Direkt zum Inhalt
Wir sind viele!
ANZEIGE

Wir sind viele! Größter LGBTI*-Zuwachs kommt aus der Generation der Millennials

ms - 23.02.2023 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Wir sind mehr, wir sind viele! Für die Vereinigten Staaten von Amerika und deren LGBTI*-Community lässt sich das in diesen Tagen eindeutig festhalten – das Meinungsforschungsinstitut Gallup präsentierte die Daten der neusten Umfrage unter der US-Bevölkerung: Inzwischen identifizieren sich sieben Prozent der erwachsenen Amerikaner als LGBTI* - das ist eine Verdopplung im Vergleich zur ersten Messung dieser Art vor zehn Jahren.

Rund 19,5 Millionen erwachsene LGBTI*-Amerikaner

Blickt man auf die aktuellen Bevölkerungszahlen in den USA, bedeutet das, dass sich rund 19,5 Millionen erwachsene Amerikaner als LGBTI* definieren, Jugendliche nicht eingerechnet. Gallup befragte dafür im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Erwachsene in den USA, ob sie sich als lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell oder als queer identifizieren. Mehr als die Hälfte von ihnen bezeichnet sich selbst als bisexuell (60 %), die zweitgrößte Gruppe sind dann schwule Männer (20 %) gefolgt von lesbischen Frauen (13,4 %). Die restliche Gruppe definiert sich als queer oder transgender.

Früher schwul, heute mehr bisexuell

Wie auch schon in anderen Umfragen liegt die LGBTI*-Quote in der jüngsten Generation Z unter den Erwachsenen am höchsten – knapp jeder Fünfte (19,7 %) fühlt sich hier als Mitglied der LGBTI*-Community. Bei den älteren Generationen sinkt die Quote kontinuierlich ab, in mehreren Etappen von rund elf Prozent bei den Millennials bis zu 2,7 Prozent bei den Babyboomern. Spannend dabei für die Gallup-Forschungsleiter war unter anderem, zu verzeichnen, dass der Anteil der sich als bisexuell identifizierenden Erwachsenen bei jüngeren Menschen höher ist als bei älteren Menschen: „In den älteren Generationen gibt weniger als die Hälfte der LGBT-Erwachsenen an, bisexuell zu sein, obwohl dies immer noch die größte Untergruppe der LGBT-Erwachsenen in der Generation X ist. In den beiden ältesten Generationen identifizieren sich die LGBT-Personen am ehesten als schwul."

Großer Zuwachs bei den Millennials

Der rapide Zuwachs der Zahlen binnen eines Jahrzehnts ist dabei beinahe ausschließlich auf die Millennials zurückzuführen, also auf jene Amerikaner, die zwischen den frühen 1980er Jahren und den späten 1990er Jahren geboren wurden. „Seit wir mit der Erforschung der LGBT-Identifikation begonnen haben, haben wir nur bei einer Generation einen bemerkenswerten Anstieg festgestellt - bei den Millennials. Sie stieg von 5,8 Prozent im Jahr 2012 – bevor  alle Millennials das Erwachsenenalter erreicht hatten – auf  7,8 Prozent im Jahr 2017 und 11,2 Prozent in diesem Jahr. Die Zahlen der anderen Generationen sind sehr ähnlich zu dem, was wir seit 2012 gemessen haben", so Jeff Jones, ein leitender Redakteur bei Gallup.

Gesellschaftlicher Wandel führt zu mehr Coming Outs

Warum sich gerade jene Generation binnen eines Jahrzehnts so verstärkt als schwul, lesbisch, bisexuell oder queer definiert, darf spekuliert werden. Eine Annahme ist, dass die Millennials in ihren jungen Jahren noch in einer Zeit aufwuchsen, in denen es viele rechtliche und gesellschaftliche Repressalien gegenüber LGBTI*-Menschen gab. Im Laufe der letzten zehn Jahre änderte sich allerdings das gesellschaftliche Klima, mehr Rechte wie beispielsweise die gleichgeschlechtliche Ehe oder Antidiskriminierungsgesetze kamen hinzu, sodass vielleicht deswegen viele Menschen heute in ihren 30er und 40er Jahren erstmals den Mut aufbrachten, offen zu ihrer Sexualität zu stehen.

USA und Deutschland gleichauf

In Deutschland liegen die Zahlen übrigens ähnlich hoch, hier definieren sich rund 7,4 Prozent (Quelle: Dalia) der Bundesbürger als LGBTI* - die Bundesrepublik ist damit Spitzenreiter in Europa, gefolgt von Ländern wie Spanien, Großbritannien und den Niederlanden. Ebenso wie in den USA gab es auch hier unter den Millennials den größten Zuwachs binnen der letzten Jahre.   

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Liebe trotz Distanz

Rob Jetten und Nicolás Keenan

Der argentinische Hockey-Spieler Nicolás Keenan freut sich auf Zweisamkeit mit seinem Verlobten, den niederländischen Premierminister Rob Jetten.
Volleyballer Merrick McHenry

Die neue Hoffnung aus den USA

Der schwule Volleyball-Star Merrick McHenry führt die USA mit einer starken Leistung zu Silber und empfiehlt sich für die Olympischen Spiele 2028.
Nachfolger von Heartstopper

Schwule Romanze aus Brasilien

Konkurrenz für Heartstopper: Mit „Fünfzehn Tage sind für immer“ bringt Netflix eine schwule Coming-of-Age-Romanze aus Brasilien auf die Bildschirme.
Kampf für die Liebe

Lesbisches Paar in Uganda

Nach Monaten in Haft kämpft das lesbische Paar Wendy und Denise in Uganda weiter für ihre Beziehung – trotz Drohungen, Angst und Ausgrenzung.
Kanada öffnet Samenspende

Ende homophober Diskriminierungen

Kanada streicht umstrittene Regeln für Samenspenden und beseitigt damit eine weitere diskriminierende Hürde für schwule und bisexuelle Männer.
Outing im Job in Österreich

Studien zeigen große Zurückhaltung

Neue Studien zeigen: Viele LGBTIQ+-Menschen in Österreich verschweigen ihre Sexualität im Beruf aus Angst vor Diskriminierung und Benachteiligung.
Sorge um Perez Hilton

Selbstverletzung während Livestream

US-Blogger Perez Hilton hat sich in einem Livestream in offenbar suizidaler Absicht mit einem Messer selbst verletzt. Aktuell ist er in einer Klinik.
Rob Jetten trifft Joe Locke

Meeting beim World Pride

Der niederländische Premierminister Rob Jetten hat Heartstopper-Star Joe Locke getroffen und kündigte Millionenhilfen für mehr LGBTIQ+-Sicherheit an.
Gedenkstätte nach CSD-Anschlag

Berlin schafft Ort des Erinnerns

Mit einem Gedenkbaum und einer Regenbogenbank will Berlin künftig dauerhaft an die Opfer des CSD-Anschlags vom 25. Juli erinnern.