Direkt zum Inhalt
Spaltung der Kirche

Spaltung der Kirche Papstvertreter erklärt Homosexualität für ungesund!

ms - 16.06.2023 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Mit jedem weiteren Schritt scheint es wahrscheinlicher zu werden, dass sich die katholische Kirche in Deutschland immer mehr von der Mutterkirche in Rom abspalten wird – seit Monaten eskalieren erneut die Diskussionen um Segnungen von Homosexuellen immer mehr; die deutschen Bischöfe wollen dies ab 2026 erlauben, der Vatikan ist nach wie vor strikt dagegen.

Homosexualität sei „nicht gesund“

Bei einem Gottesdienst zur Heiligtumsfahrt in Aachen erklärte am vergangenen Sonntag der diplomatische Vertreter des Papstes in Deutschland, Nuntius Nicola Eterovic, dass sich an der Haltung des Vatikans zur Ehe sowie zur Homosexualität nichts ändern werde. Es sei „nicht gesund“, den Unterschied zwischen den Geschlechtern auszulöschen. Der Mensch müsse seine Natur achten und könne diese nicht „beliebig manipulieren“. Einmal mehr beteuerte Eterovic auch, dass die Ehe nur eine Verbindung zwischen Mann und Frau sein könne.

Sein Glaubensbruder indes, der Aachener Bischof Helmut Dieser, hatte sich zuletzt mehrfach für eine Weiterentwicklung der katholischen Lehre sowie der Sexualmoral ausgesprochen und überdies erklärt, dass homosexuelle Partnerschaften „gottgewollt“ seien.

Die Kirche muss sich wandeln, nicht die Menschen

Nun meldete sich auch das Katholische LSBT+ Komitee zu Wort und übt scharfe Kritik an den Aussagen Eterovics, die katholische Kirche müsse endlich die geschlechtliche Vielfalt als Teil der Schöpfung Gottes anerkennen:Die Predigt des Bischofs enthält für queere Menschen keine Worte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Das Katholische LSBT+ Komitee ist entsetzt, dass die katholische Kirche er­neut in gefährliche Nähe zu rechtspopulistischen Kräften gerät, die geschlechtliche Vielfalt als An­griff auf die Familie konstruieren anstatt unterschiedliche Lebens- und Beziehungsformen an­zuerkennen. Die freundlichen Worte, die Papst Franziskus gelegentlich bei Audienzen und in Inter­views gegenüber queeren Menschen wählt, schmecken für uns zunehmend bitter, weil ihnen keine Taten folgen. Nicht die Menschen müssen sich wandeln, sondern die katholische Kirche“, so Sprecher Markus Gutfleisch. Das Katholische LSBT+ Komitee ist ein kirchenpolitisches Arbeitsbündnis von Katholiken aus verschiedenen christlichen LGBTI*-Gruppen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Attacke auf Netflix

Kritik an „woken“ Inhalten

Republikaner im Senat haben bei einer Anhörung Netflix-Chef Ted Sarandos kritisiert, der Streamingdienst sei zu „woke“ und habe viele queere Inhalte.
Ehe? Nein Danke!

Tiefststand bei Eheschließungen

Neuer Tiefststand bei der Ehe für alle: Nur noch rund 8.800 homosexuelle Paare haben 2024 geheiratet, weniger als je zuvor in Deutschland.
Stigmata im Gesundheitswesen

Höheres Risiko schwerer Krankheiten

Diskriminierung im Gesundheitsbereich ist für viele LGBTIQ+-Menschen Alltag. Die Folge laut der ILGA Europe: Ein erhöhtes Risiko für Krebs und HIV.
Festnahmen bei Gay-Kreuzfahrt

Drogenfund sorgt für Polizeieinsatz

Die weltweit größte Gay-Kreuzfahrtreise endete für neun Männer jetzt vorzeitig: Sie wurden in Maimi vor der Abreise wegen Drogenbesitz festgenommen.
Ende der Diversitäts-Programme

US-Firmen beenden DEI-Maßnahmen

Diversitätsprogramme werden zum Auslaufmodell in den USA. 65 Prozent weniger große US-Firmen haben 2025 überhaupt noch am queeren Ranking teilgenommen
Ermittlungen nach Antrag

Vorwürfe gegen Pascal Kaiser

Nach dem Heiratsantrag letzten Freitag im Stadion des 1. FC Köln erhebt jetzt eine Bar schwere Vorwürfe gegen Pascal Kaiser, die Ermittlungen laufen.
Der "Kannibale von Rotenburg"

Bundesweit diskutierter Justizfall

Der als „Kannibale von Rotenburg“ bekannt gewordene Armin Meiwes strebt weiter eine vorzeitige Entlassung aus der Haft an.
Risikolage für queere Menschen

LGBTIQ+-Personen spüren Folgen

Der erste Angeklagte nach dem neuen Anti-Homosexualitätsgesetz von 2023 in Uganda wurde von einem Gericht freigesprochen.
Homophobie an Italiens Schulen

Lehrer zeigt 12-jährigen Schüler an

Homophobie an italienischen Schulen nimmt laut der Polizei immer weiter zu, in Padua hat ein Lehrer jetzt Anzeige gegen einen 12-Jährigen erstattet.