Direkt zum Inhalt
Kein Geld der Welt

"Kein Geld der Welt" Ungarns Premierminister Orbán bekräftigt seine Absage für mehr LGBTI*-Rechte

ms - 25.01.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Einmal erneut wetterte jetzt Ungarns Premierminister Viktor Orbán gegen die LGBTI*-Community – und das mit erstaunlich scharfen Worten, gerade auch mit Blick auf die Europäische Union. „Kein Geld der Welt“ würde ihn dazu bringen, jemals die „LGBTI*-Propaganda“ zu akzeptieren.

Breite Kritik seitens der EU

Die jüngsten Ausschreitungen wurden laut, nachdem die EU-Kommission die finanziellen Mittel für das Land erneut eingefroren hat – Hintergrund dabei ist unter anderem das „Anti-Homosexuellen-Gesetz“, welches Orbán trotz scharfer Kritik seitens der EU 2021 verabschiedet hatte – es verbietet jedwede Berichte oder Diskussionen über Homosexuelle an Schulen sowie in den Medien.

Seitdem hat die EU rechtliche Schritte gegen Ungarn eingeleitet und auch die Finanzmittel für das Land im Jahr 2022 eingefroren. Zudem äußerte die EU auch Bedenken hinsichtlich anderweitiger Freiheiten im Bereich Justiz sowie auch im Asylverfahren.

EU-Gelder bleiben eingefroren

Die EU fordert insgesamt 17 gesetzliche Änderungen im Land, bevor die Gelder für 2022 komplett freigegeben werden sollen – rund 10 Milliarden Euro wurden der Regierung zuletzt im Dezember 2023 zur Verfügung gestellt, weitere 20 Milliarden Euro indes bleiben eingefroren. Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission, bekräftige Mitte Januar erneut, dass diese Gelder solange weiter blockiert bleiben, bis Ungarn „alle notwendigen Bedingungen“ erfülle. Ein wesentlicher Aspekt dabei bleibt die Anti-LGBTI*-Politik im Land. Zudem laufe nach wie vor die EU-Klage gegen das Land, der sich 15 EU-Mitgliedsstaaten sowie das EU-Parlament angeschlossen haben.

Für kein Geld der Welt

Orbán indes bekräftigte jetzt gegenüber der Washington Post, dass weder er noch seine Regierung am politischen Kurs im Land etwas ändern werden: „Ungarn lässt sich nicht erpressen! Es gibt nicht genug Geld auf der Welt, um uns zu zwingen, Massenmigranten zu akzeptieren, und es gibt nicht genug Geld auf der Welt, für das wir unsere Kinder oder Enkelkinder in die Hände von LGBTI*-Aktivisten geben würden. Für kein Geld der Welt!“

Und Orbáns Stabschef Gergely Gulyas ergänzte, dass eine Änderung der ungarischen Politik nicht dem Mehrheitswillen der ungarischen Wähler entsprechen würde. „Für Ungarn ist es, auch gegen den Willen der Europäischen Kommission, weiter inakzeptabel, LGBTI*-Propaganda unter Kindern zu verbreiten, und wir können auch nicht unsere Position in Migrationsfragen aufgeben.“

Klage gegen die EU eingeleitet

Dem pflichtete zuletzt auch Justizministerin Judit Varga bei, die erklärte, man habe gegen die Blockadehaltung der Europäischen Kommission deswegen jetzt auch eine Gegenklage eingereicht. „Ungarn wird nicht aufgeben! Eltern haben das Recht, über die Erziehung ihrer Kinder zu entscheiden!“ Dabei betonte sie auch andere Entscheidungen der Regierung Orbán, darunter das Verbot der Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare sowie die Abschaffung der rechtlichen Anerkennung von Trans-Personen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Handfester Schock

Harte Tatsachen in Donauwörth

In Donauwörth ist eine öffentliche Toilette unter Herren seit geraumer Zeit sehr beliebt – nun allerdings folgte ein besonderer Coitus Interruptus.
Morddrohungen in Italien

Im Fokus bekannter LGBTIQ+-Aktivist

Der Präsident des größten LGBTIQ+-Vereins Italiens, Antonello Sannino, hat viele Morddrohungen bekommen und fürchtet um die Sicherheit seiner Familie.
Konstant falsche Anrede

Offener trans* Mann bei Olympia

Elis Lundholm, erster offen trans* Mann bei Olympia, wurde während der Übertragung seines Wettkampfs wiederholt von NBC Sports misgendert.
Schmutzkampagne in Ungarn?

Eklat um geheimes schwules Sexvideo

Ein vermeintliches Sexvideo soll Ungarns Oppositionsführer bei einer schwulen Sex-Orgie zeigen. Eine Schmutzkampagne vor den Wahlen im April?
Neuer Todesfall in Brasilien

Zivilpolizist tötet queere Frau

In São Paulo wurde eine queere Aktivistin von einem Zivilpolizist auf offener Straße erschossen. Ein Hassverbrechen ist laut Polizei möglich.
Neuer Streit um SBGG

Datenweitergabe in BaWü

Baden-Württemberg will künftig alle Personenstandänderungen im Bereich Selbstbestimmungsgesetz an die Polizei übermitteln.
Warnung von Ole von Beust

Keine Zusammenarbeit mit der AfD

Hamburgs schwuler Ex-Bürgermeister Ole von Beust erklärte, die CDU dürfe nach den Landtagswahlen unter keinen Umständen mit der AfD zusammenarbeiten.
Sichere Herkunftsstaaten

Erstmals europaweite Einigung

Mit großer Mehrheit stimmte das EU-Parlament für eine Ausweitung der sicheren Herkunftsstaaten bei Asylanträgen, darunter auch homophobe Staaten.
Amoklauf in Kanada

Queere junge Frau ist Täterin

Die Polizei in Kanada hat eine 18-jährige trans* Frau als mutmaßliche Täterin des Amoklaufs in Tumbler Ridge ermittelt, bei dem neun Menschen starben.