. Dies ist kein sehr regenbogenfreundlicher Ort hier. Das Leben für trans-Menschen ist hier sehr düster! Trans-Frauen fühlen sich hoffnungslos und verzweifelt.“

Komplett resignieren will die Musikerin allerdings nicht, denn sie glaubt daran, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen kann.

"Die Ukrainer sind ein sehr optimistisches und fröhliches Volk. Sie geben niemals auf. Man weiß nicht, ob man am nächsten Morgen noch am Leben sein wird. Was soll man also tun? Um ehrlich zu sein, ziehe ich es vor, in der Küche zu tanzen. Denn wenn dies der letzte Moment meines Lebens ist, möchte ich einfach nur feiern. I just want to dance!", so Faámelu abschließend.

Ähnlich wie aktuell in Deutschland noch immer, ist es auch in der Ukraine nicht einfach, sein Geschlecht rechtlich ändern zu lassen. Bis 2017 war in der Ukraine zudem eine medizinische Diagnose erforderlich, damit trans-Menschen ihr rechtliches Geschlecht ändern konnten. Dafür musste man einen Monat in einem psychiatrischen Krankenhaus verbringen, bis ein Gremium von Fachleuten aus der Psychiatrie die Diagnose stellen konnte. Obwohl das Verfahren inzwischen vereinfacht wurde, ist es nach wie vor alles andere als einfach. Transsexualität gilt noch immer als psychische Störung und es bedarf nach wie vor eines medizinischen Gutachtens, wobei die Diagnose inzwischen ambulant gestellt werden darf.

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