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Demo beim Lübecker CSD // © Lübecker CSD e.V.

Lübeck CSD mit dem Motto #selbstbestimmt

id - 05.08.2022 - 14:00 Uhr

Aufgrund der Notwendigkeit LSBTIQ*-Sichtbarkeit zu demonstrieren, geht der diesjährige Appell des Lübeck Pride wieder an Politik und Gesellschaft. Nicht nur in verschiedenen europäischen Ländern, sondern auch in Deutschland ist in den vergangenen paar Jahren eine deutliche Zunahme von homo- und transphoben Tendenzen zu bemerken gewesen. Selbst in den USA drohen Rückschritte in Sachen LGBTI*-Rechte. So startet der Christopher Street Day am Samstag, dem 20. August in der Hansestadt unter dem diesjährigen Motto #selbstbestimmt. Doch die politische Demo ist nur eines der Highlights im Programm.

Während auf dem Marienkirchhof die Trucks noch für ihren großen Auftritt vorbereitet werden, beginnt die Demonstration mit der Auftaktkundgebung auf dem Markt. Von hier startet die Demonstration durch die Holstenstraße, führt vorbei am Holstentor zum Lindenplatz, zurück durch die historische Altstadt über die Verkehrsknotenpunkte Lübecks und endet wieder auf dem Marktplatz mit dem CSD-Straßenfest.

Ganze zwei Wochen lang gibt es ein prallgefülltes Rahmenprogramm mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen zu verschiedenen Themenkomplexen. Neben den festen Bestandteilen wie beispielsweise dem Stadtrundgang, einem Kinoabend und dem CSD-Eröffnungsgottesdienst in St. Marien gibt es noch viele weitere Aktionen zu entdecken.Wie wäre es beispielsweise mit einem Infoabend zum Thema Fetisch? Sowohl für Mädels als auch für Jungs gibt es jeweils eine Veranstaltung unter dem Motto „ich packe meinen Fetischkoffer“ – darin Dinge von Handschellen und Turnschuhen über Dildos bis hin zu Marmoreiern. Es gibt vielfältige Fetische und all die vorgestellten Fetischobjekte können angesehen, angefasst und erfragt werden. Das klingt definitiv spannend.

Flagge hissen anlässlich des CSDs // Demo beim Lübecker CSD // © Lübecker CSD e.V.

Ebenso spannend könnte eine Reise in die Vergangenheit sein. Wie war es als lesbische Frau, schwuler Mann, bisexuelle oder Trans*Person in den Fünfziger, Siebziger oder Neunziger Jahren zu leben? Wie hat sich die Situation bis heute entwickelt? Zu diesem Thema hat der Lübecker Journalist Oliver Pries Interviews mit Menschen aus Schleswig-Holstein geführt und möchte mit einer gedruckten Interviewsammlung den Aspekt des queeren Lebens im nördlichsten Bundesland im Laufe der Jahrzehnte beleuchten. Im Rahmen einer Lesung gibt es spannende, bewegende und aufschlussreiche Momente aus den Interviews. Im Anschluss stellen sich die Beteiligten an diesem Projekt den Fragen des Publikums.

Auf den Treppen zum New Yorker Busbahnhof Port Authority tanzen Wye und ihre Geschwister Vogue. Paul ist gerade in New York gestrandet und beobachtet die junge Frau. Magisch angezogen von ihrer Schönheit und Eleganz, wagt er den ersten Schritt. Und Wye nimmt ihn mit: in die Ballroom-Community und zu ihrer queeren Wahlfamilie, ihrem House. Als Paul realisiert, dass Wye trans ist, muss er seine eigenen Vorstellungen von Identität und Geschlecht hinterfragen – und eine Entscheidung treffen... Dies ist die Geschichte des Filmes „Port Authority“, der im Rahmen der Veranstaltung „CSD goes Filmhaus“ gezeigt wird. Eine spannende andere Sicht auf die Ballroomszene, wie man sie aus der Netflix-Erfolgsserie „Pose“ kennt.

Anlässlich des Christopher Street Days wird es übrigens nicht nur in Lübeck bunt. Die Gemeinde Stockelsdorf und die Stadt Bad Oldesloe schließen sich dem Lübecker CSD an und ziehen vor ihren Rathäusern die Regenbogenflagge auf. Die Kirche St. Marien wird eine Woche lang in Regenbogenfarben beleuchtet und natürlich wird auch am Lübecker Rathaus oder der Universität die Regenbogenflagge gehisst.

Auch das zweitägige Straßenfest kehrt in diesem Jahr zurück, beginnt am Freitag, dem 19. August mit einer WarmUp-Disco und wird am CSD-Samstag mit Livemusik und PolitTalk fortgesetzt. Nach der Demo verspricht das Fest im Herzen der Stadt zum ausgefallenen und unvergesslichen Höhepunkt des CSD-Samstages zu werden. Während sich Funk & Soul, Rock & Pop, Disco & Schlager auf der Bühne abwechseln, laden die Infostände der Vereine, Organisationen und Parteien zu Gesprächen und Diskussionen ein. Die Verkaufsstände Lübecker Gastronomen locken mit kühlen Erfrischungen, heißen Snacks und einem vielfältigen Angebot. Auf diese Weise wird der Marktplatz – Lübecks erste Adresse und gute Stube – zur perfekten Mischung aus politischem Engagement und buntem Treiben, Diskussion und Information. Für Livemusik auf der Bühne sorgen die Band „Friend’tett“ mit ihrem ChartMix, die Jungs von „Part of the Art“ mit Interpretationen bekannter Hits der 80er und das Pride-Spektakel „Access Icarus“.

Am CSD-Samstag gibt es zudem die Möglichkeit, sich segnen zu lassen. In St. Marien kann man den Lübecker CSD ganz spontan zu einem der schönsten Tage in seinem Leben machen lassen. Das geht bei den Spontantrauungen und Segnungen für alle! Eingeladen sind alle Lebensgemeinschaften, die sich lieben und sich einen Segen für ihre Liebe wünschen. Wenn Ihr standesamtlich bereits miteinander verheiratet seid, dann vergesst nicht die Urkunde mitzubringen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.

Direkt im Anschluss gibt den Transitionssegen. Die Transition gehört zu den einschneidendsten Prozessen, die ein Mensch und sein Umfeld durchmachen können. Outing, Namensänderung, eine anstehende OP – egal, in welcher Phase dieses aufreibenden Prozesses sich jemand gerade befindet, hier gibt es die Möglichkeit, sich mit einem individuellen Segensritual für den weiteren Lebensweg stärken zu lassen.

Alle Termine und ausführliche Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen findet man auf der offiziellen Webpräsenz der Lübecker CSDs unter www.luebeck-pride.de

Politische Demonstration

20. August 2022 – 12:00 Uhr
Markt/Marienkirchhof – Lübeck

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