Direkt zum Inhalt
Homo-Ehe in Griechenland

Ehe für alle in Griechenland! Regierung erteilt Hetze der orthodoxen Kirche eine Absage!

ms - 16.02.2024 - 09:30 Uhr
Loading audio player...

Parteiübergreifend hat das griechische Parlament gestern am späten Abend die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe beschlossen und sich damit auch strikt gegen die seit Wochen laufende Hetzkampagne der orthodoxen Kirche gestellt. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sprach von einem „Tag der Freude“.

Breites Bündnis votiert für Homo-Ehe

Insgesamt votierten 176 Abgeordnete im 300-Sitze umfassenden Parlament für das entsprechende Gesetz. Bereits Ende letzten Jahres hatte die Ankündigung des Gesetzesvorhabens für reichlich Kritik gesorgt, anfangs war bezweifelt worden, ob eine Mehrheit im Parlament überhaupt zustande kommen kann, denn auch Mitglieder von Mitsotakis´ Partei Nea Dimokratia (ND) äußerten sich negativ dazu. Erst durch ein breites Bündnis sowohl von linken als auch sozialdemokratischen und konservativen Parlamentariern war jetzt eine Mehrheit trotz aller Widerstände erzielt worden – eine große Seltenheit in der griechischen Politik.  

Hetze der Kirche nicht zeitgemäß

Ministerpräsident Mitsotakis hatte zuvor auch Mitgliedern seiner Regierungspartei freigestellt, nach ihrem Gewissen abzustimmen. Insgesamt 46 Abgeordnete hatten so an der Sitzung gar nicht erst teilgenommen, zuvor hatten vor allem ultrakonservative Parteien und religiöse Vertreter mehrfach erklärt, das Gesetz würde die „Tradition der griechischen Gesellschaft“ sowie auch die Lehren der christlich-orthodoxen Kirche ignorieren.  

Mitsotakis widersprach dieser Einstellung eindeutig und sagte: „Wir entscheiden hier nicht über einen gesellschaftlichen Wandel. Dieser Wandel hat längst stattgefunden. Der gleichberechtigte Zugang zur Zivilehe verbessert das Leben vieler unserer Mitbürger sehr, ohne – das betone ich – das Leben von vielen Menschen zu beeinträchtigen. Menschen, die bisher unsichtbar sind, können nun sichtbar werden und mit ihnen viele Kinder, die endlich ihren Platz neben all den anderen gefunden haben. In Griechenland darf niemand sich als Bürger zweiter Klasse fühlen.“

Adoption von Kindern möglich

Das neue Gesetz stellt homosexuelle Ehepaare weitestgehend heterosexuellen Paaren gleich und erlaubt ihnen künftig auch, Kinder zu adoptieren. Ist bei gleichgeschlechtlichen Paaren nur eine Person das leibliche Elternteil, erhält der Partner ebenso dann das Sorgerecht. Verboten bleibt allerdings die bis heute umstrittene Leihmutterschaft für homosexuelle Paare. Griechenland ist damit das 37. Land weltweit, dass die Homo-Ehe einführt.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Signal für Verfassungstreue

Polizeianwärter zu Recht entlassen

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass zwei Polizeikommissaranwärter wegen Homphopie zu Recht entlassen wurden.
Umsetzung von „Queer leben“

Verunsicherung in der Community

Die Umsetzung des Aktionsplans „Queer leben“ der Bundesregierung bleibt trotz gegenteiliger Behauptungen auf Kurs, so Queerbeauftragte Sophie Koch.
Krise der US-Filmstudios

Prüderie bei schwulen Produktionen

"Heated Rivalry" ist ein Serienhit, auch aufgrund seiner schwulen Sex-Szenen. In den USA wäre die Serie so nie entstanden, kritisieren Filmexperten.
Umfassender Aktionsplan

Strategie stärkt queere Rechte

Die Stadt Erlangen stärkt erstmals mit einem umfassenden Strategieplan gezielt die Rechte von queeren Menschen auf kommunaler Ebene.
Krieg im Regenbogenland

Festnahme wegen Zebrastreifen

In Dallas wurde ein schwuler Mann verhaftet, weil er einen regenbogenfarbenen Zebrastreifen wieder herstellte.
Ende einer Institution

Britischer LGBTIQ+-Verband schließt

Schock in der Community: Englands ältester LGBTIQ+-Wohltätigkeitsverein METRO muss nach über 40 Jahren aufgrund fehlender Gelder schließen.
Kurzes Aufatmen in Florida

Zuschüsse für HIV-Medikamente

Nach Stopp von Finanzhilfen für einkommensschwache Menschen mit HIV hat Floridas Gouverneur DeSantis nun doch neue Geldmittel für drei Monate zugesagt
Offline in Russland

Neue Angriffe auf LGBTIQ+

Russland sperrt gerade im Großraum Moskau wesentliche digitale Angebote, ein weiterer Angriff auf Kritiker und LGBTIQ+-Menschen.
Geldstrafe in Finnland

Homophobes Statement in der Politik

Die finnische Abgeordnete Päivi Räsänen muss eine Geldstrafe zahlen, nachdem sie Homosexualität als "Entwicklungsstörung" bezeichnete.