Direkt zum Inhalt
Verfassungsbeschwerde

Verfassungsbeschwerde! Rechtspopulistische Partei will das Vorhaben via Gericht stoppen

ms - 11.05.2023 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Die rechtspopulistische Partei Vox hat in Spanien Verfassungsbeschwerde gegen das neu beschlossene Selbstbestimmungsgesetz eingereicht – ob die Klage selbst angenommen wird, ist noch offen. Während Politiker der Partei offenbar hoffen, in der bis zuletzt zerstrittenen Gesellschaft auf Stimmenfang gehen zu können, werfen Abgeordnete der Regierung den Vox-Kollegen Populismus kurz vor den Kommunalwahlen Ende Mai in Spanien vor. Die Partei versuche ähnlich wie in den USA einen Kulturkampf in der spanischen Bevölkerung weiter anzufeuern, so die Vorwürfe.

Spanier bleiben zerstritten

Die spanischen Bürger zeigen sich indes offenbar nach wie vor zerstritten in puncto Selbstbestimmungsgesetz. Im Vorfeld hatten mehrere der größten Medien des Landes, Politiker wie auch hunderte Medizinier vor dem Vorhaben gewarnt, darunter auch die Spanische Gesellschaft für Psychiatrie oder die Madrider Ärztekammer. Die Kernkritik dabei: Das neue Gesetz könne eine unreflektierte, geschlechtsangleichende Behandlung von Kindern massiv vorantreiben. Befürworter des neuen Gesetzes wie die spanische Gleichstellungsministerin Irene Montero von der mitregierenden Linkspartei indes bekräftigten, dass die neuen Richtlinien eines der „wichtigsten Gesetze dieser Legislaturperiode“ seien.

Geschlechtswechsel ohne Hürden

Künftig dürfen bereits Minderjährige ab 12 Jahren in unterschiedlichen Abstufungen ihren offiziellen Geschlechtseintrag juristisch ändern lassen, ein genereller Namens- und Geschlechtswechsel selbst ist auch bereits vor dem 12. Lebensjahr möglich. Eine medizinische oder psychologische Abklärung ist nicht mehr nötig. Auch eine fachliche Diagnose zur Geschlechtsdysphorie wird hinfällig. Mit einer Mehrheit von 144 zu 108 Gegenstimmen wurde das Gesetz im Februar dieses Jahres im Senat angenommen.

Stimmungsmache im Superwahljahr

Die Streitigkeiten dürften sich weiter durch das ganze Jahr ziehen, die Kommunalwahlen Ende des Monats sind nur der Auftakt für das spanische Superwahljahr 2023. Nebst den Kommunalwahlen wird gleichzeitig auch in 13 der 17 spanischen Regionen gewählt. Ende des Jahres dann stellt sich das spanische Parlament selbst zur Wahl, bei der die Regierung um eine Wiederwahl kämpft. Aktuell sieht es nicht so gut aus für die regierenden Sozialisten (PSOE), sie liegen in Umfragen derzeit hinter der konservativen Volkspartei (PP).

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Tilly Prozess in Russland

Verfahren wird fortgesetzt

Der Prozess gegen Jacques Tilly und seine Putin-kritischen Karnevalswagen geht heute in Russland unbeirrt weiter trotz internationaler Proteste.
Programm AfD Sachsen-Anhalt

Debatte über Regierungsentwurf

Ein Entwurf der AfD Sachsen-Anhalt sorgt für Empörung: Gefördert werden sollen nur noch heterosexuelle Familien, die Pride-Flagge soll verboten werden
Schwuler Roman als Empfehlung

Zohran Mamdani mit wärmendem Tipp

New Yorks Bürgermeister empfiehlt bei dem aktuellen massiven Wintersturm das Lesen des schwulen Romans „Heated Rivalry“.
U-Haft für Mitarbeiter

Mittlerweile sieben Verdachtsfälle

Nach den mutmaßlichen Verstößen gegen die Totenruhe im Krankenhaus Bünde wurden die Ermittlungen gegen einen 39-jährigen Ex-Mitarbeiter ausgeweitet.
Flucht aus Nigeria

Queere Fachkräfte wandern ab

LGBTIQ+-Fachkräfte haben es in Nigeria besonders schwer, dokumentiert eine neue Studie. Dabei entsteht ein Milliardenverlust zum Nachteil Nigerias.
Homo-Heilungen in Europa

Resolution im Europarat

Am Donnerstag stimmt der Europarat über eine Resolution zum Verbot von Konversionstherapien ab, die laut Studie noch immer oft Alltag in Europa ist.
Rücktritt von Josefine Paul

Gleichstellungsministerin in NRW

Die Kritik an der mangelnden Kommunikation rund um den Messerangriff 2024 in Solingen hat nun Konsequenzen: Gleichstellungsministerin Paul trat zurück
Radikalisierung in Uganda

Verbot von Menschenrechtsvereinen

Uganda geht nach der Präsidentschaftswahl Mitte Januar immer radikaler gegen die Community vor, jetzt wurden alle LGBTIQ+-Verbände im Land verboten.