Direkt zum Inhalt
Auf zur letzten Reise // © kzenon
Rubrik

Auf zur letzten Reise Welche Bestattungsarten gibt es denn eigentlich?

kk - 03.11.2021 - 09:00 Uhr

Ein Thema, das man ganz weit weg schieben möchte: Beerdigungen und Bestattungen. Doch irgendwann wird es uns leider alle einholen, sei es, dass man einen geliebten Menschen zu Grabe tragen muss oder dass man sich selbst mit dem Gedanken samt Vorbereitung befassen muss. Wenn man weiß, welche verschiedenen und legalen Möglichkeiten es gibt, in Deutschland Abschied zu nehmen, hilft dies oftmals auch bei der Trauerarbeit. Und eine schöne, passende Zeremonie trägt dazu noch mal mehr bei. Wir stellen Euch hier die verschiedenen Bestattungsarten vor und informieren auch, mit welchen Kosten dabei zu rechnen ist.

Bevor man sich entscheidet, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, was der oder die Verstorbene sich gewünscht hätte: War eine Kremation gewünscht? Handelte es sich um einen Naturfreund? Gibt es Menschen, die sich um die Grabpflege kümmern wollen oder können? Soll bekannt sein, wo genau die Ruhestätte ist? Wie lange soll die Grabstelle erhalten sein? Und letztlich: wie viel Geld ist zur Finanzierung vorhanden?

Kremation:
Ob jemand eingeäschert werden möchte oder nicht, ist wichtig zu wissen, denn einige Beisetzungsformen fordern eine Kremation und andere wiederum nicht. Einzig bei der Erdbestattung, egal ob es sich um ein Wahlgrab oder ein Reihengrab handelt, ist keine Kremation nötig. Bei anderen Bestattungsformen wie Diamantbestattung, Kryonik, Körperspende oder Weltraumbestattung ist diese notwendig. Dies gilt ebenso für die Naturbestattungen wie Waldbestattung, Seebestattung, Felsbestattung, Almwiesenbestattung oder Luftbestattung. Auch bei machen Beisetzungen auf dem Friedhof ist eine Kremation Voraussetzung wie beim Urnengrab, Kolumbarium oder der Urnenstele.

Erdbestattung:
Sie ist nach wie vor die traditionsreichste Bestattungsform hierzulande, da sie eng mit dem christlichen Glauben verbunden ist. Hier wird der Verstorbene in einem Sarg in die Erde hinabgelassen und auf dem Friedhof beigesetzt. Dabei kann man sich für verschiedene vielfältige Grabformen entscheiden, je nach persönlichen Wünschen und auch persönlicher Finanzlage. Bei der klassischen Erdbestattung muss man zwischen 4.000 und 10.000 Euro an Kosten rechnen.

Reihengrab:
Was die Kosten anbelangt ist diese Beisetzungsform etwas günstiger, man kann sich aber den jeweiligen Platz der Grabstätte nicht aussuchen, denn es wird – wie der Name schon sagt – der Reihe nach vergeben. Die Größe ist ebenfalls nicht wählbar und die Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt. Ein Reihengrab ist auch nur für eine Person wählbar und die Liegezeit kann nicht verlängert werden, sie beträgt zwischen 15 und 30 Jahren.

Wahlgrab:
Hier kann man aussuchen, wo die letzte Ruhestätte ist und wie groß sie ist: Möglich ist ein Einzelgrab, ein Familiengrab oder ein Doppelgrab bei verlängerbarer Liegezeit. Die Wahlfreiheit in Sachen Gestaltung ist hier also groß, allerdings auch die Kosten.
 

Seebestattung // © SanerG

Urnengrab:
Nach der Einäscherung wird die Urne in einem Grab beigesetzt: Auch hier kann man sich zwischen Reihen- oder Wahlgrab entscheiden. Man hat also einen festen Platz zum Gedenken und Andenken, der je nach Wunsch mit Blumen bepflanzt oder mit Grabsteinen geschmückt werden kann.

Kolumbarium:
Ursprünglich war dies die Bezeichnung für einen Taubenschlag und wegen der optischen Ähnlichkeit wurden diese mit reihenweise übereinander angebrachten Nischen heute so benannt: Das Kolumbarium ist also eine Wand auf dem Friedhof, die alleine stehen kann oder in ein anderes Gebäude eingearbeitet wurde. Die Urnen werden in die kleinen Fächer gestellt und mit einer beschrifteten Tafel verschlossen. Man kann diese individuell gestalten und die Taubenmetapher als Sinnbild für Frieden, Liebe oder auch den Heiligen Geist kann hier als tröstlich in der Trauer empfunden werden.

Urnenstele:
Diese Säulen haben durchaus etwas Erhabenes und sind sehr dekorativ gestaltbar: Die Stelen stehen auf Friedhöfen und beherbergen wie die Kolumbarien die Urnen, die in die Säulen gestellt und mit einer beschrifteten Tafel versehen werden.

Waldbestattung:
Immer mehr Menschen entscheiden sich für diese Möglichkeit, in der Natur die letzte Ruhestätte zu finden: Weil man sich diesen Ort an einem selbst ausgewählten Baum sucht, nennt man diese Form auch Baumbestattung. Die Urnen werden unter diesem Baum begraben und die Kosten belaufen sich hier auf ca. 2.000 bis 7.000 Euro.

Seebestattung:
Früher durften nur Menschen mit maritimem Beruf eine Seebestattung in Anspruch nehmen, heute ist es allen Freiheits- und Meerliebenden gestattet, sich so der Natur wieder zurück zu geben: Auch hier findet zunächst eine Einäscherung statt, dann wird die Urne auf einem Schiff in die Nord- oder Ostsee beigesetzt, wo auch auf Wunsch eine Trauerfeier abgehalten werden kann. Anschließend wird die Urne in die See begeben, die Urne ist aus wasserlöslichem Material, so dass die Asche schließlich freigegeben wird. Ein Ort zum Trauern fällt hier weg, dafür auch die aufwändige Grabpflege und die relativ günstigen Kosten belaufen sich hier auf ca. 2.000 bis 7.000 Euro.
 

Diamantenbestattung // © ilbusca

Diamantbestattung:
Klingt luxuriös und ist es auch: In einem mehrmonatigen Verfahren wird die Asche des Verstorbenen hierbei in einen Diamanten gepresst und in ein Schmuckstück eingesetzt, so dass man dieses immer bei sich tragen kann. Man kann hier sowohl Farbe, Größe und Form des Schmuckstücks wählen. Da es in Deutschland eine geltende Friedhofspflicht gibt, wird die Asche aber nur zum Teil verarbeitet und eine Beisetzung auf dem Friedhof ist dennoch nötig. Die Kosten liegen hier zwischen 5.000 und 13.000 Euro.

Felsbestattung:
Hier kann man die Asche des Verstorbenen in einer Urne unter einem Felsvorsprung auf den Bergen beisetzen oder aber in einem Felsengebiet verstreuen. Man hat hier die Wahl zwischen einem Gemeinschaftsfelsen und man kann auch eine Trauerfeier abhalten. Nicht gestattet ist allerdings die Aufstellung eines Kreuzes, von Grablichtern oder auch eines Grabsteins. Je nachdem, was man konkret wünscht, kostet diese Bestattungsart zwischen 400 und 5.000 Euro.

Luftbestattung:
In Deutschland ist diese Form nicht legal: Hierbei wird die Urne vom Bestatter in einem Heißluftballon oder Flugzeug in die Luft transportiert und dann dort mit dem Wind verstreut. Man erhält eine Urkunde, auf der vermerkt wird, wo genau die Asche verstreut wurde und kann als Hinterbliebene bei der Zeremonie, die in Europa etabliert ist, dabei sein. Kosten: 2.000 – 3.000 Euro.

Anonyme Beisetzung:
Auch hier findet normalerweise eine Einäscherung im Vorfeld statt: Die Asche kann dann auf unterschiedliche Art und Weise beigesetzt werden. Hier kann man sich für fast alle regulären Bestattungsarten entscheiden, wie zum Beispiel eine Naturbestattung oder die Friedhofsbeisetzung. Der Unterschied hier ist, dass bei der Beisetzung keine Trauergäste anwesend sein dürfen – es kann aber auf Wunsch eine Trauerfeier abgehalten werden. Die Angehörigen werden nie erfahren, wo die Grabstätte genau liegt, ein konkreter Ort zum Trauern fehlt hier. Als Alternative gibt es mittlerweile die so genannt halbanonyme Bestattung, bei der die Trauernden bei der Beisetzung teilnehmen dürfen und somit wissen, wo der Tote ruht. Ein Grab darf aber auch hier nicht gestaltet werden.
 

Auch Interessant

Syphilis unaufhaltsam?

Die Zahlen steigen stetig

Neben den Corona-Infektionsfällen gibt es in Deutschland, aber auch weltweit, noch eine zweite Zahl, die stetig steigt, nämlich die der Syphilis-Fälle
Interior im Herbst

Must-Haves und No-Gos

Der Sommer neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und das Leben verlagert sich wieder mehr in die Wohnung: Um einen Herbstblues zu vermeiden
Versicherungen im Alter

Welche braucht man?

Sicherlich, das Thema Versicherungen ist nicht besonders sexy. Und das Thema „Versicherungen im Alter“ schiebt man noch lieber vor sich hin
Gay Weddings

Von klassisch bis verrückt!

Niemand muss mehr heiraten, um zusammen zu sein, aber jeder darf heiraten und so feiert die klassische Hochzeit mit allem Drum und Dran ein Comeback.