Direkt zum Inhalt
Angriffe auf die Community
ANZEIGE

Angriffe auf die Community „Unsere Community wird angegriffen und die Gesellschaft schweigt!“

ms - 16.08.2023 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Mit deutlichen Worten meldete sich jetzt der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) zu Wort: „Unsere Community wird angegriffen und die Gesellschaft schweigt!“. Der Verein bezieht sich dabei auf die jüngsten Zwischenfälle in Berlin, bei denen einmal ein lesbisches Beratungszentrum sowie das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen zum Ziel von Angriffen geworden waren.

„Wir werden uns nicht wieder verstecken“

Dabei lässt der LSVD auch weitere Attacken auf die Community in jüngster Zeit nicht unerwähnt, beispielsweise das Hissen einer Hakenkreuzflagge anstatt der Regenbogenfahne vor dem Bahnhof Neubrandenburg, die LGBTI*-feindlichen Angriffe auf die Aidshilfe in Düsseldorf oder auch der Aufmarsch von Rechtsextremen beim CSD Weißenfels.

Henny Engels aus dem Bundesvorstand dazu: „Der Lesben- und Schwulenverband ist schockiert, dass queere Räume, Beratungsstellen, Demonstrationen, Gedenkstätten und Orte der demokratischen Zivilgesellschaft in den Fokus von Tätern aus einem vermutlich rechtsextremen sowie religiös-fundamentalistischen Umfeld geraten. Diese Taten sprechen eine deutliche Botschaft: Wir wissen, wo wir euch finden. Ihr seid dort nicht sicher. Doch unsere Community lässt sich nicht einschüchtern. Wir werden uns nicht wieder verstecken. Als Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Menschen haben wir uns mutig unseren Weg in die gesellschaftliche Mitte erkämpft – wir bleiben hier.

Wo bleibt der Aufschrei der gesamten Gesellschaft?

Dabei stellt Engels zudem klar, dass die jüngsten Angriffe alle Demokraten in Deutschland aufschrecken sollten, nicht nur die LGBTI*-Community. Nun bedürfe es eines solidarischen Eintretens für Demokratie und die Akzeptanz von LGBTI*-Menschen. „Wir brauchen eine Zivilgesellschaft, die nicht wegsieht, wenn Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Personen diskriminiert, bedroht und attackiert werden. Wir brauchen Solidarität. Wir brauchen einen Aufschrei der gesamten Gesellschaft, wenn Molotow-Cocktails in lesbische Initiativen fliegen oder Brandanschläge auf queere Gedenkorte verübt werden. Wir brauchen vor allem ein engagiertes Eintreten der Politik.“

Mehr Einsatz von Faeser gefordert!

Dabei fordert der LSVD zudem auch mehr Einsatz von Bundesinnenministerin Nancy Faeser – sie müsse die Empfehlungen des Arbeitskreises „Bekämpfung homophober und transfeindlicher Gewalt“ umgehend und öffentlich wahrnehmbar umsetzen. Auf Regenbogenflaggen beim Innenministerium und Kanzleramt müssten jetzt auch endlich Taten folgen. „Wenn Menschen sich in unserem Land nicht mehr ohne Angst vor Anfeindungen frei bewegen können, ist das eine erhebliche Einschränkung unserer Freiheit. Der Staat ist verpflichtet, diese Grundfreiheiten zu gewährleisten. Die Sicherheit von LSBTIQ* ist kein Randthema, sondern menschenrechtliche Verpflichtung. Bund und Länder müssen alles daransetzen, diese Verpflichtung einzulösen“, so Engels weiter.

Abschließend bekräftigt sie zudem erneut: „Queerfeindlichkeit betrifft nicht nur LSBTIQ*, sondern alle Menschen, gerade auch die, die von rechts-konservativen Geschlechterrollen abweichen oder diese hinterfragen. Sie ist ein Angriff auf die Mitte unserer Gesellschaft und wie andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ein Angriff auf unser demokratisches Gemeinwesen. Wir erwarten jetzt und nicht nur zum Pride ein entschlossenes Handeln und eine breite Solidarität!“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.
Nackte setzen Zeichen

Regenbogen-Kunst für Vielfalt

Hunderte Menschen bildeten auf Gran Canaria nackt eine Progress-Pride-Flagge – als Kunstwerk für Vielfalt und Zeichen der Solidarität mit Berlin.
Boy George sorgt für Kritik

Umstrittener neuer Song

Boy George veröffentlichte ein pro-israelisches Lied über den Hamas-Angriff und löst damit jetzt heftige Kritik aus.
Mehr Hass im Stadion

Homophobie nimmt zu

Eine neue Statistik zeigt: Bei fast 15 Prozent der britischen Premier-League-Fußballspiele wurden in der Saison 2025/26 homophobe Vorfälle gemeldet.
CSD Nürnberg findet statt

Sicherheitskonzept erneut überprüft

Trotz der Amokfahrt in Berlin findet der CSD Nürnberg 2026 wie geplant statt – das Sicherheitskonzept wurde jetzt überprüft und nachgeschärft.
Umfragehoch für Buttigieg

Der Weg ins Weiße Haus?

Neue Umfragen sehen den schwulen Politiker Pete Buttigieg bei den möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028 vorn.
Online-Verbote in Österreich

Social-Media-Grenze für Jugendliche

Österreich plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige – Fachverbände warnen vor besonderen Risiken für queere Jugendliche.
Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.